Der Genuss von wilden Pilzen kann das Leben kosten

Der Genuss von wilden Pilzen kann das Leben kosten

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Der Genuss von wilden Pilzen kann das Leben kosten

Das Sammeln von wilden Pilzen wird immer beliebter. Nach einer Lebertransplantation bei einer Frau wurde nun eine Studie veröffentlicht, welche zeigt, dass der Genuss von wilden Pilzen lebensgefährlich werden kann.

Dr. Adina Weinerman vom Sunnybrook Health Sciences Centre in Toronto, Kanada, und ihre Kollegen erklären, wie der Konsum von falschen Pilzen zu Leberversagen und sogar zum Tod führen kann. Selbst für Pilz-Experten ist es schwer gute von schädlichen Pilzen zu unterscheiden.

Es gibt kein Gegenmittel gegen eine Pilzvergiftung. Die Studie empfiehlt, dass Patienten intensiv behandelt werden müssen und die Leber dabei genau beobachtet werden muss. Sollte jemand unsicher sein, ob ein Pilz schädlich gewesen ist, wird angeraten den Gift-Notruf anzurufen oder den Notärztlichen Dienst zu rufen oder aufzusuchen. Würde unmittelbar nach dem Genuss ein spezielles Präparat gegeben, so könnten die konsumierten Pilze Holzkohle aufnehmen. Leider sind die auftretenden Symptome sehr schleichend, sodass eine Pilzvergiftung oftmals nur sehr spät erkannt wird. Eine Behandlung in der Notaufnahme ist dann meist unwirksam. Die genaue Zahl der Todesfälle als Folge einer Pilzvergiftung ist nur schwer zu ermitteln, da es eine hohe Dunkelziffer gibt. Rund 6.000 Fälle von Pilzvergiftungen ohne Todesfolge, sind allein in den USA jährlich bekannt. Darunter zahlreiche mit schwachen Symptomen. In Westeuropa gibt es zwischen 50 und 100 Todesfälle jedes Jahr.

 

Die drei Phasen der Pilzvergiftung

Eine gesunde Frau hatte Pilze im Park geerntet und zubereitet. Sie war völlig gesund. Nach 12 Stunden kam sie mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und wässrigem Durchfall in die Notaufnahme, wo eine Lebertransplantation durchgeführt werden musste.

Es gibt über 600 Arten von Amanita Pilzen, welche die häufigste Ursache für Pilzvergiftungen mit Todesfolge darstellen.

Die erste Phase der Pilzvergiftung tritt 6 – 24 Stunden nach dem Genuss der PIlze auf. Dabei leiden die Betroffenen unter Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

In der zweiten Phase scheinen die Symptome zu verschwinden, und die Patienten fühlen sich besser. Hier wird besonders vor einer frühzeitigen Entlassung aus der Klinik gewarnt, da die dritte Phase kurz darauf folgt und tödlich enden kann.

Die letzte Phase der Pilzvergiftung tritt meist 48 Stunden nach dem Konsum der Pilze in Erscheinung. Dabei kommt es zu einem schnellen Leberversagen, gefolgt von multiplem Organversagen und dem Tod.

 

Giftige Pilze und Speisepilze können sich stark ähneln

Bereits 2013 warnten Experten vor dem Anstieg der Pilzsammler in den USA und davor, dass giftige Pilze oftmals schwer zu unterscheiden sind von Ungiftigen. Es kam damals zu einem rasanten Anstieg von Patienten, welche Aufgrund einer Pilzvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten.

Es besteht sowohl hier die Gefahr, dass Personen Pilze essen, welche sie gesammelt haben, aber nicht sicher sind, um welchen Pilz es sich handelt als auch eingewanderte Personen, welche Pilze sammeln, die ähnlich aussehen, wie die in ihrem Heimatland. Für alle, die gerne Pilze sammeln möchten, sollten mit einem erfahrenen Pilzsammler oder -Experten losziehen. Wer alleine Pilze sammelt, sollte diese anschließend einem Experten zeigen. Denn: Giftige Pilze können gut riechen und schmecken und dennoch ein tödliches Risiko in sich tragen.

Ein wichtiger Tipp zum Schluss: Wer sich nicht zu 100% sicher ist, ob es sich um einen essbaren Pilz handelt, sollte diesen auf keinen Fall verspeisen.

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