Unglaublich: Ärzte sagen gegen krebskranke Patienten aus – zugunsten der Tabak-Industrie

Unglaublich: Ärzte sagen gegen krebskranke Patienten aus – zugunsten der Tabak-Industrie

240
TEILEN

Unglaublich: Ärzte sagen gegen krebskranke Patienten aus – zugunsten der Tabak-Industrie

Eine neue Studie fördert erschreckende Details zu Tage: Eine Gruppe von Ärzten hat offensichtlich vor Gericht zugunsten der Tabakindustrie ausgesagt – gegen krebskranke, todgeweihte Patienten. Dabei wurde wiederholt behauptet, dass deren Raucher-Gewohnheiten nichts zur Erkrankung beitrugen.

Als Auslöser für die Krebserkrankungen wurden Mundspülungen oder der Verzehr von gesalzenem Fisch angeführt, nicht aber der Tabakkonsum.

Die Stanford-Universität untersuchte den Fall: Eine Gruppe von sechs Gesundheitsexperten fungierte als Gutachter vor Gericht. Dabei führten sie eine Kombination von Umweltfaktoren als wahrscheinliche Auslöser von Krebs im Kopf- und Halsbereich an – schweren Nikotin-Konsum dagegen erachteten sie als zweitrangig an.

Dr. Robert Jackler, Autor und Leiter der Studie, berichtet, wie schockiert er über die Bereitwilligkeit dieser Mediziner war, die hier auf unwissenschaftliche Weise die Klagen todkranker Patienten abweisen halfen. Dr. Jackler ist Professor für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und –Chirurgie. Für seine Untersuchung analysierte er Fälle, in denen zwischen 2009 und 2014 Patienten die Tabakindustrie für entstandene Gesundheitsschäden verklagt hatten. Alle Patienten waren schwere Langzeit-Raucher mit Krebs im Mundbereich, im Kehlkopf und Speiseröhre.

In den jeweiligen Gerichtsverhandlungen wurde darüber debattiert, ob jeweils der Tabakkonsum der Kläger den Krebs ausgelöst hatte oder nicht. Dr. Jackler konsultierte Experten und holte Gutachten für jeden Fall ein, bevor er noch wissenschaftliche Literatur wälzte, um zu sehen, ob die jeweiligen Zeugenaussagen und Gutachten auch von Fakten untermauert waren.

Dabei kam er zu dem Schluss, dass für die Erstellung der Gutachten keine wissenschaftlichen Methoden eingesetzt worden waren.

Die Tabak-Konzerne R. J. Reynolds, Philipp Morris und Lorillard bezahlte den sechs als Gutachter zertifizierten Hals-Nasen-Ohrenspezialisten erkleckliche Summen, um in über 50 Fällen zu Gunsten der Tabakindustrie auszusagen.

Die Aussagen dieser Gutachter waren auch in unterschiedlichen Fällen inhaltlich erstaunlich ähnlich aufgebaut, Teil einer Strategie, die Rechtsprechung von Urteilen gegen das Rauchen abzubringen.

Eine ausführliche Liste von potentiellen Risikofaktoren wie Alkohol, Diesel-Abgasen, Maschinenöl, gesalzenem Fisch, dem Rückfluss von Magensäure, Mundspülungen und sogar dem Leben in der Großstadt wurde angeführt, um ein Urteil gegen das Rauchen als Krebsauslöser bei den Klägern zu erschüttern und zu verhindern.

Dr. Jackler betont, dass diese Taktik einen großen Makel aufweist: Millionen von Nichtrauchern sind regelmäßig den gleichen Umweltfaktoren ausgesetzt – und werden nicht krank.

Wäre die Umwelt Schuld an Krebs im Mund- und Halsbereich, wären auch Nichtraucher sehr viel häufiger von diesen Krebsarten betroffen.

Die Studie von Dr. Jackler legt nahe, dass die Tabak-Konzerne bereit sind, einiges für entsprechend gefärbte Urteile zu tun. Eine Ärztin gibt an, dass die Anwälte eines der Unternehmen ein vorgefertigtes Gutachten für sie erstellt hätten, das sie nur noch hätte unterschreiben müssen – andere, frei erstellte Gutachten wären dagegen rundweg abgelehnt worden.

Ein Gutachten im Sinne der Tabakkonzerne zu erstellen, ist eine lukrative Sache. Einer der Ärzte berichtete von allein 100.000 USD in einem einzigen Fall.

Der aktuelle Stand der Wissenschaft wiederum bestätigt: Rauchen ist in über 50% der betreffenden Krankheitsfälle – Mundhöhlen-, Speiseröhren- oder Kehlkopfkrebs – der Auslöser. Die Erkrankung auf andere äußere Einflüsse zu schieben ist einfach nicht plausibel.

Bereits 2012 waren mehrere der großen Tabakkonzerne per Gerichtsbeschluss dazu aufgefordert worden, die Konsumenten darüber aufzuklären, dass Rauchen die Gesundheit gefährdet und dass in Zigaretten Substanzen enthalten sind, die die Suchtgefahr steigern.

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT