Verbindung zwischen Hirnverletzung und AHDS entdeckt

Verbindung zwischen Hirnverletzung und AHDS entdeckt

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Eine Studie hat eine Verbindung zwischen einer traumatischen Hirnverletzung und dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom AHDS festgestellt. Betroffene Erwachsene könnten dem Studienergebnis zufolge von einem verbesserten Screening für die Verhaltensstörung profitieren. Im Journal of Psychiatric Research wurde die Studie veröffentlicht, die Daten einer telefonischen Befragung kanadischer Erwachsener aus Ontario verwendeten. Wie Co-Principal Investigator Dr. Robert Mann berichtet, bestehe ein signifikanter Zusammenhang zwischen AHDS und TBI (traumatische Gehirnverletzung).

Die Zahl der Erwachsenen die AHDS haben sei mit TBI doppelt so hoch wie bei jenen die nicht an dem Syndrom leiden. Bei AHDS handelt es sich um eine chronische Erkrankung, die in Verhaltensproblemen wie impulsives Verhalten und Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit resultiert. Das Verhalten beginnt meist in der Kindheit und hält bis ins Erwachsenenalter an. Nach Angaben des Center for Disease Control and Prevention (CDC) seien im Jahr 2011 ca. 11 Prozent der Kinder im Alter von 4 bis 17 (6,4 Millionen) von AHDS betroffen und wurde jedes Jahr ansteigen. Die WHO erwartet, dass TBI bis zum Jahr 2020 die drittgrößte Ursache für Krankheit und Behinderung hinter Herzerkrankungen sowie Depression werden könnte. Nach früheren Untersuchungen besteht ein Zusammenhang von TBI und AHDS in der Kindheit.

Laut  Dr. . Gabriela Ilie vom St. Michaels Hospital (Toronto) seien die schwersten Folgen von TBI AHDS-ähnliche Symptome wie eine Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit und des Gedächtniss, Defizite in ausführenden Funktionen wie Planung und Organisation, der Verarbeitung von Konsonanten und Vokalen. Impulsives Verhalten komme hinzu.

Die Forscher untersuchten die Antworten von 3993 Erwachsenen im Alter von 18 Jahren und älter, die am  Centre for Addiction and Mental Health’s (CAMH) Monitor teilgenommen hatten. Einer laufenden Erhebung der Beurteilung der körperlichen Gesundheit, psychischen Gesundheit und Substanzkonsum von Erwachsenen in Ontario. Die Umfragen wurden mit Computer Assisted Telephone Interviewing (CATI) in den Jahren 2011 und 2012 durchgeführt. Für die Studie wurde TBI »als Trauma im Kopf, die zu einem Verlust des Bewusstseins für mindestens 5 Minuten führte oder zu einem Krankenhausaufenthalt über Nacht geführt hat«. Unter den Teilnehmern die in der Vergangenheit mit TBI gelitten haben, wurde bei 5,9 Prozent irgendwann im Verlauf ihres Lebens AHDS festgestellt. Bei weiteren 6,6 Prozent der Befragten wurde AHDS während des Telefon-Interviews diagnostiziert.

Nach Ansicht von Experten könnte TBI psychologische Veränderungen auslösen, die AHDS auslösen könnten. Andere Fachleute gehen davon aus, dass mit AHDS das individuelle Sturzrisiko oder einen Unfall zu erleiden erhöhen und ein TBI verursachen könnte. Den Studienautoren zufolge sei eine weitere Forschung erforderlich, um den Zusammenhang zwischen TBI und AHDS besser zu verstehen.

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