Posttraumatisches Stress-Syndrom: Gen-gesteuert?

Posttraumatisches Stress-Syndrom: Gen-gesteuert?

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Ein Gen, das in früheren Untersuchungen erforscht wurde, scheint es zu ermöglichen, die Ausbildung eines verstärkten post-traumatischen Stress-Syndroms und seiner Symptome vorherzusagen. An das Gen scheint auch jeweils ein dünnerer Cortex in den Gehirnregionen geknüpft zu sein, wo starke Emotionen und der kontrollierte Umgang mit stressbelasteten Situationen geregelt werden. Die Studie ist offenbar die erste, die zeigt, dass die „Spindel“, eine Sektion des Kinetochoren Komplexes (SKA2), ein wichtiger Teil eines Gens, eine entscheidende Rolle bei der Entstehung eines Post-traumatischen Stresssyndroms spielen.

Das Posttraumatische Stress-Syndrom ist vor allem bei Kriegsveteranen weit verbreitet. Elf bis 20% der Veteranen, die etwa im Irak im Einsatz waren, litten darunter. Studien lassen vermuten, dass Traumata aus Kriegsgebieten, PTSS Symptome und andere, ähnliche mentale Gesundheitsprobleme vor allem ehemalige aktive Militärangehörige einem erhöhten Selbstmordrisiko aussetzen, verglichen mit der übrigen Bevölkerung.

Ein Wissenschaftlerteam fertigte Magnetfeldresonanz-Tomographien (MRTs) von den Gehirnen Betroffener an und entnahm etwa 200 Veteranen, die eben aus dem Irak und Afghanistan zurückgekehrt waren, Blutproben. Die Suche galt chemischen Veränderungen, etwa einer verstärkten Metyhlierung und einer damit verbundenen Veränderung des SK2-Gens, dazu die Dicke des Cortexes (ein Gradmesser für neuronale Gesundheit) und eine Erhebung psychischer Symptome, speziell posttraumatisches Stress-Syndrom und Depressionen.

Die Ergebnisse zeigten, das eine verstärkte Methylierung im SKA2-Gen stets mit einer verringerten Stärke des Cortex vor allem im präfrontalen Cortex in Verbindung steht – dieser wiederum entscheidet häufig über die Entstehung eines Posttraumatischen Stress-Syndroms und kann möglicherweise erklären, warum sich anhand dieses Gens mentale Gesundheitsprobleme vorhersagen lassen, wie Posttraumatisches Stress-Syndrom und Selbstmord“, erklärt Naomi Samimi Sadeh, Dozentin für Psychiatrie an der BUSM (Fakultät für Medizin an der Bostoner Universität) und Psychologin am Nationalen Zentrum für Posttraumatisches Stresssyndrom am US Department of Veteran Affairs, kurz VA genannt, ebenfalls in Boston.

In Zukunft wird es unter Umständen möglich sein, anhand eines genetischen Bluttests vorherzusagen, wer vom militärischen Personal später in Kriegsgebieten besonders stressanfällig sein könnte. Das könnte die Diagnosen wesentlich erleichtern.

 

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