Goji Beeren

Goji Beeren - Spitzenreiter unter den Superfood

Superfoods – ein neuer Begriff in der Ernährung. Was ist das eigentlich? Superfoods sind Lebensmittel einer speziellen Kategorie, die besonders viele Nährstoffe und Vitalstoffe enthalten. Sie bilden eine optimale, gesunde und vor allem natürliche Ergänzung zu den Nahrungsmitteln.

Die Goji-Beere gilt als Spitzenreiter der Kategorie Superfoods. Einen vergleichbar hohen Anteil an Nährwerten und Vitalstoffen sucht man bei Nahrungsmitteln aus dem europäischen Raum vergebens. Ursprünglich stammt die Goji-Beere aus dem asiatischen Raum und wird bereits seit 6000 Jahren in China und der Mongolei kultiviert. Ebenso lange ist sie ein wichtiges Mittel der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und hat hier einen hohen Stellenwert. Sie gilt als lebensverlängernd und gibt dem Menschen Energie. In Asien wächst die Goji-Beere sogar bis in die Höhen des Himalaya. Den tibetischen Beeren wird ein besonders hoher Vitalstoffgehalt und geschmacklich eine saftige Süße zugeschrieben, die Beeren aus anderen Regionen so nicht aufweisen. Die Pflanze ist mittlerweile auch in Europa heimisch und kann im eigenen Hausgarten gehalten werden.

Wissenswertes rund um die Goji-Beere

Als Ursprung der Goji-Beere gilt China. Bereits vor 5000 Jahren fand die Beere wohl Erwähnung in den Schriftsammlungen des damaligen Kaisers Shennon. Darauf jedenfalls beruft sich die belegte schriftliche Erwähnung in einem chinesischen Buch über Heilpflanzen und Ackerbau. Wissenschaftler schätzen die Entstehung des Buches für den Zeitraum zwischen 300 vor Christus und 200 nach Christus. In diesem Werk wird die Goji-Beere bereits als Heilpflanze beschrieben, demzufolge sie dem Körper Kraft spendet und das Leben verlängert. Diese Einschätzung hat sich bis heute nicht verändert und so gilt die Goji-Beere seither als einer der wichtigsten Pfeiler in der chinesischen Naturmedizin.

In der übrigen Welt war die Goji-Beere hingegen kein Thema. Sie taucht weder in alten, mittelalterlichen noch späteren Zeiten als Heilmittel auf. Erst seit der Jahrtausendwende entstand in Europa und Nordamerika ein gewisser Hype um die kleine Superfrucht. Zuerst fand sie den Weg in die sogenannten esoterischen Kreise, jedoch wuchs ihr Bekanntheitsgrad rasend schnell. Mittlerweile ist sie Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und Diskussionen. Vom Anti-Aging-Präparat und Nahrungsergänzungsmittel findet sie sicher ihren Weg zu den Heilmitteln.

Pflanzenporträt Goji-Beere

Die Goji-Beere ist auch bekannt als Wolfsbeere oder Glücksbeere. Sie ist ein winterhartes Strauchgewächs, das den Anbau und die Kultivierung auch in Europa möglich macht. Sie verträgt sogar schwere Fröste bis -25 Grad und ebenso große Hitze und gelegentliche Trockenheit. In unseren Breiten erreicht sie eine Höhe von bis zu zwei Metern bei einem Meter Breite. Ähnlich einer Weide hängen die wie Ruten geformten Äste teils bis auf den Boden, meist sind sie mit Stacheln besetzt.

Ähnlich wie Kartoffeln und Tomaten gehört die Goji-Beere zu den Nachtschattengewächsen. Sie bildet unterirdische Rhizome, aus denen sie sich ebenso vermehrt wie aus den Samen der Früchte.

Im deutschsprachigen Raum ist sie auch bekannt unter den Namen:

  • Gemeiner Bocksdorn
  • Wolfsbeere oder auch chinesische Wolfsbeere
  • Glücksbeere
  • Gemeiner Teufelszwirn oder auch nur Teufelszwirn
  • Hexenzwirn

Die Namen Teufelszwirn und Hexenzwirn verdankt die Pflanze ihrer Wurzelbildung. Aus den Rhizomen wachsen ständig neue Pflanzen. Um eine Überwucherung zu vermeiden, bedarf sie der kontinuierlichen Pflege und einer Rhizomsperre.

Die Goji-Beere beginnt im Juni mit der Blüte, die teils bis in den September reicht. Je nach Blütebeginn erfolgt die Ernte der kleinen Beeren ab August. Die Früchte sind je nach Sorte leuchtend rot oder gelb-orange gefärbt.

Systematik

 

Asteriden

 

Euasteriden

Ordnung

Solanales (Nachtschattenartige)

Familie

Solaneceale (Nachtschattengewächse)

Gattung

Bocksdorne (Lycium)

Art

Gemeiner Bocksdorn (Goji)

Wissenschaftlicher Name

Lycium barbarum L.

Inhaltsstoffe

In den Goji-Beeren sind wichtige Stoffe in so hohem Maße vorhanden, dass sie sich von allen anderen Obst-, Gemüse- oder Beerensorten deutlich abheben.

Sie enthält folgende Vitamine in hoher Konzentration:

  • Vitamin A
  • Vitamin B1
  • Vitamin B2
  • Vitamin C
  • Vitamin E

Gerade Vitamin E findet sich nur ganz selten in Früchten wieder. In dem Bereich hat die Goji-Beere also wirklich die Nase vorne.

Daneben finden sich weitere wichtige Bestandteile in der Beere wieder:

  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • ungesättigte Fettsäuren
  • essentielle Aminosäuren
  • Poly- und Monosaccharide
  • Lutein
  • Beta-Carotin
  • Zeaxanthin
  • Antioxidantien
  • und Phytosterole

Goji-Beeren enthalten viel Eisen. Bereits 50 Gramm der getrockneten Früchte decken den halben Tagesbedarf eines Erwachsenen. Die enthaltene Eisenmenge liegt deutlich über der von Spinat.

Nachgewiesen sind 21 Spurenelemente, die durch die extensive Landwirtschaft im europäischen Raum und der damit verbundenen Ausgelaugtheit der Böden kaum noch in heimischen Lebensmitteln vorkommen.

Es findet sich sowohl im europäischen wie auch amerikanischen Raum kein Lebens- beziehungsweise Nahrungsmittel, dass auch nur annähernd vergleichbar wäre.

Anbau der Goji-Beeren – Wissenswert und Interessant

Das auch heute noch größte Anbaugebiet der Goji-Beere befindet sich der Provinz Ningxia in China. Ningxia liegt klimatisch günstig am Gelben Fluss, sodass dort optimale Wachstumsbedingungen herrschen. Mit der Schneeschmelze im Himalaya strömt klares, sauberes und frisches Wasser in den Gelben Fluss. Dieser bewässert die großen Anbaugebiete und trägt wesentlich zur Qualität der Früchte bei. Die Ernten von Ningxian machen den größten Teil der auf dem internationalen Markt erhältlichen Goji-Beeren aus.

Alljährlich findet in der Provinz ein großes Fest statt, das die Goji-Beere ehren soll. Viele Tausend Menschen reisen eigens zu dem zwei Wochen dauernden Fest während der Ernte an.

Weitere Anbaugebiete finden sich in Tibet und der Mongolei. Seit die Goji-Beere die westlichen Kontinente erobert, steigt auch die Zahl der Plantagen dort. Die erste Goji-Plantage in Europa wurde zum Beispiel in der Schweiz angelegt. Stetig steigende Nachfrage wird in der Folge zu weiteren Plantagen auch in hiesigen Gegenden führen.

Hobbygärtner dürfen sich bei der Goji-Beere an einer recht anspruchslosen Pflanze erfreuen. Sie gedeiht auf fast jedem Boden, lediglich salzige oder von Schwermetallen belastete Böden bekommen ihr nicht. Auch in Kübeln macht sie eine gute Figur und bringt bei entsprechender Pflege gute Ernte. Durch ihre enorme Wuchsfreudigkeit und ihren Vermehrungstrieb sowohl durch Samen als durch austreibende Rhizome ist die Goji-Beere jedoch nicht immer leicht im Zaum zu halten. Private Gärtner sollten beim Kauf auch darauf achten, keine verwilderten Formen zu kaufen. Der Fachhandel bietet einige Sorten an, die auch privat gut kultiviert werden können.

Die Wirkung von Goji-Beeren auf die Gesundheit

Was in China bereits seit mehr als 5000 Jahren bekannt ist, wird nun auch von westlichen Wissenschaftlern bestätigt. Das kleine Kraftpaket wird bei vielen unterschiedlichen Gesundheitsstörungen eingesetzt. In China wird sie von alters her als Heilmittel eingesetzt bei:

  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • begleitend und auch vorbeugend bei Krebserkrankung
  • Augenproblemen
  • bei Mangel an Yin im Bereich der Nieren und der Leber
  • Tinnitus
  • Erkältung
  • Impotenz
  • Unfruchtbarkeit
  • allgemeine Schwäche
  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • und zur Stärkung des Immunsystems

Die westliche Welt lernte die Goji-Beere zunächst als das Anti-Aging-Präparat schlechthin kennen. Ob Models, Schauspieler oder andere Personen des öffentlichen Lebens – jeder schwärmte von der fantastischen Wirkung der kleinen Beere. Ihre Wirksamkeit wird nun auch von Wissenschaftlern bestätigt.

Fast klingt es wie ein Märchen: Mit dem Genuss von Goji-Beeren einfach gesund und jünger aussehen. Es ist belegt, dass Antioxidantien Freie Radikale abfangen und so die Körperzellen schützen. Damit verzögert sich auch der Alterungsprozess. Goji-Beeren haben einen sehr hohen Anteil an Antioxidantien, was sie tatsächlich zu einer Art Jungbrunnen macht. Antioxidantien in verschiedenen Lebensmitteln werden anhand eines Wertes namens ORAC (Oxygen Radical Absorbance Capacity) verglichen. Der ORAC-Wert von Goji-Beeren übertrifft dabei weit den aller anderen Obst-, Gemüse- und Beerensorten.

Die Stärkung des eigenen Immunsystems ist durch den Verzehr von Goji-Beeren sicher. Die vielen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente stellen dem Körper wichtige Stoffe zur Verfügung, um das Immunsystem zu stärken und in Balance zu halten. Viele Krankheiten, die Folge eines schwachen Immunsystems sind, können so gelindert, wenn nicht gar geheilt werden. Bei beginnender Erkältung ist es zu empfehlen, Goji-Beeren täglich zu sich zu nehmen. Dazu können ebenso getrocknete Früchte wie Tabletten, Dragées oder andere Präparate verwendet werden. Die getrockneten Früchte enthalten dabei die meisten Wirkstoffe.

Die Beeren wirken auch anti-entzündlich. Damit finden sie Anwendung bei verschiedensten Erkrankungen mit entzündlichen Prozessen, wie zum Beispiel Arthritis, Gastritis, Morb. Crohn und chronischen Schmerzen sowie Autoimmunerkrankungen, denen meist Entzündungen zugrunde liegen. Ob die Goji-Beere auch Krebs vorbeugen kann, ist nicht schlussendlich belegt. Chinesische Wissenschaftler untersuchen noch in einer Studie die entsprechende Wirksamkeit. Die bislang erzielten Ergebnisse lassen jedoch hoffen. Die traditionelle chinesische Medizin hält die Beeren für vorbeugend und setzt sie auch entsprechend ein. Daneben werden die Beeren gezielt während und nach einer Chemotherapie verordnet, um den Körper während der Therapie zu stärken und zu unterstützen. Es kann auf keinen Fall schaden, im Fall einer Krebserkrankung Goji-Beeren auf den Speiseplan zu setzen. 30 bis 50 Gramm gelten als ungefähre Richtlinie, da es keine verlässliche Dokumentation gibt.

Bei gestörter Darmflora helfen die Goji-Beeren ebenfalls. Die in ihnen enthaltenen Polysaccharide dienen den Bakterien im Darm als Nahrung. Stimmt das bakterielle Milieu im Darm, haben Infektionen dort kaum eine Chance. Ist die Darmflora durch die Einnahme von Medikamenten oder Operationen gestört, helfen die Inhaltsstoffe der Goji-Beere bei der schnellen Regeneration.

Ein weiterer Einsatzbereich sind Sehstörungen. Damit die Leistungsfähigkeit und Sehkraft der Augen erhalten bleibt, benötigt der menschliche Körper unter anderem Lutein und Zeaxanthin. Diese beiden Carotinoide sind in hoher Konzentration in den Beeren enthalten. Auch erhöhtem Augeninnendruck sollen sie senken können.

Die Liste der möglichen Anwendungen wird sich in Zukunft sicher verlängern lassen. Wissenschaftler in aller Welt befassen sich mit Power-Beere und werden wohl noch einiges von Interesse und Nützlichkeit herausfinden.

Wo bekommt man Goji-Beeren?

Da die Nachfrage nach dem Superfood Goji-Beere ständig steigt, werden immer mehr, auch preisgünstige Produkte auf den Markt geworfen. Für den Verbraucher ergibt sich dabei das bekannte Problem, dass die Qualität darunter leidet. Man muss einfach wissen, dass gute Qualität ihren Preis hat. Nur Goji-Beeren bester Qualität liefern auch beste Inhaltsstoffe.

Die Beeren werden in folgenden Formen angeboten:

  • frische Beeren
  • getrocknete Beeren
  • Goji-Direktsaft
  • Goji-Tee
  • Goji-Pulver
  • Goji-Dragees

Bis auf frische Beeren sind alle anderen Produkte im Online-Handel, gut sortierten Bio-Läden, Reformhäusern oder der Apotheke zu beziehen. Frische Bio Beeren auf dem heimischen Markt zu bekommen, ist dagegen sehr schwer. Man kauft diese am besten bei Händlern, die bekanntermaßen hohen Wert auf die Qualität ihrer Ware legen. Eine Alternative zum Kauf stellt der eigene Anbau dar. Man wartet zwar eine Zeitlang bis zur ersten eigenen Ernte, weiß aber genau, wie die Pflanze gepflegt und versorgt wurde.

Lagerung und Verwendung

 

  • Frische Beeren sollten baldmöglichst verzehrt werden. Sie können allerdings durch einfrieren oder Trocknung im Dörrautomaten oder Backofen haltbar gemacht werden
  • getrocknete Beeren lagern am besten trocken und lichtgeschützt in einer Dose
  • Tee und Pulver werden ebenfalls trocken und lichtgeschützt gelagert
  • Zur richtigen Lagerung der Dragées informiert die Packungsbeilage
  • Saft kühl und dunkel lagern, nach Anbruch die Flasche innerhalb 3 Tagen verbrauchen

Sowohl frische als auch getrocknete Beeren eignen sich hervorragend als kleiner Snack zwischendurch oder als Zugabe zum morgendlichen Müsli. Aus beiden lässt sich auch durch Überbrühen mit kochendem Wasser ein erfrischender Heiltee bereiten. So lässt sich das Superfood gut in die tägliche Küche integrieren und von daher gibt es einige interessante Rezepte. Bereits 10 bis 30 Gramm der Beeren fördern die Gesundheit und Vitalität.

Auch wenn es der Goji-Beere gern nachgesagt wird: Sie ist kein Abnehm-Mittel. Bei einer Diät oder anderen Art der Gewichtsreduzierung versorgt sie jedoch bei geringem Kaloriengehalt den Körper mit wichtigen Stoffen.

Nebenwirkung der Goji-Beere

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Goji-Beere kurzfristig als giftig eingestuft. Dies beruhte auf einer Studie, die besagte, die Beeren hätten einen für den Menschen giftigen Anteil an Hyoscyamin. Die Studie wurde jedoch schon im darauf folgenden Jahr wissenschaftlich widerlegt.

Vorsicht ist jedoch geboten, wenn blutverdünnende Medikamente wie zum Beispiel Marcumar eingenommen werden. Die Goji-Beere verstärkt deren Wirkung. Bei bestehenden Allergien ist es ratsam, zunächst nur eine kleine Menge der Früchte zu probieren.

Bis auf diese beiden Ausnahmen gibt es keine Nebenwirkungen. Der Verzehr der kleinen Superfrüchte ist völlig unbedenklich und wird auch von Ärzten und Wissenschaftlern empfohlen.

Ein kleiner Einkaufstipp:

Die Beeren schmecken unterschiedlich. Einige Sorten sind saftig und süß, einige sind regelrecht säuerlich oder gar bitter im Geschmack. Als besonders wohlschmeckend gelten die Goji-Beeren aus Ningxian. Die Früchte haben eine tiefrote Färbung. Achten Sie beim Kauf auf das Anbaugebiet. In diesen Beeren sind die wertvollen Inhaltsstoffe am meisten zu finden. Eine gute Alternative stellen die tibetischen Goji-Beeren dar, sie sind in Geschmack, Farbe und inneren Werten den Beeren aus Ningxian am nächsten. Die Früchte sollten weder bestrahlt noch geschwefelt sein.