Ginkgo Nebenwirkungen – Gibt es überhaupt welche?

Ginkgo Nebenwirkungen – Gibt es überhaupt welche?

Der Ginkgo gilt im Reich der Pflanzen als ‚lebendes Fossil‘. Bevölkert er doch schon seit vielen Millionen Jahren in nahezu unveränderter Form unseren Planeten. Im Laufe dieser langen Evolutionsspanne haben sich im Inneren des Ginkgos Zellen entwickelt, welche wertvolle Wirkstoffe für uns Menschen bei der Therapie von neuronalen Erkrankungen oder Schwächen synthetisieren. Die Schattenseite davon ist, dass viele dieser pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe auch gravierende Nebenwirkungen hervorrufen können, die in den Medien und von den Pharmakonzernen gerne totgeschwiegen werden, um den Absatz von Ginkgo-Präparaten nicht zu gefährden.

Ginkgo Nebenwirkungen unabhängig von der Darreichungsform

Für uns Patienten und Konsumenten der Ginkgo- Präparate ist es irrelevant, ob wir Ginkgo Tabletten, Kapseln, Pulver oder Tropfen einnehmen. Das Risiko für Nebenwirkungen ist erwiesenermaßen bei allen Formen der Einnahme identisch.

Bedenklich ist die Tatsache, dass alle Ginkgo-Arzneimittel ohne Rezept in Apotheken und sogar in so manchen Drogeriemärkten erhältlich sind. Dabei werden in aller Regel bereits fertige Präparate vertrieben, die das Ginkgo-Extrakt enthalten. Auf einigen dieser Ginkgo-Tabletten wird eine vergleichsweise hohe Dosis empfohlen, welche jedoch von den Patienten viel besser stufenweise anvisiert werden sollten. Denn so lassen sich anfängliche Begleitbeschwerden abmildern und die Medikation ohne größere Probleme wieder abbrechen. Die Tatsache, dass es sich bei den Wirkstoffen des Ginkgos um eine ‚echtes‘ Medikament und nicht um ein x-beliebiges Supplemente wie etwa ein Proteinshake handelt, vergessen einige Anwender. Umso unerwarteter sind dann etwaige Komplikationen, die wir Ihnen nun kurz skizzieren.

Magen-Darm-Probleme und Kopfschmerzen als häufigste Nebenwirkungen

Gerade einige der sekundären Pflanzenwirkstoffe wie etwa die Flavonoide sorgen ab und an für leichte Nebenwirkungen, die sich in Blähungen, Völlegefühl oder Bauchschmerzen äußern. Meistens vergehen diese Beschwerden nach kurzer Zeit wieder vollständig. Auch kurzzeitige Kopfschmerzen können bei etwa einem von hundert Personen, welche Ginkgo Kapseln oder andere Ginkgo-Medikamente zu sich nehmen, auftreten. Dieses Symptom lässt sich allerdings durch das Trinken von ausreichend viel Flüssigkeit sehr einfach abmildern.

Risiko für Schlaganfälle erhöht

Für Schlagzeilen sorgten die Ergebnisse einer Studie, welche Anfang des 21. Jahrhunderts publiziert wurde. Demnach erhöhe sich speziell bei älteren Patienten im Alter von über 50 Jahren das Risiko für Schlaganfälle drastisch. Wissenschaftler erklären sich diese Nebenwirkung über die blutverdünnende Wirkung der enthaltenen Ginkgoliden – einer Molekülklasse, die weltweit ausschließlich im Ginkgo Baum vorkommt. Insbesondere wenn parallel zu den Ginkgopräparaten Blutverdünner wie etwa die Acetylsalicylsäure eingenommen wird, kann es zu tödlichen Komplikationen kommen.

Nicht nur aus diesem Grund ist vor jeder Einnahme eines Ginkgo-Präparates eine Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt angesagt. Denn die Inhaltsstoffe des Ginkgos stehen darüber hinaus auch in Verdacht, für gefährliche Kontraindikationen bei zeitgleicher Einnahme von blutzuckersenkenden Medikamenten zu sorgen. Hier kann Ihnen ärztliches Personal dabei helfen, das Risiko abzuschätzen und gegebenenfalls andere Arzneimittel empfehlen.

Enthaltene Ginkgolsäure ist ein Toxin

Die größte Gefahr und Nebenwirkung liegt in der Ginkgolsäure, welche vor allem in Ginkgo Tees enthalten ist. Denn anders als bei den Tabletten und Kapseln, gibt es in Tees keine gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen, die eine vorgeschriebene Höchstmenge an  Ginkgolsäure überprüfen würden. Die Ginkgolsäure kann zu schweren Allergiesymptomen wie großflächigen Hautausschlägen oder Atemnot führen. Auch Entzündungen der Magenschleimhaut sind nicht auszuschließen.

Ärzte empfehlen daher, um diese gefährlichen Nebenwirkungen zu umgehen, auf den Genuss von Ginkgo-Tees gänzlich zu verzichten.