Weltweite Kosten unsicherer Abtreibungen

Weltweite Kosten unsicherer Abtreibungen

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Weltweite Kosten unsicherer Abtreibungen

Über sieben Millionen von Frauen werden alljährlich in Schwellen- und Drittweltländern in Gesundheitseinrichtungen aufgrund der Folgen unsicherer, illegaler Abtreibungen zu behandeln. Das ergab eine aktuell veröffentlichte Studie, durchgeführt vom Guttmacher Institut, USA. Verwendet wurden dabei Daten offizieller Statistiken und Untersuchungen aus 26 verschiedenen Entwicklungsländern. Gezählt wurden dabei die Frauen, die wegen der Folgen einer unsicheren Abtreibung in ein Krankenhaus eingeliefert wurden. Ausgesondert wurden dabei Frauen, die nach einer Fehlgeburt medizinische Hilfe benötigten.

Täglich sterben weltweit etwa 800 Frauen aus vermeidbaren Gründen an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt. Unsichere Abtreibungen zeichnen für acht bis 15% aller Todesfälle verantwortlich und bleiben einer der häufigsten Gründe für Todesfälle bei werdenden Müttern weltweit. Nicht mit eingerechnet sind dabei all die Fälle, die solche Eingriffe überleben, aber dennoch medizinischer Versorgung bedürfen.

Die höchste Behandlungsrate von Frauen nach unsicheren Abtreibungen war in Pakistan zu verzeichnen – 14,6 von 1000 Frauen im Alter zwischen 15 und 44 Jahren waren betroffen. De niedrigste Notfall-Rate nach Abtreibungsversuchen fanden sich mit 2,4 auf 1000 Frauen in Brasilien.

Insgesamt führt Asien die Statistik an – Ostasien ausgeschlossen – mit 8,2 von 1000 Frauen und insgesamt 4,6 Millionen Frauen pro Jahr. Insbesondere im südlichen  Zentralasien ist die Situation erschreckend. An zweiter Stelle liegen afrikanische Länder – etwa 1,6 Millionen Frauen pro Jahr leiden an den Folgen unsicherer Abtreibungen. In Lateinamerika und der Karibik trifft es insgesamt 757.000 Frauen pro Jahr oder 5,3 von 1000.

Zusätzlich zum gesundheitlichen Risiko für die Frauen ist oft auch die Behandlung wegen Komplikationen nach einer unsicheren Abtreibung kostenintensiv für sie selbst, ihre Familien und das Gesundheitssystem. Geschätzte 232 Millionen US-Dollar wären jährlich in Entwicklungsländern für die Notfall-Versorgung nach missglückten Abtreibungen aufgewendet.

Dr. Susheela Sing vom Guttmacher Institut, führende Autorin der Studie, sagt dazu: Wir wissen bereits, dass etwa 22 Millionen unsicherer Abtreibungen pro Jahr weltweit stattfinden und mindestens 22.000 Frauen das Leben kosten. Unsere Studie zeigt weiterhin auf, wie viele Frauen gesundheitliche Schäden als Folge von Komplikationen nach solchen Eingriffen erleiden – häufig bleibt eine Behinderung. Die Statistik zeigt nur einen Teil des Problems, es gibt ja auch eine Dunkelziffer – Frauen, die bei Komplikationen keine medizinische Hilfe aufsuchen, obwohl dies notwendig wäre.

Besserer Zugang zu Gesundheits- und Sexualberatung, zu Familienplanung, Verhütungsmöglichkeiten und medizinisch sicheren Wegen eines Schwangerschaftsabbruchs, soweit das Gesetz dies zulässt, würden nicht nur den Gesundheitssystemen, auch den Frauen selbst und ihren Familien hohe finanzielle Belastungen ersparen.

Die Studie zeigt deutlich die Wichtigkeit einer angemessenen Notfallhilfe und Beratung für diese Frauen, aber auch für bessere Vorsorge im Bereich der reproduktiven Gesundheitsvorsorge, um medizinisch unsichere Schwangerschaftsabbrüche zu verhindern.

 

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