Signatur für Schizophrenie in den Nervenzellen

Signatur für Schizophrenie in den Nervenzellen

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Auftreten und Symptome der Schizophrenie sollen stark von ethnischen Faktoren beeinflusst werden – Patienten asiatischer Abstammung etwa erleiden mehr visuelle Halluzinationen, Patienten aus dem westlichen Kulturpreis mehr unter auditiven Wahnvorstellungen.

Bislang war jedoch unklar, ob Gehirnschädigungen ebenfalls an die ethnische Herkunft gekoppelt sind. Frühere Untersuchungen ließen vermuten, dass neuroanatomische Signaturen für Schizophrenie existieren. Eine Studie mit dem Titel „Eine neuroanatomische Signatur für Schizophrenie nach Ethnischen Gruppen“, ausgeführt von einem Forscherteam unter Leitung von Quiyong Gong und im August 2015 publiziert, liefert harte Fakten:

Die Größe und das Volumen der „Grauen Masse“, der Kortex oder des Gehirnoberflächengewebes im rechten vorderen Insellappen wurde bei vier ethnischen Gruppen untersucht: Weißen kaukasischer Herkunft, Menschen afrikanisch-karibischer Abstammung, Japanern und Chinesen. Bezüglich der Symptome, der antipsychotischen Medikation und der bildgebenden Diagnoseergebnisse wurden dabei keine Unterschiede gemacht, dafür aber eine entsprechend repräsentative Menge an Daten erfasst.

Bisherige Untersuchungen zeigten ein reduziertes Volumen im rechten vorderen Inselbereich – klar erkennbar bereits nach nur einer einzigen durchlebten Episode der Erkrankung. Die Autoren der Studie schließen daraus, dass diese Erscheinung nicht an die ethnische Herkunft gekoppelt ist, sondern grundsätzlich immer mit einem schizoiden Krankheitsschub einhergeht oder die Möglichkeit eines solchen anzeigt.

Die Arbeit liefert auch zusätzliche Nachweise darüber, dass anhand des Zustandes dieser Gehirnregion sich wichtige Details für die Diagnosen von Schizophrenie, bipolaren Störungen, Depressionen, Suchtverhalten, Angstzuständen und Zwangsneurosen ablesen lassen, ganz unabhängig von der ethnischen Abstammung der Patienten. 

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