Steigende Kalziumzufuhr verbessert nicht die Knochengesundheit von Senioren

Steigende Kalziumzufuhr verbessert nicht die Knochengesundheit von Senioren

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Nach zwei neuen Studien führt eine Erhöhung der Kalziumzufuhr bei Senioren nicht zu einer Verbesserung der Knochendichte. Die Ergebnisse wurden im Magazin BJM veröffentlicht.

Rund 99 Prozent des körpereigenen Kalziums befinden sich in den Zähnen und Knochen des Menschen. Das Kalzium sorgt für eine Aufrechterhaltung ihrer Funktion. Die übrigen ein Prozent unterstützen die Muskelfunktion, Nerven-Kommunikation, Hormonsekretion und Blutfluss. In den USA beläuft sich die Empfehlung für Männer von 51 bis 70 Jahren auf rund 1000 Milligramm Kalzium pro Tag. Die tägliche Kalziummenge für Frauen des gleichen Alters sollte sich auf 1200 Milligramm belaufen. Bei Männern und Frauen, die älter als 71 Jahre sind, sollte täglich 1200 Milligramm Kalzium über die Nahrung eingenommen werden.

Die häufigsten Quellen für Kalzium sind Milchprodukte wie Käse, Milch, Quark und Joghurt. In Sardinen, Grünkohl und Brokkoli kommt das Mineral ebenfalls vor. Nach den Studienergebnissen liegt die durchschnittliche Kalziumzufuhr bei älteren Erwachsenen in den westlichen Ländern jedoch nur bei 700 bis 900 Milligramm pro Tag und damit unter dem empfohlenen Wert. Viele ältere Menschen folgen den Empfehlungen und nehmen Kalzium zu sich, um ihre Knochendichte zu erhöhen und das Risiko von Knochenbrüchen zu verringern. Jedoch konnten die beiden Studien eine Verbesserung der Knochendichte nicht feststellen.

Die Forscher haben bei Männern und Frauen herausgefunden, welche die Kalziumzufuhr entweder mittels Diät oder durch Nahrungsergänzung erhöhten, deren Knochenmineraldichte um 2,1 Prozent höher ausfiel aber sich nicht spürbar auf die Bruchgefahr eines Knochens auswirkte. Die aktuellen Empfehlungen bezüglich einer zunehmenden Kalziumaufnahme für ältere Erwachsene findet Prof. Karl Michaelsson, von der Abteilung für Chirurgische Wissenschaften an der Universität Uppsala (Schweden), auf Grund mangelnder Beweise rätselhaft.

Begleitend zu den beiden Studie verfasste er einen Leitartike und verweist darauf, dass, wenn ältere Erwachsene den aktuellen Leitlinien zur Kalziumaufnahme folgen, würden sie sich einem höheren Risiko von Nebenwirkungen wie Verstopfung, kardiovaskuläre Ereignisse, Nierensteine oder Gastritis aussetzen. Die Empfehlungen sollten nach Einschätzung von Prof. Michaelsson überdacht werden, weil die gefundenen Beweise gegen die »Massenmedikation« älterer Menschen mit Kalzium spricht.

 

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