Leinsamen – Wirkung für viele Beschwerden

Leinsamen – Wirkung für viele Beschwerden

Wer Leinsamen als Medikament oder schmackhaftes Additiv für einen Salat ins Gespräch bringt, meint sicherlich die Samenkörner des Flachses. Diese Kulturpflanze wird seit etlichen weltweit gezielt kultiviert und gezüchtet, und das sicherlich nicht nur wegen des aromatischen Geschmacks. Nein, es sind die medizinischen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit, welche den Leinsamen so wertvoll für uns machen.

Leinsamen – kleine Körner mit großer Wirkung

Um den Anwendungshorizont kurz zu umreißen, haben wir Ihnen einmal alle die Symptome zusammengefasst, bei denen die Leinsamen-Einnahme Linderung verspricht:

  • Verstopfung
  • Reizdarm
  • Ausstülpungen an der Darmwand
  • Entzündungen im Magen-Darm-Trakt
  • Äußere Hautentzündungen

Sie sehen, dass Leinsamen gerade bei der Therapie von Verdauungsbeschwerden eingesetzt wird. Jedoch ist es ratsam, den genauen Wirkmechanismus zu kennen, um bei Nebenwirkungen schnell und vor allem zielgerichtet handeln zu können.

Was wohl die Wenigsten wissen, ist die Tatsache, dass es sich bei Leinsamen um sogenannte Quellstoffdrogen handelt. Bei Kontakt mit Wasser oder jeder anderen hydrophilen Flüssigkeit – also auch bei Speichel und den Verdauungssäften des Magen-Darm-Traktes – quellen die Leinsamen auf ihr vierfaches Ursprungsvolumen auf. Zudem verändert sich ihre Oberfläche – das harte Körnchen transformiert sich zu einem weichen, glitschigen Ball.

Konkrete Wirkungsweise der Leinsamen

Nimmt der Patient nun einige Gramm der Flachssamen oral mit etwas Flüssigkeit ein, so gelangen die Körner durch die Schluckbewegung über die Speiseröhre in den Magen. Der Magen selbst ist ein Muskelschlauch, welcher sich beständig in rhythmischen Bewegungen kontrahiert um anschließend wieder für kurze Zeit zu erschlaffen. Dieses Bewegungsmuster wird von Medizinern als Peristaltik bezeichnet und ist dafür verantwortlich, dass der Nahrungsbrei (in unserem Fall die Leinsamen-Kerne) weiter in Richtung Dickdarm befördert werden.

Im Darmbereich angelangt, quellen die sogenannten Schleimzellen in den Leinsamen vollständig auf und erreichen ein Vielfaches ihrer ursprünglichen Größe. Das wiederum erzeugt einen  immensen Druck von innen auf die Darmschleimhaut und die dahinter liegende Muskulatur, sodass es zu unwillkürlichen, reflexartigen Bewegungen des Darmes kommt. Und genau diese Reaktion möchte man mit den Leinsamen provozieren. Denn diese wieder in Gang kommende Darmperistaltik sorgt dafür, dass sich Verstopfungen lösen können und weiter Richtung Rektum wandern. Somit sind Leinsamen hervorragende, natürliche Abführmittel und können bis zu einem gewissen Maße auch die chemischen Präparate in den Schatten stellen.

Die Kehrseite der Medaille

Liegt allerdings eine schwerwiegende Erkrankung im Mange-Darm-Trakt vor, so muss von einer Leinsamen-Therapie zwingend Abstand genommen werden. Insbesondere wenn ein Verdacht auf Darmverschluss vorliegt, können Leinsamen mehr Schaden anrichten als dass sie für Linderung sorgen.

Somit muss bei folgenden Symptomen auf die Einnahme von Leinsamen verzichtet werden:

  • Verengungen an der Speißeröhre
  • Schluckbeschwerden
  • Akute Darmentzündungen (wie durch Morbus Crohn iniziiert)
  • Entzündungen/ Ungeklärte Schmerzen im Magenbereich

Keine Wirkung ohne Nebenwirkung

Bei Personen ohne schwerwiegende Vorerkrankungen rufen Leinsamen in aller Regel keinerlei Nebenwirkungen hervor. In Kombination mit reichlich Wasser gilt die Einnahme der kleinen Körner als überaus harmlos und verträglich.

Nur in seltenen Fällen treten in den Minuten nach der Einnahme von Leinsamen leichte Blähungen oder Überempfindlichkeitsreaktionen sowie Probleme mit der Verdauung auf. Diese sollten aber bereits zwei Stunden später gänzlich abgeklungen sein.

Allgemein sollten Sie es vermeiden, in den Stunden vor- und nach der oralen Aufnahme der Leinsamenkörner pharmazeutische Produkte einzunehmen. Denn die Wirkstoffe der Leinsamen können den Übertritt der Arzneimittel in den Blutkreislauf hemmen, was insbesondere bei Diabetikern und den blutzuckersenkenden Medikamenten schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann.