Kostengünstige Alternative zur gegenwärtig üblichen Behandlung von Staphylokokken-Infektionen des Blutes.

Kostengünstige Alternative zur gegenwärtig üblichen Behandlung von Staphylokokken-Infektionen des Blutes.

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Auf der 55. Interdisziplinären Konferenz Antimikrobieller Heilmittel und Chemotherapie (IAAC/ICC) in San Diego, Kalifornien, präsentierte man kürzlich folgende Ergebnisse:

Patienten, bei denen das auf Methicillin ansprechende Bakterium Staphylococcus aureus (MSSA) behandelt wurden, reagierten gleich gut auf Nafcillin und Cefazolin. Cefacolin verursachte weitaus weniger Nebenwirkungen.

Dieses Resultat, kombiniert mit der Kostenersparnis bei der Verwendung von Cefazolin, qualifiziert das Medikament als erste Wahl für die meisten Infektionen mit MSSA im Blut, berichtet Maggie Monogue, Beauftragte für Klinische Pharmazie am Hartford Zentralkrankenhaus für Infektionsforschung und Entwicklung.

Im Laborversuch reagierten schwere MSSA Infektionen, die sogar Herz oder Knochen beeinträchtigen können, auf die Behandlung mit Cefazolin schlechter, weil bestimmte Enzyme die Wirkung beeinträchtigen. Diese Enzyme verändern und zerstören die Struktur des Antibiotikums und machen das Medikament im Einsatz gegen MSSA-Infektionen unbrauchbar. Im Gegensatz zu vorangegangenen Untersuchungen beweist eine neue Studie nun, das Cefazolin mindestens ebenso wirkungsvoll wie andere Substanzen verwendet werden kann.

Im Rahmen dieser Studie wurden 142 Patienten mit MSSA Blutinfektionen untersucht. 71 Patienten erhielten jeweils Nafcillin und Cefazolin. Nafcillin schlug bei etwa 14%, also 10 der Patienten fehl, Cefazolin nur bei 8,7%, also sechs Patienten.

Monogue berichtet: “In beiden Gruppen war die bakterielle Belastung etwa gleich hoch. Das legt nahe, dass die dem Antibiotikum entgegenwirkenden Enzyme im klinischen Versuch keine so große Rolle spielen wie die Labortests erwarten ließen.“

Zusätzlich traten bei Nafcillin wesentlich mehr Nebenwirkungen auf – 19,7% im Vergleich zu 7% bei der Cefazolin-Gruppe. Dabei wurden überwiegend Nierenschädigungen beobachtet.

Die Resultate sind vor allem für das Gesundheitswesen bedeutsam: Nafcillin ist etwa zehnmal teurer als Cefazolin und treibt die Behandlungskosten bei Infektionen in die Höhe. Billigere Alternativen werden dringend gesucht. Da zudem Cefazolin von den Patienten besser vertragen wird und in geringerer Dosis wirkt, profitieren sowohl die Krankenhäuser als auch die Kranken von seiner bevorzugten Verwendung.

 

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