Forschung führt zu Medikamenten, die sicherer sind: Drei Innovationen machen Hoffnung

Forschung führt zu Medikamenten, die sicherer sind: Drei Innovationen machen Hoffnung

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Aktuell riskiert einer von drei Patienten schwere Nebenwirkungen der Medikamente, die er einnimmt.

Diese Neben- und Wechselwirkungen können gefährlich für Patienten sein und eine Last für das Gesundheitswesen, für politische Entscheider und die Pharma-Industrie. Doch vielversprechende Durchbrüche bei der Neuentwicklung von Medikamenten und bei der Gesundheitsüberwachung können die Medikamenten-sicherheit in Zukunft verbessern.

Nebenwirkungen existieren, seit Menschen Medikamente einnehmen. Doch gegenwärtig sind stellen sie ein wachsendes Risiko und eine Last für die Gesundheitssysteme dar. Ein Grund ist, dass die Präparate als solche immer komplexer in ihrer Wirkung werden, ein anderer, dass eine alternde Gesellschaft auch mehr Medikamente einnimmt.

Schätzungsweise einer von sieben Patienten, die Medikamente einnehmen, geht das Risiko einer Nebenwirkung ein. Ein aktueller Report von der Britischen Pharmakologischen Gesellschaft richtete die Aufmerksamkeit auf viele Einweisungen ins Krankenhaus aufgrund von Nebenwirkungen, die dadurch erzeugten Mehrkosten im Gesundheitswesen belaufen sich auf hunderte Millionen Euro je Land und Jahr.

Nebenwirkungen von Medikamenten treten bei Patienten jeden Alters auf, obwohl die jüngsten und ältesten Kranken das größte Risiko eingehen. Sowohl in den Industrie- als auch in Entwicklungsländern existiert das Problem und sie beschränken sich auch nicht auf die Produkte der Pharmaindustrie, sondern können auch bei komplementären oder alternativen Therapien auftreten.

Wissenschaftler, die an der Entwicklung neuer Medikamente beteiligt sind, konzentrieren sich zunehmend und mit Erfolg auf die Identifikation möglicher Nebenwirkungen. Doch die gesamte Bandbreite aller möglichen, auch seltenen unerwünschten Reaktionen erfassen zu wollen, ist eine ehrgeizige Forderung. Mit eine Rolle spielen auch die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, die parallel eingenommen werden und die in jedem menschlichen Organismus unterschiedlich miteinander interagieren können.

Glücklicherweise existieren drei neue Wege in der Medikamentenentwicklung und bei der Gesundheitsüberwachung, mit denen Pharmakologen und Ärzte diesen Herausforderungen entgegentreten können:

  • Medizinische Datenbanken, die zunehmend genutzt werden, um Patientendaten zu speichern – eine wichtige Quelle für Wissenschaftler

  • Informatik: Statistik-Programme, die gesammelte Patientendaten mit anderen Quellen vergleichen und auswerten können, beispielsweise medizinische Studien und sogar Social Media wie etwa Gesundheitsforen mit individuellen Erfahrungsberichten, um Beobachtungen und Erfahrungen in Bezug auf Nebenwirkungen aufzuspüren

  • Personalisierte Medizin, für deren Entwicklung auch genetische Informationen herangezogen werden, um auf individuelle Gegebenheiten, familiäre Disposition oder ethnische Besonderheiten eingehen zu können.

Informatik und große administrative Datenbanken ermöglichen es somit, neue Muster bei der Entstehung von Nebenwirkungen aufzuspüren. Im Labor und in epidemologischen Studien kann überprüft werden, ob und wie sich Risiken ergeben.” erklärt Michael Rieder, Professor für klinische Pharmakologie an der Universität von West Ontario, Kanada, einer der Autoren des Studienberichts. „Diese Innovationen eröffnen ein großes Potential, um Nebenwirkungen zu identifizieren, zu behandeln und hoffentlich auch bald verhindern zu können.“

 

 

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