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Ein Drittel der Kinder mit AHDS-Diagnose jünger als 6 Jahre alt

In den USA wurden im Rahmen eines Berichts die diagnostischen Erfahrungen von Kindern mit AHDS untersucht. Das Ergebnis zeigte, dass bei einem Drittel der Kinder die Bedingung für diese Erkrankung festgestellt wurde, die jünger als 6 Jahre alt sind.

Das AHDS-Syndrom ist in den USA mit rund 6,4 Millionen Kindern weit verbreitet und zwar sind 11 Prozent der schulpflichtigen Kinder davon betroffen. In den Jahren 2003 bis 2004 und 2011 bis 2012 klettert diese Zahl um jeweils 42 Prozent. Der Bericht des CDC verwendete Daten des Jahres 2014 aus der Nationalen Umfrage zur Diagnose und Behandlung von AHDS und des Tourette-Syndroms. Im Rahmen der Erhebung wurden die Eltern der Kinder befragt, bei denen zuvor AHDS oder das Tourette-Syndrom festgestellt wurde. Die Eltern mussten verschiedene Fragen zur Diagnose ihres Kindes beantworten und die erste Frage betraf das Verhalten ihres Nachwuchses.

Die Forscher fanden heraus, dass die ersten Betroffenen mit dem Verhalten eines Kindes meist ein Familienmitglied war, auch wenn die Besorgnis zum ersten Mal von einem Erwachsenen in der Schule oder Kindertagesstätte für rund ein Drittel der Kinder zum Ausdruck gebracht wurde.

In fast allen Fällen wurde das Verhalten des Kindes von einem Gesundheitsanbieter mit den Eltern diskutiert. Ein Erwachsener außerhalb der Familie spielte mit bei 81,9 Prozent der festgestellten Diagnose eine Rolle. Rund die Hälfte der Diagnose wurden von Hausärzten vorgenommen aber auch Psychologen, Neurologen, Kinderärzte und Psychiater zählten dazu.

Es wurde festgestellt, dass bei einer AHDS-Diagnose durch einen Psychiater die Kinder jünger als 6 Jahre alt waren und bei einem Psychologen älter als 6 Jahre. Die Wissenschaftler verweisen darauf, dass es bislang nur wenige gültige Diagnose-Tools gibt um eine Diagnose bei Kindern von unter 6 Jahren zu unterstützen.

In der Mehrzahl der Fälle nutzen die Ärzte der Umfrage zufolge die Standard-Diagnoseverfahren. Für 9 von 10 Kinder mit AHDS wurden Rating-Skalen oder Checklisten verwendet, um den Zustand zu beurteilen. Die Wissenschaftler empfehlen eine Optimierung der Diagnose-Verfahren, um das AHDS-Syndrom noch besser und effizienter feststellen zu können.

 

Alkoholismus: Spezielles Gen im Gehirn dafür verantwortlich?

Alkoholkonsum verändert nach neuesten Forschungsergebnissen tatsächlich Struktur und Funktion bestimmter Neuronen in einer Region des Gehirns, dem dorsomedialen Striatum. Eine besondere “Population” von Neuronen im Gehirn entscheidet darüber, ob der erste Drink zu einem zweiten führt oder gar zu einer Alkoholabhängigkeit. Könnte hier der Schlüssel für eine Heilung von Alkoholabhängigkeit oder anderen Suchterkrankungen liegen?

Das dorsomediale Striatum ist eine Region im Gehirn, in dem zielgerichtetes Verhalten gesteuert wird. Alkohol ist in der Lage, hier zu dauerhaften Veränderungen in der neuronalen Zusammensetzung zu führen. Das Resultat der Studie:

Die genannten Veränderungen vollziehen sich ausschließlich in den Neuronen, die Belohnung und positive Verstärkungen bei Drogengebrauch steuern. Daraus lässt sich möglicherweise eine Behandlung gegen Alkoholismus ableiten: Könnte nämlich die Aktivität dieser Neuronen-Population blockiert werden, entfiele auch der Drang nach weiterem Alkoholkonsum.

In einem Tierversuch wurden zunächst die alkoholbedingten Veränderungen in den Mittleren Stacheligen Neuronen, dem im Striatus am meisten vertretenen Nervenzellen, beobachtet und dokumentiert.

Diese Neuronen können die Ausführung bestimmter Verhaltensweisen entweder erleichtern oder verhindern – jeweils abhängig von zwei Typen von Dopamin-Rezeptoren, mit D1 oder D2 bezeichnet.

D1-Neuronen öffnen bestimmte Wege im Gehirn, die D2-Neuronen verschließen sie.

Periodisches Trinken großer Mengen an Alkohol wirkt sich auf die D1-Neuronen aus, wie die Wissenschaftler herausfanden – sie werden in der Folge wesentlich aktiver und auch bei geringerem Anreiz wesentlich ansprechbarer. “Sind diese Neuronen erst einmal angeregt, wird ihr Besitzer immer noch mehr Alkohol trinken wollen, sein Drang danach wird größer”, erklärt Dr. Jun Wang, führender Autor der Studie und Dozent für Neurowissenschaften und Experimentelle Therapie.

Die Veränderungen bei der Aktivierung der D1-Neuronen könnten auch mit physischen Veränderungen auf subzellularer Ebene zusammenhängen. Bei Mäusen, die Alkohol verabreicht bekamen, waren diese Neuronen weiter verzweigt, die reifen, pilzartig geformten Stacheln waren sehr viel dichter als bei den Tieren aus der „abstinenten“ Kontrollgruppe.

Mäuse, die keinen Alkohol erhielten, verfügten über mehr “unreife” pilzförmige Stacheln in den D1-Neuronen im Gehirn.

Die ermittelten Daten legen nahe, dass starker und regelmäßiger Alkoholkonsum die Plastizität der auf Glutamat ansprechenden Synapsen in den D1-MSNs erhöhen, nicht aber bei den D2-MSNs im dorsomedialen Striatum. Diese erhöhte Formbarkeit hat Auswirkungen auf den Alkoholkonsum.

Die Hypothese wird weiter bestätigt. Werden Gegenspieler des D1-Dopamin-Rezeptors ins dorsomediale Striatum der alkohol-abhängigen Mäuse eingeführt, nehmen diese von sich aus weniger Alkohol auf. Die gleiche Prozedur mit D2-Dopaminrezeptoren blieb dagegen wirkungslos.

Der stark reduzierte Wunsch nach Alkohol in den Versuchstieren nach der Gabe eines Medikaments, das den D1-Rezeptor blockiert, war die vielleicht spannendste Entdeckung im gesamten Versuchsverlauf. Möglicherweise lässt sich daraus künftig eine Therapie gegen Suchtverhalten entwickeln. Dr. Wang fügt hinzu: “Mein Endziel ist es, zu verstehen, wie das drogenabhängige Gehirn arbeitet – ist das der Fall, werden wir das Verlangen nach einem weiteren Drink samt dem Teufelskreis des Alkoholismus durchbrechen können.”

 

Kinder weniger kontrollwütiger Eltern wachsen glücklicher auf

Nach einer neuen Studie resultieren Lebenszufriedenheit und Glück bei Kinder vor allem dann, wenn die Eltern keine zu starke Kontrolle ausüben. Die lebenslange Studie wurde vom University College of London (UCL) durchgeführt und die Ergebnisse im Journal of Positive Psychology veröffentlicht. Es wurde eine Reihe wichtiger Prädiktoren gefunden, die für das psychische Wohlbefinden im Erwachsenenalter verantwortlich sind auf Grundlage ihres Umfeldes in der Kindheit.

Die Forscher bewerteten 5.362 Briten im Alter von 13 bis 64 Jahren und bildeten daraus eine repräsentative Bevölkerungsbefragung, die Teil des Medical Research Council (MRC) National Survey of Health and Development (NSHD) war. Diese einzigartige nationale Umfrage beobachtete das Leben der Studienteilnehmer seit ihrer Geburt im Jahr 1946. Die aktive FollowUp-Studie zählte 2800 Teilnehmer, während die vollständigen Wohlbefinden-Daten für 3.699 Teilnehmer im Alter von 13 bis 15 Jahren gesammelt wurden. Bei der Studie kam ein Fragebogen mit 25 Punkten zum Einsatz mit dem drei unterschiedliche Konzepte der Pflege gemessen wurde.

Zur Beurteilung der elterlichen Bindung wurden die Studienteilnehmer gebeten, mit Aussagen wie »Sie gingen auf meine Probleme und Sorgen ein.« Sätze wie »versucht, alles unter Kontrolle zu bringen« wurden entwickelt, um psychologische Kontrolle zu beurteilen, während man mit Aussagen wie »Lassen Sie mich gehen, so oft ich wollte« die Verhaltenskontrolle gemessen wurde. Die Erwachsenen beendeten den Fragebogen indem sie nachträglich beschreiben sollten wie die Einstellungen und Verhaltensweisen ihrer Eltern, bevor sie selbst 16 Jahren waren.

Im Rahmen der Studie wurden Faktoren wie die Trennung der Eltern, die soziale Klasse der Eltern, die mütterliche psychologische Gesundheit und die Persönlichkeitsmerkmale der Teilnehmer berücksichtigt.

Ein deutlich geringeres seelisches Wohlbefinden stellten die Forscher bei Personen fest, deren Eltern in der Kindheit eine größere psychologische Kontrolle ausübten und wurde vor allem bei Altersgruppen von 60 bis 64 Jahren festgestellt. Dieser Effekt sei den Studienautoren so ausgeprägt und vergleichbar mit dem jüngsten Tod eines Verwandten oder engen Freundes. Wie Dr. Mai Stafford, die Leserin in Sozialepidemiologie der MRC-Einheit für die lebenslange Gesundheit & Ageing am UCL erklärte, hätten Menschen deren Eltern Wärme und Reaktionsfähigkeit zeigten, eine höher Lebenszufriedenheit und besseres seelisches Wohlbefinden im mittleren sowie späten Erwachsenenalter.

Als Beispiele für psychologische Kontrolle wurde die Begrenzung der Unabhängigkeit eines Kindes genannt, indem sein Verhalten reguliert wurde und ihm Entscheidungen abgenommen wurden. Das Kind konnte nicht seinen eigenen Weg gehen, verspürte einen Eingriff in die Privatsphäre und förderte die Abhängigkeit statt Unabhängigkeit. In anderen Studien wurde nachgewiesen, dass wenn ein Kind eine sichere emotionale Bindung zu seinen Eltern hatte es im Erwachsenenalter besser dazu in der Lage war Anlagen der Sicherheit zu bilden.

Laut Dr. Stafford geben Eltern eine stabile Basis um die Welt zu erkunden, während Wärme und Einfühlungsvermögen die soziale und emotionale Entwicklung fördert. Im Gegensatz dazu würde psychologische Kontrolle die Unabhängigkeit eines Kindes begrenzen und sei dadurch weniger in der Lage sein Verhalten anzupassen. Sie führt weiter aus, dass Maßnahmen zur Reduzierung des wirtschaftlichen Drucks auf Eltern, helfen könnte eine bessere Beziehung zu ihren Kindern zu erreichen. Die Förderung einer gesunden Work-Life-Balance sei wichtig, weil Eltern Zeit für die Pflege der Beziehung zu ihren Kindern benötigten.

 

Psychische Funktionsstörungen verantwortlich für viele Rückfälle bei Straftätern

In der bekannten medizinischen Fachzeitschrift The Lancet, in der Edition für Psychiatrie, wurde nun eine aktuelle Studie veröffentlicht. Darin wird dokumentiert, dass Straftäter, die an einer Reihe psychiatrischer Funktionsstörungen leiden, mit größerer Wahrscheinlichkeit nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis gewalttätig werden als psychisch gesunde Personen: Der Zusammenhang zwischen psychischen Erkrankungen und Rückfälligkeit bei Gewaltverbrechen ist offensichtlich.

Nach dem Inhalt des Berichts nehmen Gewaltverbrechen in vielen Ländern zu, während Rückfälle bei Straftätern, insbesondere in Ländern mit mittleren und hohen Einkommen, gleich hoch bleibt. Mehr als 33% der Ex-Gefängnisinsassen in den USA und Großbritannien wurden innerhalb von zwei Jahren nach ihrer Entlassung erneut verurteilt – mehr als 50% innerhalb von fünf Jahren. In den USA ergehen sogar etwa 70% aller Verurteilungen an rückfällig gewordene Straftäter.

Für die Studie verfolgte man knapp 48.000 Strafgefangene in Schweden, Männer und Frauen, die nach dem 1. Januar 2001 verurteilt und vor dem 31. Dezember 2009 wieder entlassen worden waren. Etwa 20% der rückfälligen Straftäter bei den Männern und 40% bei den Frauen litten unter psychischen Erkrankungen.

Die Studienergebnisse werden sich auf die Fürsorge und die Unterstützung von Gefängnisinsassen vor und nach deren Entlassung auswirken, sowohl bei der Rehabilitation als auch im Interesse der öffentlichen Sicherheit.

Psychiatrische Befunde, die gehäuft bei Straftätern auftreten, sind beispielsweise Schizophrenie, bipolare Störungen, ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom), eine Reihe von Persönlichkeitsstörungen und Drogenmissbrauch. Im Gegensatz zu früheren Studienergebnissen wurde Drogenmissbrauch hier nicht als Hauptursache für Gewaltverbrechen angeführt. Sieht man es im Kontext mit anderen Störungen, steigert es die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Gewaltverbrechens.

Überdies trat zu Tage: Je mehr Störungen ein Individuum betreffen, desto wahrscheinlicher seine Gewaltbereitschaft. Der Studie zu Folge liegen bei etwa 15% aller Straftäter in den USA schwere mentale Erkrankungen vor – damit befinden sich zehn Mal mehr geisteskranke Menschen in Gefängnissen als in psychiatrischen Einrichtungen.

Das Wissenschaftlerteam, das die Studie durchführte, bestand aus Experten aus Schweden und Großbritannien. Schwedische Zensusdaten und andere Statistiken dienten als Vergleichsquelle. In Schweden haben alle Einwohner eine persönliche Kennung – das gestattet Vergleiche zwischen unterschiedlichen Registrierungen, etwa der für Verbrechen und der für medizinische Behandlungen. So lassen sich bestimmte Lebenswege exakt verfolgen.

Von den in der Studie untersuchten straffällig gewordenen Personen litten etwa 42% der Männer und 60% der Frauen an einer Art psychischer Erkrankung, bevor sie aus dem Gefängnis entlassen wurden. 25% aller Männer und 11% aller Frauen wurden rückfällig und begingen innerhalb von durchschnittlich 3,2 Jahren nach ihrer Entlassung erneut eine gewalttätige kriminelle Handlung, völlig unabhängig von Familienstand, sozialer oder wirtschaftlicher Situation.

Unter den Strafvollzugsentlassenen wurden Männer mit einer diagnostizierten psychischen Erkrankung durchschnittlich 2,4 Monate eher wieder rückfällig als mental gesunde Personen, unter den Frauen verstrichen im Durchschnitt 4,8 Monate weniger bis zu einer erneuten Straftat.

Im Verhältnis litten mehr weibliche Gefängnisinsassen an mentalen Erkrankungen als Männer, dafür scheinen Frauen insgesamt weniger gewaltbereit zu sein als Männer.

Vor diesem Hintergrund plädiert Studienleiterin Seena Fazel, Professorin für Forensische Psychiatrie an der Universität Oxford, UK, für eine verbesserte Diagnose, Behandlung und Betreuung bei Strafgefangenen mit mentalen Störungen. Nach ihrer Entlassung sollten sie ebenfalls verstärkt überwacht werden, insbesondere da viele der mentalen Erkrankungen gut bekannt und in vielen Fällen auch gut behandelbar sind.

In einem Kommentar, der im Zusammenhang mit der Studie erstellt wurde, empfiehlt Professor Louis Appleby, Nationaler Direktor für Gesundheitswesen und Strafjustiz und Professor für Psychiatrie an der Universität Manchester, UK, auch gegen unzulängliche Wohn- und Lebensverhältnisse und Arbeitslosigkeit verstärkt vorzugehen.

Professor Appleby drückt auch seine Besorgnis darüber aus, dass die neuen Informationen Arbeit zunichtemachen, die bislang die Akzeptanz der Öffentlichkeit für mentale Erkrankungen verbessert und die Gefahr einer Stigmatisierung abgebaut hatte. Professor Appleby befürchtet, dass die aktuelle Studie Ängste vor und Diskriminierung von psychisch Kranken erneut verstärken könnte.

Weltweit befinden sich mehr als 10 Millionen Menschen in Gefängnissen. In vielen Ländern leiden Gefängnisse wie Gesundheitswesen unter finanziellen Engpässen. Die Kosten für eine besondere Unterstützung psychisch kranker Straftäter sind immens, könnten sich im Interesse der öffentlichen Sicherheit und der individuellen, nachhaltigen Rehabilitation von Straftätern auf lange Sicht sowohl in humanitärer als auch in finanzieller Hinsicht lohnen.

 

Studie stellt Verdoppelung der Brustamputation bei Männern wegen Brustkrebs fest

 

Einer Studie zufolge hat sich die Zahl der Brustamputationen bei Männern mit Brustkrebs in den Jahren 2004 bis 2011 verdoppelt. Die Studienergebnisse wurden im Magazin JAMA Surgery veröffentlicht.

Nach Angaben der American Cancer Society seien sich viele Menschen nicht bewusst, dass Männer Brustkrebs entwickeln können. In den USA beläuft sich der Anteil auf 1 Prozent aller Brustkrebsfälle. Der Brustkrebs ist einer Studie der American Society of Breast Surgeons aus dem Jahr 2012 nach bei Männern 100 mal seltener als bei Frauen und Männer würden diese Krebserkrankung weniger überleben. Bei Frauen mit invasivem Brustkrebs wurde eine Verzweifachung der Brustamputationen festgestellt. Von 2,2 Prozent im Jahr 1998 auf 11 Prozent im Jahr 2011.

In einer anderen Studie aus dem Mai 2014 stellten Forscher fest, dass eine Brustabnahme bei Frauen in den meisten Fällen unnötig sei, weil nicht ausreichend Hinweise für diese vermeintliche vorteilhafte Maßnahme existieren.

Die neueste Studie wurde von Dr. Ahmedin Jemal, Vizepräsident Überwachung und Versorgungsforschung an der American Cancer Society, gemeinsam mit Kollegen durchgeführt. Untersucht wurde ein invasiver Brustkrebs zu einem doppelten Anstieg der Brustamputationen bei Männern führt.

Das Team bewertete Daten aus dem nordamerikanischen Verband der Zentralkrebsregister (NAACCR). Sie identifizierten 6332 Männer, die für invasiven Brustkrebs in einer Brust zwischen 2004 und 2011 behandelt worden waren.

Die Ergebnisse der Analyse ergab, dass während dieser 7-Jahres-Zeitraum, die Rate der doppelte Brustamputation bei den Männern fast verdoppelt wurde, von 3 Prozent im Jahr 2004 auf 5,6 Prozent im Jahr 2011 und dies entspricht einem relativen Anstieg von 86,7 Prozent. Männer, die weiß waren oder eine private Krankenversicherung hatten, unterzogen sich eher der Prozedur und seien die gleichen Faktoren wie bei Frauen.

Gentests, eine Familiengeschichte von Brustkrebs, Magnetresonanztomographie (MRT) und Angst vor einem zweiten primären Brustkrebs wurden auch zu einer doppelten Brustamputation bei Frauen in Verbindung gebracht. Die Forscher verweisen jedoch darauf, dass keine Daten verfügbar sind mit denen feststellbar sei, ob diese Faktoren die Wahrscheinlichkeit einer Operation beeinflussen könnten.

Die Ergebnisse der Studie untermauern die Notwendigkeit einer besseren Kommunikation zwischen Ärzten und männlichen Patienten mit Brustkrebs, wenn über eine vorbeugende Operation entschieden werden soll.

 

Auf den Spuren der Ursache von Alzheimer

Ein intaktes Gedächtnis ist unabdingbar im Alltagsleben. Das wird umso klarer, wenn es nicht mehr funktioniert. Die Alzheimer Krankheit ist die meist verbreitete Ursache für altersbedingte Gedächtnisausfälle. Vermutlich aufgrund der steigenden Lebenserwartung ist die Erkrankung weltweit im Zunehmen begriffen. Unglücklicherweise existiert noch keine effektive Behandlung oder Heilung – auch verlangsamen lässt sich der Gedächtnisverlust bislang nicht. Zu verstehen, wie es zu dieser neurodegenerativen Störung kommt, ist daher der Schlüssel zur Entwicklung möglicher Therapien.

Seit einigen Jahren ist es der Wissenschaft bekannt, dass Gene nicht nur für bei der normalen Gedächtnisfunktion eine Rolle spielen, sondern auch bei der Entstehung von Alzheimer. Doch bislang war nicht klar, ob ganz spezifische Gene in beiden Prozessen eine Rolle spielen.

In der Psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Basel und der Fakultät für Psychologie der Universität Basel war man nun in der Lage, zu zeigen, dass die Gedächtnisfunktion (gesteuert im Hippocampus) abhängig von kalzium-regulierten Genen arbeitet. In einer groß angelegten Studie wurde demonstriert, dass eine spezifische Gruppe von Genen verschiedene Prozesse reguliert, die die wichtigsten Gehirnfunktionen steuern, aber auch zur Entstehung von Alzheimer beitragen. Studienautorin Dr. Angela Heck sammelte und analysierte dazu Daten von über 57.000 Testpersonen.

Kalzium ist entscheidend. Gene, die die Konzentration von Kalzium-Ionen in den Zellen steuern, sind die wichtigsten Elemente für viele physiologische Prozesse im Gehirn. Die Kalzium-Gene sind für die Gedächtnisfunktion von jüngeren und älteren Erwachsenen verantwortlich, ebenso wie für die Funktion des Hippocampus, einer Gehirnregion, die für ein intaktes Gedächtnis sorgt. Die Kalzium-Gene stehen auch in direktem Bezug zur Entstehung der Alzheimer-Krankheit.

 

Medikament macht im Tierversuch Alzheimer rückgängig

Möglicherweise kommt bald ein Medikament auf den Markt, dass in der Lage ist, Alzheimer zu heilen. Im Tierversuch ist es bereits gelungen, die Auswirkungen der Krankheit zu verhindern und bereits bestehende Gehirnschäden zu heilen. Die US-Behörde für Lebensmittel- und Medikamenten-Sicherheit (FDA) haben bislang fünf Präparate zur Behandlung von Alzheimer freigegeben.

Während diese jedoch lediglich die Symptome der Erkrankung eindämmen, war mittlerweile ein Forscherteam in der Lage, sie mit Hilfe einer Substanz namens IRL-1620 bei Ratten erfolgreich zu bekämpfen. IRL-1620 verbesserte dabei das Gedächtnis, wirkte oxidativem Stress entgegen und verbesserte bestimmte neurovaskuläre Entwicklungen bei Ratten, bei denen zuvor das typische eingeschränkte Lernverhalten und wachsender oxidativer Stress aufgetreten waren.

Studienautorin Seema Briyal, Dozentin an der Midwestern Universität in Downers Grove, Illinois, berichtet: “Wir nutzen einen neuen Weg, um die Endothelin B-Rezeptoren durch die intravenöse Gabe von IRL 1620 zu stimulieren. Damit ließen sich die Gehirnschäden durch Alzheimer verhindern und reparieren.“ Die Rezeptoren von Endothelin B, kurz ETB genannt, wurden erst kürzlich als bedeutsam für die Gehirnentwicklung identifiziert. Stimuliert man diese Rezeptoren, ist das Nervensystem geschützt. Alzheimer ist die häufigste Form fortschreitender Demenz mit einer Gruppe von Symptomen, die die Gehirnfunktion einschränken.

 

Um die Studie durchzuführen, injizierte das Team an Alzheimer erkrankten Ratten IRL-1620, ein Präparat, das dafür bekannt ist, sich an die ETB-Rezeptoren zu binden. Im Anschluss beobachtete man die Auswirkungen auf das Langzeitgedächtnis, auf den Oxidativen Stress und die Wirkung bestimmter Proteine im Gehirn.

Der Gedächtnisverlust bei den Ratten reduzierte sich prompt um bis zu 60%, der oxidative Stress um bis zu 50%.

Ein weiterer Nebeneffekt war die Verbesserung bestimmter Regenerationsprozesse im bereits geschädigten Gehirn – mehr neue Blutgefäße und neuronale Zellen bildeten sich aus, so fügt Briyal hinzu. Offenbar startet IRL-1620 mehrere Reparaturvorgänge.

Dies ist die erste Studie, bei der demonstriert wurde, dass IRL-1620 die neurologischen Schäden von Alzheimer im Tierversuch rückgängig machen kann. Nur die Zeit wird zeige, ob diese Resultate sich auf Menschen mit dieser chronischen fortschreitenden Erkrankung übertragen lassen.

 

Kurzsichtigkeit bei Kindern mit einem spezifischen Gen entsteht durch viel lesen

Nach neuen Forschungen zufolge entwickeln Kinder mit einem bestimmten Gen eine Kurzsichtigkeit, wenn sie einen Großteil ihrer Aktivitäten mit Lesen verbringen. Eine Analyse der Daten von rund 14.000 Menschen stellte fest, dass alle die eine Variante eines Gens mit der Bezeichnung APLP2 in sich tragen als Kinder einer fünf mal höheren Wahrscheinlichkeit ausgesetzt seien eine Kurzsichtigkeit zu erleiden, wenn sie täglich eine Stunde oder mehr gelesen hätten. Bei Personen welche die gleiche Gen-Variante aufwiesen aber als Kinder nicht soviel Zeit mit dem Lesen verbrachten, bestand kein zusätzliches Risiko eine Kurzsichtigkeit zu entwickeln.

Die Studie von Vision-Forschern des Columbia University Medical Center in New York wurde in der Fachzeitschrift PLOS Genetics veröffentlicht. Die Mystopie ist eine Augenerkrankung bei der Menschen nur scharfe Bilder sehen, wenn sie in der Nähe der Objekte sind. Sie sehen Objekte in der Ferne nur verschwommen. Nach Angaben der Forscher ist die Kurzsichtigkeit die weltweit am stärksten verbreitete Sehstörung und habe in manchen Regionen epidemische Dimensionen erreicht.

In den USA alleine stieg der Anteil von Myopie bezogen auf die Gesamtbevölkerung der Erwachsenen in den letzten 3 Jahren von 25 auf 44 Prozent. Der Anteil Kurzsichtiger beläuft sich in einigen Regionen Asiens sogar auf 80 Prozent der erwachsenen Bevölkerung.

Die Myopie ist den Forschern zufolge ein wichtiger Risikofaktor für Augenerkrankungen wie Glaukom, Katarakt und Netzhautablösung. Das Risiko dieser Erkrankungen sei vergleichbar mit hohen Bluthochdruck für Schlaganfall und Herzinfarkt. Wie der Lead-Autor Dr. Andrei Tkatchenko, Assistant Professor für Augenheilkunde Wissenschaften, feststellt untermauern die Ergebnisse der Studie die bisherigen Vermutungen, dass eine Mischung aus Genen und Umweltfaktoren in Zusammenhang mit Arbeiten wie Lesen für Myopie verantwortlich ist. Eine erhöhte Produktion des APLP2 Proteins scheint ihren Vermutungen nach die Kurzsichtigkeit auszulösen.

Sie fanden bei Mäusen heraus, die kaum das genannte Gen in ihren Augen hatten, dass diese bei der Nachahmung von Lesen sich einer geringeren Wahrscheinlichkeit aussetzten eine Kurzsichtigkeit zu erleiden. Diese Erkenntnis gibt den Forschern die Möglichkeit eine Therapie zu entwickeln mit welcher Myopie verhindert werden könnte und zwar unabhängig davon welche APLP2-Variante jemand in sich trägt. Es sei jedoch noch ein langer Weg dahin das Gen in den Augen zu reduzieren aber eine solche Behandlung würde vor allem Kindern helfen, deren Augen noch nicht begonnen haben länglich arbeiten. Alle umweltbedingten Risikofaktoren seien bekannt, berichtet Dr. Tkatchenko und verweist darauf dass Lesedauer das Risiko erhöht und ein Aufenthalt im Freien zu einer Risikominimierung führt. Der kritische Zeitpunkt der Myopie-Entwicklung sei während der Grundschule und Mittelschule. Auf Grund dieser Erkenntnis sollten Kinder ihre Zeit mindestens zwei Stunden am Tag draußen verbringen.

 

Heutige Senioren schlauer aber im schlechteren Gesundheitszustand

Einer Studie zufolge sind heutige Senioren klüger als Menschen ihres Alters in der Vergangenheit. Die Forscher vermuten mit Hochschulkursen und Nutzung von Technologie zwei Gründe, die für diese Entwicklung verantwortlich sind. Auf der anderen Seite befinden sich die Senioren unserer Zeit in einem schlechteren Gesundheitszustand.

Die Ergebnisse stammen aus zwei Studien. Die erste Studie erfasste die körperliche Fitness, kognitive Funktion und geistige Gesundheit von über 50-jährigen in Deutschland. In der zweiten Studie wurde die kognitive Funktion von Menschen im Alter von mehr als 50 Jahren in Deutschland und Großbritannien gemessen. Beide Studien wurden veröffentlicht, während die eine im Magazin PLOS One erschien, wurde die andere in der Zeitschrift Intelligence.

Im Rahmen der erste Studie wurden die Daten von Männer und Frauen aus repräsentativen Studien der Jahre 2006 und 2012 analysiert. Die Befragten waren 50 bis 90 Jahre alt und lebten in Deutschland. Die Daten sind Ergebnisse von Tests der kognitiven Verarbeitungsgeschwindigkeit, die körperliche Fitness und geistige Gesundheit.

Die Ergebnisse zeigen eine bessere Performance bei kognitiven Tests bei Männer und Frauen aller Altersgruppen von 50 bis 90 Jahren im Jahr 2012 als 2006. Bei der geistigen Gesundheit und körperlichen Fähigkeit wurde jedoch ein Rückgang verzeichnet, was vor allem bei Männern im Alter von 50 bis 64 Jahren mit niedrigen Bildungsniveau festgestellt wurde. Durchschnittlich waren die Ergebnisse von Menschen ab 50 Jahren besser und entsprachen den Noten von Personen die 4 bis 8 Jahre jünger sind, die im Jahr 2006 getestet worden waren.

Die zweite Studie stellte eine vergleichbare Verbesserung der kognitiven Funktion bei älteren Menschen in England fest. Die Verwendung von Handys und PCs wurde hier auch befragt.

Nach Angaben von Nadia Steiber, IIASA-Forscher und Assistant Professor in der Abteilung für Wirtschaftssoziologie an der Universität Wien, welche die erste Studie verfasste, sollen veränderte Lebensgewohnheiten für die unterschiedlichen Ergebnisse verantwortlich sein. Das Leben sei durch die Nutzung von Kommunikations- und Informationstechnologie, auch durch ältere Menschen kognitiver anspruchsvoller geworden. Die Menschen würden in intellektuell anspruchsvolleren Jobs arbeiten. Eine sinkende körperliche Aktivität und ein Anstieg der Fettleibigkeit seien auf der anderen Seite festgestellt worden.

Beide Studien bestätigen offenbar den so genannten Flynn-Effekt, weil die Testergebnisse auf einen steigenden IQ von Generation zu Generation hindeuten. Der Einsatz moderner Technologie wie zum Beispiel Computer und Handys könnte in der ersten Dekade der 2000er-Jahre einen Beitrag zum Flynn-Effekt geleistet haben. Die Erkenntnisse beziehen sich auf Deutschland und England aber vergleichbare Ergebnisse werden in künftigen Studien für andere Länder erwartet. Die Forschung ist Teil des Re-Aging Project (Neubewertung Altern aus einer Population Perspektive), die durch den Europäischen Forschungsrat finanziert wird.

 

Was wissen wir wirklich über Biologische Waffen und ihren Einsatz?

Nur wenige umfassende Studien wurden bislang über die biologische Kriegsführung verfasst. Viele Ereignisse, über die berichtet wurde, sind so nie geschehen – und nur wenige Details existieren über die biologischen Waffen, die tatsächlich im Einsatz waren.

Ein Überblick über die Literatur über die tatsächlichen und die mutmaßlichen Ereignisse bezüglich der biologischen Kriegsführung ergab, dass Häufigkeit illegitimer biologischer Kampfstoffe weitaus größer ist als allgemein angenommen. Zum Glück waren die Auswirkungen jedoch relativ begrenzt.

Dieses Thema behandelt ein aktueller Artikel, der in einem Journal namens Gesundheits-Sicherheit, “Health Security”, publiziert wurde und noch bis zum 01. Oktober 2015 kostenlos auf der Webseite von Health Security abrufbar sein wird. Der Artikel trägt den Titel “Die Geschichte der Anwendung biologischer Waffen” (“The History of Biological Weapons Use) und beschäftigt sich mit bekannten und nicht bekannten Tatsachen. Der Autor W. Seth Carus, Dozent an der National Defense University in Fort McNair, Washington, DC, liefert einen historischen Überblick über die Entwicklung biologischer Waffen und deren mutmaßlichen oder tatsächlichen Einsatz.

Inhaltlich reicht der Bereicht von den allerfrühesten primitiven Ansätzen bis hin zum gezielten Einsatz von Krankheitserregern, über die Fortschritte in Wissenschaft und Technologie und über Details aus den großen kriegerischen Auseinandersetzungen in der Geschichte. Dr. Carus versuchte dabei gezielt, die größten Lücken im allgemeinen Wissensstand zu schließen und befasst sich eingehend mit den Konsequenzen aus falschen Annahmen über die Nutzung biologischer Waffen.

In Fachkreisen ist man von der Wichtigkeit dieser Untersuchung zum Thema überzeugt. Will man dem Einsatz biologischer Waffen künftig Einhalt gebieten oder zumindest Grenzen setzen, ist es wichtig, auch deren Rolle in der Vergangenheit richtig einzuschätzen. Der Artikel liefert dazu einen umfassenden Fundus an Fakten. Dr. Carus hebt hervor, wie wenig über die Materie bislang bekannt ist und „verordnet“ einen schrittweisen Plan, nach dem die wichtigsten Fragen in absehbarer Zeit beantwortet werden sollten.

Internationale Kontrolle auf dem Gebiet der biologischen und bio-chemischen Waffen lässt sich nur auf der Grundlage exakten Detailwissens und einer richtigen Einschätzung von kurz- und langfristigen Folgen ausüben.