Kurzsichtigkeit bei Kindern mit einem spezifischen Gen entsteht durch viel lesen

Kurzsichtigkeit bei Kindern mit einem spezifischen Gen entsteht durch viel lesen

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Nach neuen Forschungen zufolge entwickeln Kinder mit einem bestimmten Gen eine Kurzsichtigkeit, wenn sie einen Großteil ihrer Aktivitäten mit Lesen verbringen. Eine Analyse der Daten von rund 14.000 Menschen stellte fest, dass alle die eine Variante eines Gens mit der Bezeichnung APLP2 in sich tragen als Kinder einer fünf mal höheren Wahrscheinlichkeit ausgesetzt seien eine Kurzsichtigkeit zu erleiden, wenn sie täglich eine Stunde oder mehr gelesen hätten. Bei Personen welche die gleiche Gen-Variante aufwiesen aber als Kinder nicht soviel Zeit mit dem Lesen verbrachten, bestand kein zusätzliches Risiko eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln.

Die Studie von Vision-Forschern des Columbia University Medical Center in New York wurde in der Fachzeitschrift PLOS Genetics veröffentlicht. Die Mystopie ist eine Augenerkrankung bei der Menschen nur scharfe Bilder sehen, wenn sie in der Nähe der Objekte sind. Sie sehen Objekte in der Ferne nur verschwommen. Nach Angaben der Forscher ist die Kurzsichtigkeit die weltweit am stärksten verbreitete Sehstörung und habe in manchen Regionen epidemische Dimensionen erreicht.

In den USA alleine stieg der Anteil von Myopie bezogen auf die Gesamtbevölkerung der Erwachsenen in den letzten 3 Jahren von 25 auf 44 Prozent. Der Anteil Kurzsichtiger beläuft sich in einigen Regionen Asiens sogar auf 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Die Myopie ist den Forschern zufolge ein wichtiger Risikofaktor für Augenerkrankungen wie Glaukom, Katarakt und Netzhautablösung. Das Risiko dieser Erkrankungen sei vergleichbar mit hohen Bluthochdruck für Schlaganfall und Herzinfarkt. Wie der Lead-Autor Dr. Andrei Tkatchenko, Assistant Professor für Augenheilkunde Wissenschaften, feststellt untermauern die Ergebnisse der Studie die bisherigen Vermutungen, dass eine Mischung aus Genen und Umweltfaktoren in Zusammenhang mit Arbeiten wie Lesen für Myopie verantwortlich ist. Eine erhöhte Produktion des APLP2 Proteins scheint ihren Vermutungen nach die Kurzsichtigkeit auszulösen.

Sie fanden bei Mäusen heraus, die kaum das genannte Gen in ihren Augen hatten, dass diese bei der Nachahmung von Lesen sich einer geringeren Wahrscheinlichkeit aussetzten eine Kurzsichtigkeit zu erleiden. Diese Erkenntnis gibt den Forschern die Möglichkeit eine Therapie zu entwickeln mit welcher Myopie verhindert werden könnte und zwar unabhängig davon welche APLP2-Variante jemand in sich trägt. Es sei jedoch noch ein langer Weg dahin das Gen in den Augen zu reduzieren aber eine solche Behandlung würde vor allem Kindern helfen, deren Augen noch nicht begonnen haben länglich arbeiten. Alle umweltbedingten Risikofaktoren seien bekannt, berichtet Dr. Tkatchenko und verweist darauf dass Lesedauer das Risiko erhöht und ein Aufenthalt im Freien zu einer Risikominimierung führt. Der kritische Zeitpunkt der Myopie-Entwicklung sei während der Grundschule und Mittelschule. Auf Grund dieser Erkenntnis sollten Kinder ihre Zeit mindestens zwei Stunden am Tag draußen verbringen.

 

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