Aspirin kann Übergewichtigen helfen das Krebsrisiko zu minimieren

Aspirin kann Übergewichtigen helfen das Krebsrisiko zu minimieren

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Aspirin kann Übergewichtigen helfen das Krebsrisiko zu minimieren

Nach einer standardisierten Studie könnte das erhöhte Krebsrisiko bei übergewichtigen Menschen durch eine normale Dosis Aspirin reduziert werden. Im Rahmen der auf 10 Jahre angelegten Studie wurden die Auswirkungen des Medikaments auf 937 Menschen mit dem Lynch-Syndrom untersucht. Bei dem Syndrom handelt es sich um eine genetische Erkrankung welche das Krebsrisiko insbesondere an Darmkrebs und Gebärmutterkrebs erhöht. Die Forscher fanden heraus, dass Patienten mit Übergewicht ein doppelt so hohes Risiko haben an Darmkrebs zu erkranken. Jedoch sei dieser Effekt durch eine normale Dosis Aspirin umkehrbar. Die Studienergebnisse wurden im Journal of Clinical Oncology veröffentlicht. Finanziert wurde die Studie von UK Medical Research Council, Cancer Research UK, Bayer Pharma und der Europäischen Union.

 

Wie Studienautor Sir John Brand, Professor für klinische Genetik an der britischen Universität Newcastle berichtet., würden viele Menschen mit dem Gewicht kämpfen aber mit der Einnahme von Aspirin könnte das zusätzliche Krebsrisiko eingedämmt werden.

 

Für die Studie untersuchte ein internationales Forscherteam aus über 43 Zentren in 16 Ländern die Fortschritte der Teilnehmer mit Lynch-Syndrom. Die Teilnehmer erhielten täglich für zwei Jahre jeweils zwei Aspirin (600 mg) oder ein Placebo. Zehn Jahre später hatten 55 Teilnehmer Darmkrebs entwickelt. Bei den übergewichtigen Patienten stellten die Forscher ein 2,75 höheres Krebsrisiko fest als bei Normalgewichtigen. Es wurde festgestellt, dass das Risiko bei den Teilnehmern an Dickdarmkrebs zu erkranken gleich hoch war, wenn sie zwei Aspirin täglich einnahmen unabhängig davon ob bei Ihnen ein Normalgewicht oder Übergewicht bestand.

 

Jede Einheit die über den gesunden BMI-Index hinausgeht erhöht das Krebsrisiko um 7 Prozent, wie John Mathers, Professor für Humanernährung an der Universität Newcastle berichtete. Da die Vorteile von Aspirin vor den frühesten Stadien der Tumorentwicklung erkannt wurden, glaubten die Forscher dass das Medikament auch Zellen beeinflussen kann, die Krebs verursachen. Laut Prof. Brand wurde ein Mechanismus bei Menschen gefunden, wo Aspirin genetisch beschädigte Stammzellen den programmierten Zelltod herbeiführen kann und hätte Auswirkungen auf den Krebs.

 

Eine andere Möglichkeit sei, dass die Acetylsalicylsäure die Entzündungsreaktion unterdrückt, die durch Übergewicht erhöht wird. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass ein erhöhter Entzündungsprozess mit einem erhöhten Risiko von Krebs in Verbindung steht.

 

Nach Angaben der Wissenschaftler sei eine weitere Forschung erforderlich, um den durch Aspirin herbeigeführten Schutz gegenüber einem hohen BMI genauer bestimmen zu können. Professor Brand verweist jedoch darauf, einen Arzt vor der Einnahme von Aspirin zu konsultieren, weil das Medikament eine Reihe von Magenbeschwerden wie Geschwüre verursachen kann. Sollte jemand in seiner Familiengeschichte allerdings Krebs vorherrschen, so sei es denkbar die Kostenvorteile abzuwägen, besonders weil es überall erhältlich sei.

 

Das Forscherteam plant nun eine umfassende Studie mit 3000 Teilnehmern aus der ganzen Welt, um die Auswirkungen von Aspirin und seiner Schutzfunktion besser bewerten zu können. Getestet werden soll, ob auch niedrigere Dosen Aspirin die gleiche Schutzwirkung haben könnten.

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