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Cybermobbing unter Kids

Cybermobbing unter Kids

In einer namhaften Zeitschrift für Pädiatrie wurden die Ergebnisse einer aktuellen Analyse der Universität von Alberta, Kanada, zum Thema Cybermobbing publiziert. Dafür zog man die Daten von 36 überwiegend in den USA durchgeführten Studien heran, in denen die Folgen des Cybermobbings auf Kinder und Jugendliche in den Social Media untersucht wurden. Die betroffenen Heranwachsenden waren zwischen 12 und 18 Jahre alt.

Das Ergebnis ist erschreckend: Etwa 23% aller Kinder und Jugendlichen waren bereits einmal das Opfer von Cybermobbing, von Schikanen über Social Media ausgesetzt. Der Bericht weist auch auf den engen Zusammenhang zwischen Mobbing im Netz und Depressionen oder anderen psychischen Störungen hin. 

 

Neue Dimension für Schikanen

Schikanen in der Schule und die daraus folgenden schweren Belastungen für die Opfer sind ein bekanntes Problem. Über die Social Media im Internet kommt eine völlig neue Dimension hinzu: Angriffe gegen unliebsame Mitschüler etwa können anonym und kaum kontrollierbar ausgeführt und per Verbreitung im Netz sogar öffentlich gemacht werden. 

Über 50% aller Jugendlichen bewegen sich heute ganz selbstverständlich täglich oft über Stunden im Netz und in den genannten Social Media, überwiegend in Facebook.

Heranwachsende reagieren sehr stark auf Gruppendruck, verfügen zugleich aber noch nicht über ausreichende Erfahrung und Fähigkeiten zur Abgrenzung und zur Selbstkontrolle. Daher sind die Folgen heftiger Cyber-Angriffe oftmals nicht abzusehen. Spott, Beleidigungen, Anschuldigungen, Drohungen, sowie die unbegrenzte Verbreitung höchst privater Details gehören zum Instrumentarium des Cybermobbings. Die „Angreifer“ sind schwer zu fassen und kaum zu bremsen, die Verletzungen, die sie zufügen, gehen tief.

Noch existieren nicht viele Untersuchungen zum Thema, doch einige Studien befassen sich bereits mit den Folgen dieser Verhaltensweisen: Depressionen, niedrige Selbsteinschätzung, Suchtverhalten und sogar Selbstverletzungen oder Suizidgedanken können auf diesem Wege ausgelöst werden.

 

Überwiegend Mädchen betroffen

Die Verfasser der Studie fanden heraus, dass überwiegend Mädchen von den Internet-Mobbingaktionen betroffen sind. Freundschafts- und Liebesangelegenheiten waren in den meisten Fällen die „Aufhänger“ oder Auslöser für die Attacken.

Die Verbreitung von Tratsch, Gerüchten und verfänglichen Fotos sowie Beschimpfungen gehören zum Waffenarsenal der Cybermobber. Die Angegriffenen versuchen dem zunächst mit Nichtbeachtung zu begegnen, indem sie beispielsweise die Angreifer „blockieren“, ihnen also keinen Zugriff mehr auf ihr Profil und ihren Freundeskreis gestatten. Letztlich, so glaubten die Opfer, könnten sie sich jedoch nicht effektiv wehren und fühlen sich ausgeliefert – eine bittere, oft folgenreiche Erfahrung.

Trotz aller Vorzüge: Die Cyber-Welt birgt massive Gefahren für Jugendliche. Nicht nur die Opfer des Mobbings, auch die Aggressoren müssen mit Folgen für ihre mentale Gesundheit rechnen.

Noch ist nicht ganz klar, ob direkte Zusammenhänge zwischen Mobbing-Aktionen und Angststörungen bei den Opfern bestehen. Eindeutig aber ist Cybermobbing eine häufige Ursache für schwere jugendliche Depressionen.

Anhand der Studienergebnisse lassen sich nicht nur die Ursachen für solche Interaktionen aufdecken, sondern auch Präventionswege und Strategien dagegen entwickeln, um Schaden zu vermeiden.

Aids-freie Generation in 15 Jahren in Aussicht

Aids-freie Generation in 15 Jahren in Aussicht

Die Welt hat sich auf die Reduzierung und Vernichtung der Aids-Epidemie konzentriert, so Generalsekretär Ban Kimoon, Generalsekretär der Vereinigten Nationen.

Das Joint United Nation gegen HIV/AIDS (UNAIDS) Programm hat nun die Ergebnisse freigegeben und rechnet damit, dass Aids 2013 ausgerottet sein könnte.

Ban appeliert an alle Menschen weltweit, sich an der „Ausrottung“ von Aids zu beteiligen.

Seit 2000 werden immer neue Statistiken erhoben, um zu kontrollieren, wie sich Aids verbreitet hat und entwickelt. Dabei wurde festgestellt, dass sich die Zahlen der Neuerkrankungen in den letzten 15 Jahren rückläufig zeigen.

Nun wurden zwei Ziele, zur Bekämfpung der Krankheit festgelegt:

  • Weltweit sollen alle Menschen Zugang zu Behandlungen bekommen
  • 2015 zeigt sich ein Rückgang der Neuerkrankungen, daher soll nun daran gearbeitet werden, dass HIV / Aids ausgerottet werden kann.

 

Als 2000 diese Ziele entwickelt wurden, kam es zu einem sehr hohen Anstieg von neuen HIV-Erkrankten. Schätzungsweise 3,1 Millionen Menschen haben sich bisher angesteckt. Jeden Tag infizieren sich ca. 8.500 Menschen an diesem Virus. Laut Statistik sterben täglich 4.300 Menschen daran.

2000 wurde prognostiziert, dass es bis 2014 6 Millionen neue HIV-Infektionen geben würde, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen würden. Michel Sidibé, Exekutivdirektor der UNAIDS erklärt: „Wenn wir so weiter verfahren, wird Aids in den nächsten 5 Jahren, also bis 2020 kein Thema mehr sein.“

 

Der Bericht zeigt, dass zwischen 2000 und 2014:

  • HIV-Neuinfektionen von 3.100.000 auf 2.000.000 sank. Dies ist ein Rückgang von 35%
  • 15 Millionen Menschen Zugang zu antiretroviralen Therapien haben
  • Die Todesfallrate durch Tuberkulose sank um 33%
  • 83 Länder, die für 83% der infizierten Menschen verantwortlich sind, haben ihre Rate erfolgreich gesenkt
  • Der prozentuale Anteil an Schwangeren-HIV-Erkrankten, welche Zugang zu den Therapien und Behandlungen haben wuchs auf 73% an, wodurch die Rate der HIV-Infizierten Kinder um 58% sinken konnte.
  • Der Preis für HIV-Arzneimittel wurde um 99% auf 100 Dollar pro Person gesenkt.

 

 

Die Ergebnisse sind ein wichtiger Meilenstein im Kampf gegen HIV und Aids. Doch die Rate der HIV-Neuinfektionen unter Männern steigt. Jetzt werden HIV-Präventionsmaßnahmen an die neuen Zielgruppen angepasst. Weiterhin soll es mehr Förderung für HIV-Tests geben. Denn von 36,9 Millionen Menschen, welche mit HIV infiziert waren, wussten nur 54%, dass sie das Virus in sich tragen. Im Jahr 2013 soll die Krankheit jedoch soweit eingedämmt sein, dass von einer Aids-freien Generation gesprochen werden kann.

 

Intellektuelle Stimulation senkt das Suchtrisiko

Intellektuelle Stimulation senkt das Suchtrisiko

Suchtprävention beginnt mit intellektueller Herausforderung – dies scheint das Fazit einer Studie zu sein, die an der Universität in Berkely, Kalifornien, durchgeführt und publiziert wurde.

Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein Suchtpotential im Gehirn fest programmiert ist. Das Team aus Berkely stellte diese These nun massiv in Frage.

In einem Tierversuch bestätigten sie, dass das „Belohnungszentrum“ im Gehirn durchaus umprogrammiert und so die Suchtgefahr gebannt werden kann.

Vorausgesetzt, das Ergebnis ließe sich 1:1 auf den Menschen übertragen, bedeutet das Studienergebnis einen wichtigen Schritt für die Drogenprävention. Auch bestätigt sich damit die Vorgehensweise in vielen Rehabilitationszentren, die auf Anregungen, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung setzt.

Drogenmissbrauch und Suchtverhalten zählen in der Medizin zu den kostspieligsten, destruktivsten und unüberwindlichsten Problemen. Vorangegangene Studien dokumentierten, dass Armut, Traumata, mentale Erkrankungen, kurz, viele schwerwiegende Stressfaktoren im Umfeld der Patienten Veränderungen im Gehirn bewirken und zu einer verstärkten Anfälligkeit für Drogen führen. Die Frage war nun, ob sich diese Konditionierung wieder aufheben lässt.

 Bei etwa 70 erwachsenen Mäusen stellte man zunächst Kokain-Abhängigkeit her. Ein Drittel der Exemplare wurde dann täglich „gedrillt“ und musste Aufgaben lösen, wie beispielsweise ein Labyrinth erkunden und darin unter einiger Anstrengung unterschiedliches Futter finden. Die Artgenossen, denen keine solche Abwechslung geboten wurde, suchten durchwegs immer wieder Zuflucht in dem Raum, in denen man ihnen zuvor die Droge verabreicht hatte. So weit ist das Ergebnis noch nicht verwunderlich.

Doch bei den Mäusen, die Aufgaben lösen und dazulernen mussten, wurde das Belohnungszentrum im Gehirn offensichtlich umprogrammiert, die Drogenerfahrung verlor an Bedeutung, so Linda Wilbrecht, Lehrstuhlinhaberin für Psychologie und Neurowissenschaften in Berkely und leitende Autorin des Artikels zur Studie.

 

 

Die Studienergebnisse sind ermutigend, den sie beweisen, dass positive Lerneffekte in einer strukturierten Umgebung gefährdeten Personen helfen können, den Teufelskreis des Suchtverhaltens zu durchbrechen.

Das Wissenschaftlerteam stellte ihr Ergebnis mit drei Gruppen von Versuchsmäusen auf den Prüfstand. Neun Tage lang wurde die eine Gruppe mit Erkundungsgängen, Anreizen und Belohnungen „trainiert“, die zweite Gruppe dagegen strikt im Käfig gehalten, ohne abwechslungsreiche Nahrung oder Bewegungsmöglichkeiten. Eine dritte Gruppe erhielt unterschiedliche Futteranreize, aber kein ausgesprochenes Training. 

Für täglich einige Stunden wurden dann die trainierten und die mit Belohnungen animierten Mäuse in angrenzenden Räumen freigelassen. Die konditionierten Mäuse erhielten dabei volle Bewegungsfreiheit, dazu wurden sie mit Gerüchen und unterschiedlichen Bodenverhältnissen animiert, beispielsweise nach Nüssen zu graben. Die Herausforderungen änderten sich dabei von Tag zu Tag, so dass kein Gewöhnungseffekt eintreten konnte: Wollten sie ihre Belohnung finden, mussten sie sich ordentlich anstrengen.

Im Gegensatz dazu musste die dritte Gruppe für leckere Belohnungen in keiner Weise arbeiten. Die zweite, zur Passivität gezwungene Gruppe der Mäuse dagegen erhielt weder Leckereien noch Bewegungs- und Umgebungsanreize.

Nach dem Ende der Trainingsphase hielt man alle drei Gruppen für einen Monat lang in gleichförmiger Umgebung im Käfig und testete im Anschluss ihre Reaktion auf angebotene Drogen. Die zuvor trainierten Mäuse zeigten dabei keinerlei messbare Vorliebe mehr für den Ort, an dem sie in Drogenrausch versetzt worden waren.

Im Endergebnis heißt dies, dass Entbehrungen unterschiedlichster, auch mentaler oder intellektueller Art, das Risiko einer Drogenabhängigkeit erhöhen, aber selbst kurze Unterbrechungen, positive Lernerfahrungen und Erfolgserlebnisse langfristig die Widerstandskraft gegen Suchtgefahren stärken können.

Dick oder nicht dick?

Dick oder nicht dick?

Gelegentlich klaffen die eigene Wahrnehmung und die Wirklichkeit weit auseinander. So verhält es sich häufig auch bei der Frage: Bin ich fit und habe ich Idealgewicht – oder bin ich zu dick? Eine US-Studie, die aktuell im Amerikanischen Journal für Präventivmedizin publiziert wurde, beschäftigte sich mit diesem Thema:

Wer zugeben kann, dass er übergewichtig ist, befindet sich fast schon auf dem Weg zurück zu einem gesunden Körpergewicht, so der Leiter der Studie, Dr. Jian Zhang vom Jiann-Ping Hsu College für Öffentliche Gesundheit an der Georgia Southern University. Wer dagegen bestehendes Übergewicht für einen Normalzustand hält, wird auch kaum Anstrengungen unternehmen, etwas daran zu ändern.

Schlankheitskult in den Medien führte zu einer Gegenreaktion

Das Kernproblem dabei ist die Selbstwahrnehmung. In den letzten 20 Jahren wurden immer mehr Heranwachsende übergewichtig. Fettleibigkeit wurde dabei fast zur „Pandemie“. Doch in den Medien, von der Industrie der Diätprodukte bis hin zu den Ärzten erhielten allzu üppig ernährte Personen ohnehin beständig und massiv die Botschaft, sie seien nicht „in Ordnung“ und müssten schlanker werden. Das führte allerdings nicht zu mehr Ess- und Bewegungs-Disziplin. Im Gegenteil weigern sich immer mehr Menschen sich weigern, sich ihr Übergewicht überhaupt erst einzugestehen.

Die Daten einer Untersuchung von Jugendlichen aus den Jahren 1988 bis 1994 wurden für die aktuelle Studie herangezogen, bei der eine neue repräsentative Anzahl an Probanden befragt wurde. Dabei wurden die Selbstwahrnehmung der Teilnehmer und die tatsächliche Entwicklung des Körpergewichtes verglichen. Die Frage lautete: Siehst du dich als fett, übergewichtig oder normalgewichtig an? Der Ist-Zustand der Testpersonen wurde anhand des Body-Mass-Indexes (BMI) ermittelt.

Dabei trat klar zutage: Die Wahrscheinlichkeit einer korrekten Selbstwahrnehmung war bei übergewichtigen bis fettleibigen Probanden im Untersuchungszeitraum zwischen 2007 und 2012 um 29% gesunken, gegenüber der Situation bei den Studienteilnehmern aus den Jahren 1988 bis 1994.

Auch eine soziale Vergleichstheorie kommt als Erklärung in Frage. Individuen vergleichen sich stets mit den Menschen in ihrer Umgebung. Je mehr übergewichtige Freunde sie haben, desto positiver und normaler empfinden sich dicke Menschen ihrerseits.

Dr. Zhang und seine Kollegen fassen zusammen: Sich des eigenen Übergewichtes bewusst zu werden, ist der erste Schritt zu Anstrengungen, abzunehmen. Doch die wachsende Tendenz, das eigene Körpergewicht nicht realistisch einzuschätzen, stellt eine Gefahr für Heranwachsende dar: Je „normaler“ sie die eigene Fettleibigkeit finden, desto geringer der Druck, abzunehmen, die Ernährung neu zu überdenken und auf ein Idealgewicht hinzuarbeiten. Es gilt, so sagen die Wissenschaftler, neue Wege zu finden, jungen Menschen ein positives Verhältnis zum eigenen Körper und zugleich eine realistische Einschätzung desselben zu vermitteln, um sie zu einer gesunden Lebensweise zu motivieren.

Antidepressiva: Möglicherweise nicht alltagstauglich?

Antidepressiva: Möglicherweise nicht alltagstauglich?

Mehr als 80% aller Patienten mit Depressionen in der Bevölkerung kommen für die klinische Erprobung von Antidepressiva gar nicht erst in Frage – doch bei welchen Patienten sind Wirkung und Nebenwirkungen der Medikamente dann verlässlich einschätzbar?
Diese Frage wurde kürzlich im Journal of Psychiatric Practise gestellt – An der University of Kansas School of Medicine in Wichita und der Southwestern Medical School in Dallas, USA, kam man zu einem ernüchternden Ergebnis.

In einer der größten und längsten Antidepressiva-Studie in den Vereinigten Staaten untersucht wurden dazu mehr als 4000 Patienten mit Depressionen untersucht und nahmen an klinischen Tests für Antidepressiva teil. Dabei wurden insbesondere die Ausschlusskriterien für die Teilnehmer stark beschränkt.

Mindestens fünf Patienten müssten normalerweise untersucht werden, um nur einen zu finden, der alle typischen Kriterien für eine Depression und zugleich für die gängigen klinischen Tests erfüllt. Nur die Ergebnisse von Patienten, deren Krankheitsbild „test-konform“ ist, entscheiden später über die Zulassung oder Nichtzulassung eines Medikamentes gegen Depressionen. Mit dem tatsächlichen Bild einer „Alltagsdepression“ haben die abgefragten Symptome oftmals jedoch nur wenig zu tun.

Mehr als 82% aller Probanden würden für die üblichen Medikamententests nicht ausgewählt. 14% hätte man bereits aufgrund ihres Alters – über 65 – nicht mehr mit einbezogen. Weitere 15% hätten nicht teilnehmen können, weil man ihre Depression unter gewöhnlichen Maßstäben als nicht schwer genug eingeordnet hätte.

Über 20% der möglichen Probanden wären wegen einer insgesamt instabilen medizinischen Situation ausgeschieden, 21% aller Frauen deswegen, weil sie während der Studie keine Verhütungsmittel benutzen.

Auch Probanden mit zusätzlichen medizinischen Problemen hätte man für gewöhnlich von der Teilnahme ausgeschlossen, um das Ergebnis für die in Frage kommende Medikation nicht zu verfälschen. In der praktischen Anwendung des Medikamentes später lassen sich dann jedoch genau die möglichen Wirkungen und Nebenwirkungen an Durchschnittspatienten mit weiteren Erkrankungen in keiner Weise einschätzen.

Dies sind nur Beispiele – bis zu 90% aller depressiven Patienten kämen für gewöhnlich gar nicht erst in die engere Auswahl. Eine weitere Einschränkung ist die Teilnahmebereitschaft: Nicht jeder Depressive stellt sich für Medikamenten-Versuche zur Verfügung.

Die Wissenschaftler hoffen, ihre Fachkollegen mit ihren Ergebnissen für diese Umstände und die Konsequenzen daraus zu sensibilisieren. Meist ist auch die Vorbereitungszeit für die Antidepressiva-Tests viel zu kurz angesetzt, was die Auswahl wirklich „repräsentativer“ Probanden schwer bis unmöglich macht und die Ergebnisse weiter verfälschen kann. Weil viele Antidepressiva nicht unter Alltagsbedingungen, nicht bei Älteren und bei unterschiedlichsten zusätzlichen Krankheitsbildern erprobt werden, sind Aussagen über ihre tatsächliche Wirksamkeit nur eingeschränkt verlässlich. Das birgt im Einsatz nach der Zulassung sogar Gefahren.

In der Rückenmarkflüssigkeit befindet sich die Information zu Alzheimer

In der Rückenmarksflüssigkeit befindet sich die Information zu Alzheimer

Veränderungen in der Rückenmarkflüssigkeit, in den mittleren Lebensjahren, kann voraussagen, ob der Mensch ein Risiko zur Entwicklung Alzheimer in sich trägt. So könnten diese Personen bereits nach der Erkennung behandelt werden.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie der Washington University in St. Louis. Senior-Autor Anne Fagan, Professor für Neurologie sagt hierzu:

Es ist zu früh, um diese Biomarker zu verwenden, denn wir können noch nicht definitiv sagen, ob einzelne Personen an Alzheimer erkranken werden. Aber wir arbeiten darauf hin!

 

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Dabei wird nach und nach ein Teil des Gehirns zerstört, sodass ein Gedächtnisverlust sich nach und nach aufbaut. Schließlich ist es irgendwann nicht einmal mehr möglich ein Gespräch zu führen oder unabhängig zu leben.

Auch jüngere Menschen können diese Krankheitsform bereits entwickeln, doch in der Regel treten die ersten Symptome ab dem 60. Lebensjahr auf. Das Risiko an der Krankheit zu leiden steigt mit dem Alter an.

Wissenschaftler können nicht genau definieren, wie es zu Alzheimer kommt, aber es wird vermutet, dass es mit einem Prozess der Proteine im Gehirn zusammenhängt, bei denen Ablagerungen und Verklumpungen auftreten.

 

Laut des Centers for Disease Control and Prevention leiden rund 5 Millionen Amerikaner an Alzheimer.

Für die Studie wurden über 10 Jahre Daten von 169 Menschen gesammelt. Diese lagen im Altersbereich zwischen 45 und 75 und waren kognitiv gesund. Die Probanden wurden in drei Altersgruppen eingeteilt: Alter von 45 – 54 Jahre, 55 – 64 Jahre und 65 – 74 Jahre.

 

Biomarker Auswertung

Jeder Teilnehmer unterzog sich mindestens zwei klinischen Untersuchungen während der Studiendauer. Dazu gehörten auch Gehirn-Scans und Analyse von Biomarkern sowie die Einschätzung der kognitiven Funktionen. Frühere Studien verbanden mit Alzheimer bereits die Daten der Biomarker. Bei Menschen im mittleren Alter können diese aufschlussreiche Informationen über ein potentielles Alzheimerrisiko geben. Durch die Biomarkeranalyse wurde festgestellt, dass im Rückenmark wichtige Informationen hierzu zu finden sind. Das Sinken des Beta-Amyloid-42 sintk ab dem 45. Lebensjahr. Dieser Prozess dauert bis ca. zum 54 Lebensjahr an und bietet Aufschluss darüber, ob später Alzheimer entstehen kann. Daher schließen die Forscher daraus, dass eine Erkennung des Alzheimerpotentials ab der mittleren Lebensphase möglich ist.

Alzheimer ist ein langer Prozess, und das heißt, wir müssen die Menschen eine lange Zeit beobachten, um Einblick in diesen Prozess zu erhalten.

Mittlerweile wurde festgestellt, dass es eine Möglichkeit gibt, durch die „Reparatur“ der DNA, Alzheimer zu behandeln oder zu verhindern. Konkrete Behandlungsmethoden dieser Variante stehen jedoch noch nicht zur Verfügung.

Sport und Ernährung können Diabetes Typ 2 vorbeugen

Sport und Ernährung können Diabetes Typ 2 vorbeugen

Menschen mit einem hochwertigen Ernährungs- und Bewegungsprogramm können ihr Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken reduzieren.

Ernährung und Bewegung sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel ein normales Niveau erreicht. Dabei können gesundheitliche Risiken gesenkt werden. Unter anderem zählen hierzu auch die Reduzierung von Übergewicht, hoher Blutdruck, Ausgleich des Cholesterinspiegels sowie Diabetes.

 

Die Preventive Services Task Force (CPSTF) kam zu dieser Schlussfolgerung, da durch eine Studie nachgewiesen werden konnte, dass Ernährung und Bewegung einen wichtigen Faktor darstellen, um Diabetes Typ 2 zu verhindern. Dabei arbeiteten Regierung, Wissenschaft und Politik zusammen, um die klinische und auch wirtschaftliche Auswirkung zu überprüfen.

Das Ergebnis der Studie gibt „konkrete Hinweise auf eine Wirksamkeit“ sowohl im Bezug auf die klinischen als auch auf die wirtschaftlichen Resultate. Die CPSTF empfiehlt daher eine Kombination aus gesunder Ernährung und Bewegung für Menschen mit einem erhöhten Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Die Arbeitsgruppe definiert hierfür Personen, welche einen sehr hohen Blutzuckerspiegel aufweisen, welcher jedoch nicht hoch genug ist als Diabetes eingestuft zu werden.

 

Effektive Programme zur Reduzierung des Diabetes-Typ-2-Risikos

Dabei fordert die CPSTF ein effektives Programm zur Ernährungsumstellung und körperlichen Aktivität. Um das Diabetes-Risiko zu reduzieren sollen die folgenden Faktoren mit in das Programm einfließen:

 

  • eine dreimonatige Betreuung durch einen Trainer und Experten
  • Coachings und weitere Unterstützung
  • Termine für die Ernährungsberatung und regelmäßige Sitzungen
  • Persönliche Betreuung und Unterstützung per Email.

 

Das Team analysierte insgesamt 53 Studien  und 66 Programme. Dabei wurde festgestellt, dass in fast allen Studien eine Kombination aus Ernährung und Bewegung einen wichtigen Hinweis darauf gaben, dass das Diabetes-Risiko reduziert werden könne.

 

Millionen Amerikaner wissen nicht, dass sie an Diabetes leiden

 

Diabetes ist eine Erkrankung, bei der ein Glukoseüberschuss im Blut vorherrscht.Es werden zwei Typen Diabetes unterschieden. Typ 2 ist dabei die häufigste Form der Erkrankung.

Sollte Diabetes unentdeckt und damit unbehandelt bleiben, kann dies ernsthafte gesundheitliche Folgen haben, welche bis hin zu Organproblemen reichen. Augen, Nieren, Nerven und Herz können davon betroffen werden. Herzerkrankungen, Schlaganfall, Erblindung oder Nierenversagen sowie Amputationen von Gliedern können dabei das Resultat sein.

Laut des US Centers for Disease Control and Prevention leiden rund 8,1 Millionen Amerikaner an Diabetes und wissen nichts davon. Weiterhin geht das CDC davon aus, dass 86 Millionen an einer Vorstufe der Diabetes leiden und das ebenfalls unwissentlich. Diabetes gilt als die siebthäufigste Todesursache. Daher gilt es hier anzusetzen und Möglichkeiten zur Vorsorge zu entwickeln.

Fußballer haben ein erhöhtes Risiko für Gehirnerschütterungen

Fußballer haben ein erhöhtes Risiko für Gehirnerschütterungen

Einen Ball mit dem Kopf anzunehmen ist völlig normal beim Fußball, aber eine neue Studie hat belegt, dass dies die häufigste Ursache für Gehirnerschütterungen bei Fußballern ist.

Eine Gehirnerschütterung ist eine Art der traumatischen Hirnverletzung, die durch einen Schlag oder Stoß auf den Kopf verursacht wird. Sie stört die normalen Funktionen des Gehirns. Die erste Klage wegen einer Gehirnerschütterung beim Fußball gab es im Jahr 2011. Seitdem beschäftigen sich einige Studien mit dem Risiko von Gehirnerschütterungen beim Fußball. Eine neue Studie der JAMA Pediatrics hat ergeben, dass Fußball auch ein Risikofaktor für die Gesundheit von Kindern darstellt.

Der Sport fand in den letzten Jahren immer mehr Sportler. Die wachsende Popularität in den USA hat in den letzten 3 Jahrzehnten rasant zugenommen. Während 1969 – 1970 nur 48.200 Mädchen und Jungs Fußball spielten, waren es 2014 bereits 428.000.

Die Studie fand auch heraus, dass bei 68,8% der Jungen und bei 51,3% der Mädchen die häufigste Verletzung eine Gehirnerschütterung war. Kopfball wurde dabei als eine der die spezifischen Ursachen beim Fußball ausgemacht, welche am häufigsten zu einer Gehirnerschütterung führt. Fast ein Drittel der Jungs und etwa über ein Viertel der Mädchen litten nach dem Fußball an Gehirnerschütterungen.

 

Verbote würden nur eingeschränkte Wirkung zeigen

Die Ergebnisse belegen, dass ein Verbot für Kopfbälle das Risiko einer Gehirnerschütterung deutlich reduzieren würden. Doch das Verbot hätte nur begrenzte Wirksamkeit. Der Kontakt mit dem Ball und anderen Spielern ist beim Fußball unvermeidbar, sodass allein durch den Körperkontakt ein erhöhtes Verletzungsrisiko besteht. Ein Kopfball-Verbot ist sehr unwahrscheinlich, da vor allem der Kontakt zwischen den Sportlern ebenfalls sehr häufig zu Gehirnerschütterungen führt. Ein Kopfball-Verbot wäre nur dann wirksam, wenn auch der Körperkontakt unter den Sportlern reduziert werden könne.

Eine solche Verletzung ist ein unglücklicher Nebeneffekt bei solch intensiven Sportarten. Dennoch können mehrere Gehirnerschütterungen bei Kindern im Erwachsenenalter Spätfolgen mit sich bringen. Ein Helm wäre eine gute Möglichkeit, um den Kopf zu schützen, doch ob neue Ausrüstungen für den Fußballsport irgendwann einmal vorgeschrieben werden, bleibt abzuwarten.

 

Neue Technik entdeckt frühe Stadien von gefährlichen Arterienablagerungen

Neue Technik entdeckt frühe Stadien von gefährlichen Arterienablagerungen

Mit Arteriosklerose wird eine Verstopfung der Arterien bezeichnet. Durch Fett und Kalk können diese Arterien so verengt werden, dass die Durchblutung gestört wird und der Körper schlecht mit Sauerstoff versorgt werden kann. Dies erhöht das Risiko einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden um ein Vielfaches. Wissenschaftler haben jetzt eine nicht-invasive Technologie entwickelt, welche frühe Stadien der Arteriosklerose erkennen kann. Dieses basiert auf einem preiswerten Verfahren, welches mit einem radioaktiven Mittel betrieben wird.

 

Forscher der Universitäten von Cambridge und Edinburgh in Großbritannien nutzten dafür ein System, welches bereits in den 1960er Jahren zur Erkennung von Knochenkrebs verwendet wurde. Nun wurde durch ein radioaktives Mittel versucht, die Bildung von Kalkablagerungen in Arterien zu erkennen.

Studienleiter Dr. Anthony Davenport, der Abteilung für Medizin an der Cambridge, sagt hierzu:

Diese neue Technik, ist die einzige denkbare Möglichkeit, welche durch nicht-invasive Weise frühe Stadien der Verkalkung der Arteriosklerose erkennen kann.

Er und seine Kollegen erwarten, dass die Technik – die Natriumfluorid in Kombination mit einer sehr geringen Menge des radioaktiven Indikators verwendet –  bei der Diagnose der Arteriosklerose und die Entwicklung neuer Medikamente zur Behandlung helfen kann.

 

Arteriosklerose kann gefährlich sein

Es besteht die Möglichkeit, dass die Ansammlungen von Fettablagerungen (auch „Plaques“ bezeichnet) allmählich verhärten und die Arterienwand verengen, und dann schließlich die Durchblutung und Sauerstoffversorgung einschränken. Eine weitere Möglichkeit ist, dass in einigen Fällen Stücke der Kalkablagerungen abbrechen können. Werden diese Stücke im Blutkreislauf weitertransportiert und erreichen das Gehirn oder Herz, so kann dies zu einem Schlaganfall oder Herzinfarkt führen. Je früher also erkannt werden kann, in welchem Stadium sich die Arteriosklerose befindet, desto schneller kann reagiert werden. Gleichzeitig werden auch die Chancen auf einen erfolgreiche Behandlung erhöht.

 

Für ihre Studie injizierte das Team Patienten das Mittel und beobachtete dann durch eine Computertomographie, wie der Indikator sich im Körper bewegte. Durch Messungen der Werte konnte dann festgestellt werden, wo sich in den Arterien jeweils Ablagerungen aufbauten. Diese detaillierte Untersuchung bestätigte, dass der 18F-NaF Indikator, wie er auch genannt wird, in der Lage ist Ablagerungen zu finden, welche sich in den Arterien und nicht im umliegenden Gewebe befinden. Diese effiziente Methode könnte laut Co-Autor, Dr. James Rudd, ein Kardiologe und Forscher an Cambridge, eine Revolution darstellen. Das System arbeitet kostengünstig und bietet eine hohe Effizienz. Abschließend erklärte er:

Dies wird es uns ermöglichen, aktuelle Behandlungen effektiver zu nutzen, um auch Patenten mit einem erhöhten Risiko schneller und effektiver behandeln zu können. Darüber hinaus kann diese Methode auch dazu genutzt werden, um zu testen, wie gut neue Medikamente wirken, welche zur Prävention gegen die Entwicklung von Arteriosklerose eingesetzt werden.

Amerikaner nehmen zu wenig Obst und Gemüse zu sich

Amerikaner nehmen zu wenig Obst und Gemüse zu sich

Eine neue Studie zeigt, dass viele Amerikaner den nationalen Empfehlungen zur Ernährung nicht nachkommen und zu wenig Obst und Gemüse konsumieren.

Das Center for Disease Control and Prevention (CDC) aus den USA kommt in seiner Analyse zu dem Schluss, dass nur 13,1 % der erwachsenen US-Bürger genug Obst und lediglich 8,9% genug Gemüse essen.

Die Analyse wurde in ganz USA durchgeführt und zeigt dabei starke Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesstaaten. In Kalifornien werden mit 17,7 % am meisten Obst und mit 13 % am meisten Gemüse verzehrt. Ganz unten stehen Tennessee beim Obstkonsum mit nur 7,5 % und Mississippi im Gemüsekonsum mit 5,5%.

Das Essen von Obst und Gemüse bietet jedoch eine gute Zufuhr von wichtigen Nährstoffen und reduziert gleichzeitig das Risiko für Herzkrankheiten, Schlaganfälle und bestimmte Krebserkrankungen. Außerdem hilft es bei der Gewichtsreduktion.

In einer Umfrage wurden Menschen zu verschiedenen Obst- und Gemüsesorten befragt, und wie oft sie diese essen. Dabei wurde das Obst und Gemüse in verschiedene Kategorien aufgeteilt.

 

Die Autoren verglichen die Antworten mit den empfohlenen Richtwerten, welche besagen, dass Erwachsene, die sich weniger als 30 Minuten am Tag aktiv bewegen täglich 1,5 – 2 Portionen Obst und 2 – 3 Portionen Gemüse pro Tag verzehren sollen. Wer sich aktiver bewegt und Sport treibt, kann sogar mehr Obst und Gemüse essen, da er einen erhöhten Kalorienbedarf hat.

 

Es müssen neue Wege gegangen werden.

Bei Umfragen im zeitlichen Rahmen von 2007 – 2010 wurde festgestellt, dass die US-Bevölkerung unter 1 Portion Obst und weniger als 1,5 Portionen Gemüse pro Tag verzehren. Damit erfüllen rund 76 % bei Obst und 87 % bei Gemüse nicht einmal die empfohlene Mindestmenge. Der Bericht erklärte zum Schluss, dass es den Anschein hat, als würden die Amerikaner auf diesen niedrigen Level des Obst und Gemüseverzehrs stehen bleiben.

Es sind wesentliche Anstrengungen erforderlich, um die Nachfrage der Verbraucher für Obst und Gemüse zu steigern. Dazu gehört auch eine wettbewerbsfähige Preisgestaltung, Werbung und Förderung in der Kinderbetreuung, den Schulen, in Lebensmittelläden, Gemeinden und weiteren Einrichtungen.

 

Folgende Tipps werden hierbei mit auf den Weg gegeben:

  • Füllen Sie die Hälfte Ihres Tellers mit Früchten und Gemüse
  • Jedes Produkt zählt, ob aus der Dose, getrocknet, gefroren oder frisch
  • Vergleichen Sie Lebensmitteletiketten auf Konserven, getrocknetem und gefrorenem Obst und Gemüse, und wählen Sie das Produkt mit dem niedrigsten Gehalt an Natrium und Zucker
  • Essen Sie einen Frucht- oder Gemüsesalat zum Mittag oder Abendessen
  • Essen Sie rohe Gemüsesticks anstelle von Chips
  • Genießen Sie trockene Früchte, wie Rosinen, Datteln oder Aprikosen als Snacks
  • Geben Sie gehacktes Gemüse wie Zwiebeln, Knoblauch und Sellerie in Suppen, Eintopf, Reis und Saucen

 

Weiterhin wurde durch eine Studie von CDC berichtet, dass der Konsum von zuckerhaltigen Getränken über 184.000 Todesfälle pro Jahr bei Erwachsenen weltweit verursacht. Die Studie definiert als zuckerhaltige Getränke unter anderem mit Zucker gesüßte Limonaden, Sport- und Energiegetränke, Fruchtgetränke (aber nicht 100% Fruchtsäfte), gesüßte Eistees und hausgemachte zuckerhaltige Getränke.