Machen uns Kinder unglücklich?

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Machen uns Kinder unglücklich?

Ein Kind zu haben wird oft das glücklichste Zeit des Lebens gesehen. Nach neuesten Forschungsergebnissen sind viele Eltern nach der Geburt ihres ersten Kindes unglücklich.

Rachel Margolis, von der University of Western Ontario in Kanada  und Mikko Myrskylä, von dem Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Deutschland, haben die Ergebnisse ihrer Studie in der Zeitschrift Demography veröffentlicht. Der Zweck der Studie war ein besseres Verständnis darüber zu erfahren, warum einige Eltern kein Kind haben möchten.

Nach den aktuellen Daten des US Census Bureau stieg die Zahl der Ein-Kind-Familien in den USA in den letzten Jahren enorm an. Heute gibt es mehr als 15 Millionen amerikanische Familien die nur ein Kind haben.

Die Forscher stellten fest, dass eine Reihe wichtiger sozialer und demographischer Faktoren eine Rolle bei der Entscheidung der Eltern spielen, ob sie mehr als ein Kind haben wollen. Frühere Studien zeigten, dass Frauen verstärkt auf Karriere setzen statt eine Familie zu gründen.

Wie Margolis und Myrskylä berichten, sei die Erfahrung des Übergangs zur Elternschaft für die neuen Eltern relevant bezüglich der Entscheidung ob sie ein weiteres Kind haben möchten. Zur Untersuchung ihrer Theorie analysierte das Team die Daten aus dem Zeitraum 1984-2010 von 2301 deutschen Eltern, die Teil des sozio-ökonomischen Studien-Panels waren.

In jedem Jahr der Studie mussten Vater wie Mutter einen Fragebogen ausfüllen, in dem sie ihr Glück auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sollten, wobei 10 das höchste Wohlbefinden darstellte. Die Eltern wurden zusätzlich zu anderen Lebensfaktoren inklusive der Geburt, Beziehungen und Beschäftigung befragt.

Das Forscherteam verwendete die Informationen bezüglich des Glücks der Teilnehmer zwei Jahre vor der Geburt des ersten Kindes und das Glück beim Übergang zur Elternschaft bis zu ein Jahr nach der Geburt.

Den Übergang zur Elternschaft bewerteten Eltern auf der Glücklichkeits-Skala mit 1,4 Punkten im Vergleich zwei Jahre vor der Geburt ihres ersten Kindes. Insgesamt verzeichneten über 70 Prozent der Eltern einen Rückgang ihres Wohlbefindens nach der Geburt ihres ersten Kindes und mehr als zwei Drittel hatten mit 2 Punkten ein Minimal-Glück auf der Skala angegeben.

Laut den Forschern war der Wunsch von Eltern die ein Rückgang ihres Wohlbefindens nach der Geburt ihres ersten Kindes verzeichneten, mehr Kinder zu bekommen weniger wahrscheinlich. Ein weiteres Kind innerhalb der nächsten 10 Jahre zu bekommen, lag bei 58 Prozent der Eltern vor, die unglücklicher geworden waren. Im Vergleich zu 66 Prozent der Eltern, deren Glück nicht gesunken war.

Eltern im Alter von 30 Jahren und diejenigen, die in den letzten 12 Jahren in Ausbildung waren, verbuchten am ehesten eine Auswirkung auf ihr Glück, wenn es um die Entscheidung ging, ob sie mehr Kinder haben wollen bezogen auf die Ergebnisse des Forscherteams.

Wie Myrskylä berichtet, liege dies eventuell daran, dass ältere Eltern und solche mit besserer Bildung auf Basis ihrer bisherigen Erfahrungen besser eine Entscheidung über ein Kind treffen können. Es sei jedoch auch möglich, dass es schwieriger für diese Eltern sei Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.

Die Erkenntnisse der Forscher berücksichtigten auch potentielle Störfaktoren wie zum Beispiel das Einkommen der Eltern, Familienstand und der Ort der Geburt. Auf Grundlage ihrer Ergebnisse empfehlen sie politischen Entscheidungsträgern, die sich Sorgen über niedrige Geburtenraten machen, prüfen sollten wie sich das Wohlbefinden der erstmaligen Eltern sich auf die künftige Fruchtbarkeit auswirkt.

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