Schütteltrauma – Risiko bei Babys mit neuem Tool erkennbar

Schütteltrauma – Risiko bei Babys mit neuem Tool erkennbar

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Schütteltrauma – Risiko bei Babys mit neuem Tool erkennbar

In einer neuen Studie, die im Magazin Pediatrics veröffentlicht wurde, sind Details zu einem Tool bekannt geworden mit denen das Risiko eines Schütteltraumas bei Babys erkannt werden kann. Der Test könnte Ärzte helfen Kinder zu identifizieren, die Gefahr laufen könnten einen Tod durch körperliche Misshandlung zu erleiden.

Studienleiterin Prof. Alison Kemp, von der School of Medicine an der Universität Cardiff in Großbritannien, und Kollegen berichten, dass der Test – genannt PredAHT – dazu beitragen könnte Schütteltrauma zu erkennen. Bei den Traumata handelt es sich um das missbräuchliche Kopftrauma (AHT) und dasa Baby-Syndrom ( SBS) – eine führende Ursache für Kindesmisshandlung Todesfälle in den USA.

AHT ist heftiges Schütteln eines Kindes von den Schultern, Armen oder Beinen, was zu schweren Kopfverletzungen. Das AHT ist ein heftiges Schütteln eines Kindes  von Schultern, Armen oder Beinen und dies führt zu schweren Kopfverletzungen.

Nach Angaben des CDC erleiden fast alle Babys schwerwiegende gesundheitliche Folgen dieser Art von Misshandlung, wie zum Beispiel Gehirnblutungen oder Augen-Blutungen. Eines von vier Babys welches heftig geschüttelt wurde stirbt daran.

Jedoch verweisen Prof.Kemp und Kollegen darauf, dass es unmöglich sei eine wahre Schätzung darüber abzugeben, wie viele Säuglinge von AHT betroffen sind. Denn viele Fälle werden von Ärzten während der Behandlung von Kopfverletzungen von Babys nicht erkannt.

Das Team hat nun ein Tool entwickelt mit dem Ärzte bestimmen können, ob ein Kind unter zwei Jahren mit Kopfverletzungen das Opfer von AHT sein könnte. Der PreAHT-Test besteht aus einer Checkliste von sechs klinischen Merkmalen, die AHT aufweisen und zwar Rippenbrüche, Frakturen langer Röhrenknochen, ausgesetzte Atmung, Krampfanfälle, Netzhautblutungen, Kopf- und Halsblutergüsse. Wenn drei oder mehr Merkmale zutreffen und nicht dem Zufall zugeordnet werden können, wird das Kind einem hohen AHT-Risiko eingestuft. Ein Ärzte-Team wird anschließend zusammen mit Kinderschutz-Profis die Beweise für AHT entweder bestätigen oder ablehnen.

Das Werkzeug hatten Prof. Kemp und ihr Team im Vorfeld mit 168 Kindern getestet, die zwei Jahre oder jünger waren und die in ein Krankenhaus mit Kopfverletzungen eingeliefert worden waren. Von den Kindern wurden 133 als AHT-Fälle bestätigt und 65 wurden nicht dem AHT zugeordnet. Die Leistung von PredAHT sei den Angaben der Ärzte zufolge hoch bezüglich der AHT-Erkennung. Die Sensitivität beliefe sich auf 72,3 Prozent und die Spezifität auf 85,7 Prozent. Auf der AUC-Skala erreichte das Tool eine Genauigkeit von 0,88 und liegt nur 0,12 unter 1 für perfekte Genauigkeit.

Basierend auf den Ergebnissen könnte den Forschern zufolge das Tool in Kombination mit allen anderen verfügbaren Informationen über Verletzungen des Kindes und seiner Familie zur Diagnose von AHT verwendet werden.

Eine genaue Erkennung von missbräuchlichen Kopfverletzungen sei Prof. Kemp nach sehr wichtig, damit das Team im Fall der Fälle eine angemessene Unterstützung erhält und das Kind vor weiteren Schäden geschützt wird. Das Vorhersage-Tool PredAHT kann Ärzte, Juristen, Fachleute des Kinderschutzes, Polizei und Sozialarbeiter bei der Erkennung von AHT unterstützen. Im Zuge der Validierung ihres Tools hoffen Prof. Kemp und ihre Kollegen, dass es irgendwann in der medizinischen Praxis eingesetzt wird. Ärzte könnten auf Basis der Erkenntnisse aus dem Werkzeug wichtige Entscheidungen zum Wohle eines Kindes treffen, welches das Opfer von AHT sein könnte und so zum Kinderschutz beitragen.

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