Kein Zusammenhang zwischen Epilepsie bei Kindern und späteren psychischen Erkrankungen

Kein Zusammenhang zwischen Epilepsie bei Kindern und späteren psychischen Erkrankungen

541
TEILEN

Jahrzehntelang studierten Experten die möglichen Zusammenhänge zwischen kindlicher Epilepsie und verschiedenen Verhaltensstörungen und psychischen Erkrankungen. Einige verfolgten die Hypothese, dass ein breites Spektrum von Funktionsstörungen im Gehirn mit der frühen Epilepsie in Korrelation gebracht werden könnte.

Eine neue Studie an jungen Erwachsenen förderte jedoch keine greifbare oder anhaltende Verbindung zwischen kindlicher Epilepsie und psychiatrischen Befunden oder Selbstmordtendenzen zu Tage. An der Studie beteiligt waren 257 junge Erwachsene mit kindlichen epileptischen Anfallsleiden. Man hatte ihren Lebenslauf nach dem Einsetzen der Epilepsie etwa 15 Jahre zuvor. Auch 134 Verwandte waren in die Beobachtung mit einbezogen worden.

“Nach unserem Wissen ist dies die erste Studie dieser Art über kindliche epileptische Anfallsleiden, bei der die Lebenszeit und die aktuellen psychiatrischen Befunde auch über die Kindheit hinaus untersucht und ermittelt wurden“, berichtet Dr. Anne Berg, leitende Autorin der vorliegenden Studie.

Untersucht hatte man neurotypische Epilepsie-Fälle – explizit keine Fälle, in denen etwa Gehirnverletzungen die Anfälle ausgelöst hatten. Zwei Kontrollgruppen waren mit einbezogen worden. Die Untersuchung wurde auf Basis von Diagnosen und Fragebögen durchgeführt. Dabei widmete man sich der Gesundheitsentwicklung über die 15 Beobachtungsjahre und die aktuelle Ermittlung mentaler Störungen.

Eine erhöhte Neigung zu Angstneurosen oder Selbstmordtendenzen bei der untersuchten Erwachsenengruppe mit kindlicher Epilepsie ließ sich in keinem Fall nachweisen.

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT