Körperfett sendet stressrelevante Signale ans Gehirn

Körperfett sendet stressrelevante Signale ans Gehirn

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Körperfett sendet stressrelevante Signale ans Gehirn

Dass das Gehirn Signale an den Körper sendet, ist gut dokumentiert. An der Universität von Florida haben Gesundheitsexperten kürzlich mehr über eine Zwei-Wege-Kommunikation herausgefunden: Körperfett-Zellen können ihrerseits darauf Einfluss nehmen, wie das Gehirn mit Stress umgeht und wie es den Stoffwechsel reguliert. Diese Entdeckungen sind neu und einzigartig – die Erkenntnisse über ein Verständigungs-Netzwerk zwischen Körperfett und Gehirn wurden erst im Juni dieses Jahres publiziert.

Noch ist die genaue Natur dieser Signale ein Rätsel für die Wissenschaftler und muss in einem nächsten Schritt entschlüsselt und analysiert werden. Wichtig ist die neue Erkenntnis, dass diese Signale existieren. Mehr über sie herauszufinden könnte künftig helfen, so manchen „Teufelskreis“ beispielsweise bei extrem fettleibigen oder essgestörten Menschen zu durchbrechen. Stress beispielsweise löst häufig den Drang aus, mehr zu essen – das wiederum kann schlichtweg dick machen. Zu viel Körperfett wiederum kann in der Folge den Körper daran hindern, die vom Gehirn gesendeten Stress-Reaktionen wieder auszuschalten, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

Das Forscherteam stellte fest, dass der Rezeptor für Glukokorticoide im Fettgewebe Einfluss nimmt auf die Gehirnareale, die für die Stress-Regulation, aber auch für die Steuerung des Stoffwechsels, also etwa Hungergefühle, zuständig ist. Solche Signale können durchaus auch lebensrettend sein – sie teilen dem Gehirn mit, wann es seinen Energiehaushalt regulieren, beispielsweise mehr Energie bereitstellen, und umgekehrt seine Stress-Reaktionen der jeweiligen Situation anpassen muss.

Die Stress-Reaktionen sind jeweils sehr flexibel. Dass das Körperfett praktisch zum Gehirn „spricht“, um Stress abzubauen, ist ein völlig neuer Ansatzpunkt.

Glukokorticoide, auch als Steroid-Hormone bekannt, aktivieren ihre Rezeptoren im Körperfettgewebe so, dass eine bestimmte Stoffwechsel-Reaktion auf Stresssituationen erfolgt. Im Tierversuch mit Mäusen konnte der Zusammenhang zwischen Energiehaushalt und Stressreaktion sehr genau verfolgt werden. Die Steroid-Hormone wirken auf den Hypothalamus, die Hirnanhangdrüse und die Adrenalin-Ausschüttung und damit auf das Zentralnervensystem.

Die Neuentdeckung ist ein erster Schritt auf dem Weg, die Zusammenhänge zwischen Stress, Fettleibigkeit und Stoffwechsel besser regulieren zu können. Als Nächstes muss entschlüsselt werden, welcher Art diese Signale sind und wie man sie gegebenenfalls beeinflussen kann.

 

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