Wissenschaftler entdecken, wie Bienen ihre Nachkommen immunisieren

Wissenschaftler entdecken, wie Bienen ihre Nachkommen immunisieren

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Wissenschaftler entdecken, wie Bienen ihre Nachkommen immunisieren

Gegen bestimmte Krankheiten haben Bienen bereits im Larvenstadium eine natürliche Immunität entwickelt. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, wie Bienen ihren Nachwuchs immunisieren. In der Zeitschrift PLOS Pathogens berichtet das internationale Forscherteam, dass die Bienenkönigin mit ihren Eiern ein Blutprotein übergibt.

Das Protein mit der Bezeichnung Vitellogenin spielt eine kritische aber bisher unbekannte Rolle beim Schutz der Bienen gegen Krankheiten. Wie Prof. Gro Amdam, ein norwegischer Biologe und Life-Sciences-Professor an der Arizona State University als Co-Autor berichtet, dass der Prozess der Immunitätsgewinnung bei Bienen so einfach wie das Essen sei. In dem Forschungsbereich sind Prof. Amdam und ihre Kollegen von der Universität in Helsinki sowie der Universität von Jyväskylä seit über 10 Jahren tätig. Die Entdeckung der Forscher würde ihren Angaben zufolge Türen zu neuen Wegen eröffnen um Bienenvölker vor verheerenden Krankheitserregern zu schützen, wo gegen sie keine Immunität besitzen.

In einer Honigbienenkolonie stützt sich die Bienenkönigin auf Arbeitsbienen, weil sie nur selten ihr Nest verlässt. Die Arbeitsbienen sammeln Pollen und Nektar in der Umwelt, wo sie sich natürlich Krankheitserreger einfangen. Bei ihrer Ankunft im Nest füttern sie die Königin mit Gelee Royal und übertragen dabei einige Bakterien, die sie beim Sammeln miteingesammelt haben. Die Bakterien werden von der Königin zusammen mit anderen Zutaten verdaut und landen in ihrer Körperhöhle. Im Anschluss landen Teile der verdauten Bakterien in ihrem »fetten Körper« und ist das Gegenstück der menschlichen Leber. Im fetten Körper der Königin werden Bestandteile der Bakterien mit dem Blutprotein Vitellogenin vermischt und über ihr Blut zu den in der Entwicklung befindlichen Eiern transportiert. Die Larven, die dann aus den Eiern schlüpfen besitzen ein Immunsystem welches quasi gegen einige Krankheitserreger geimpft wurde.

Das natürliche Impfverfahren immunisiert die Bienen dem Team zufolge nur gegen ein paar aber nicht alle tödlichen Krankheitserreger. Wie das Forscherteam berichtet, könnte das erlangte Wissen dazu verwendet werden, um essbare Impfstoffe für Insekten zu entwickeln. Laut Dr. Dalial Freitak, einem Forscher an der Universität von Helsinki, würde man eine Möglichkeit patentieren um einen harmlosen Impfstoff mithilfe eines Cocktails in die Bienenstöcke zu führen. Die Bienen wären dann dazu in der Lage Krankheiten abzuwehren.

Eine dieser tödlichen Krankheiten sei den Forschern nach Faulbrut, welche sich schnell verbreitet und Honigbienenstöcke zerstört. Die Bakterien dieser Krankheit ernähren sich von den Larven und führt zu deren Tod. Für die Menschheit sind die Bienen wichtig, weil sie zusammen mit anderen Bestäubern sich mitverantwortlich für die Produktion von Früchten, Nüssen und Gemüse zeichnen und nach Schätzungen unterstützen Honigbienen den Anbau von 90 bis 130 Kulturen.

In den USA sank die Zahl der Bienenvölker in den letzten 60 Jahren von 6 auf 2,5 Millionen. Die so genannte Colony Collapse Disorder ist neben Krankheiten verantwortlich für den Verlust wichtiger Bestäuber. Zahlreiche Wissenschaftler glauben Pestizide, Krankheitserreger und Ernährungsprobleme würden dieses Problem verursachen. Die neuen Erkenntnisse könnten den Wissenschaftlern zufolge helfen die Colony Collapse Disorder zu bekämpfen.

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