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Hüpfen für 2 Minuten am Tag senkt Risiko von Hüftfrakturen

Nach einer aktuellen Studie in deren Mittelpunkt älterer Männer standen, senkt ein tägliches Hüpfen von zwei Minuten Dauer das Risiko von Hüftfrakturen. Die Hüftknochen würden demnach gestärkt und minimiere das Risiko von Frakturen nach einem Sturz.

Die Knochen werden mit dem Alter dünner und diese Ausdünnung in den Hüftknochen verstärkt die Bruchgefahr. Die britische Universität Loughborough hat die HipHop-Studie durchgeführt. Regelmäßiges Hüpfen in hoher Geschwindigkeit und Wiederholung wirken der Alterung der Knochen entgegen. Die Studie untersuchte die Wirkung von täglichen Sprüngen von kurzer Dauer auf die Knochendichte. Die Ergebnisse wurden im Journal of Bone and Mineral Research veröffentlicht.

Im Rahmen der Studie mussten 34 Männer im Alter von 65 Jahren ein Jahr lang täglich zwei Minuten lang hüpfen. Es wurde nur auf einem Bein gesprungen, wodurch das andere Bein als Vergleich genommen werden konnte. Die Knochenmasse erhöhte sich in dem Hüpfbein um 7 Prozent. Die Dichte der Schicht der Spongiosa unter der Rinde legte ebenfalls zu.

Die Studienergebnisse könnten helfen Osteoporose zu verhindern und diese Knochenkrankheit besser zu managen. Weltweit werden 8,9 Millionen Frakturen pro Jahr gezählt und führe der International Osteoporosis Foundation zufolge alle drei Sekunden zu einer einer osteoporotischen Fraktur.

Wie die erste Studienautorin Dr. Sarah Allison vom Loughborough’s National Center for Sport and Exercise Medicine berichtet, seien Hüftfrakturen ein großes Problem der öffentlichen Gesundheit bei älteren Erwachsenen. Dies verursache hohe wirtschaftliche und soziale Kosten. Die Betroffen leiden unter Schmerzen, sind weniger mobil und unabhängig. Sie haben ein erhöhtes Risiko einen Tod zu erleiden.

Den Studienteilnehmern wurde die Sprungübung in Variationen gezeigt, so dass die Hüftknochen die Belastungen in verschiedenen Richtungen erleben. Laut der Senior-Studienautorin und Ärztin Dr. Katherine Brooke-Wavell dass kurzes Hüpfen und Springen bestimmte Bereiche der Hüfte stärkt, die Knochenfestigkeit erhöht und die Möglichkeit einer Hüftfraktur senkt.

Pferde und Menschen: Ganz ähnliche Mimik

Bislang nahmen Wissenschaftler an, dass – je weiter eine Spezies in der Evolution vom Menschen entfernt sei, desto weniger Mimik oder „Gesichtsausdruck“ stünde ihr zur Verfügung. Mit dem „Gesichtsausdruck von Pferden“ beschäftigte sich bislang noch niemand näher, man ging davon aus, dass Equiden, wenn überhaupt, nur über sehr wenige mimische Ausdrucksmöglichkeiten verfügten.

Eine neue Studie, durchgeführt an der Universität Sussex, UK, fand nun eine erstaunliche Anzahl von Gesichts-Bewegungen – ausgerechnet bei Pferden. Und viele davon scheinen sie sogar mit dem Menschen zu teilen.

In Zusammenarbeit mit Teams von der Universität von Portsmouth und der Duquesne Universität wurde ein spezielles System zur Identifikation unterschiedlichster „Gesichtsausdrücke“ entwickelt. Dieses neue System der Equinen Gesichts-Aktions-Codes (EquiFACS) besteht aus insgesamt 17 einzelnen Gesichtsbewegungen bei Pferden. Diesen stehen etwa 27 bei Menschen, 16 bei Hunden und 13 bei Schimpansen gegenüber.

Um diese unterschiedlichen Gesichtsmuskel-Bewegungen samt dazugehöriger Auswirkung auf die Mimik unterscheiden zu können, studierte das Team zahlreiche Videos aus unterschiedlichsten Verhaltenssituationen bei Pferden. Außerdem führten sie eine anatomische Untersuchung aller beteiligten Gesichtsmuskeln durch.

Genau wie Menschen verändern Pferde ihren “Gesichtsausdruck” je nach der Situation, in der sie sich befinden, indem sie Muskeln rund um die Nüstern, den Nasenbereich, die Lippen und die Augen betätigen.

Studien-Autorin Jennifer Wathan, Doktorandin, berichtet, dass Pferde überwiegend auf visuelle Reize reagieren und besser sehen als beispielsweise Hunde oder Katzen. Bislang wurde ihre „Mimik“ weitgehend ignoriert oder verkannt. Möglicherweise ist die Pferde-Mimik auch Teil ihrer Kommunikation untereinander.

Was das Team überraschte, war vor allem die Anzahl und die Komplexität unterschiedlichster Mimik-Veränderungen – und wie viele von ihnen durch ganz ähnliche Gesichtsmuskelbewegungen erzeugt werden wie beim Menschen.

Auch wenn die “Gesichter” von Menschen und Pferden “ vollkommen anders konstruiert sind, war das Team doch in der Lage, viele dieser mimischen Veränderungen auf der Basis von Lippen- und Augen-Muskelbewegungen zu identifizieren und zu vergleichen.

Mit-Autorin Professor Karen McComb, sagt dazu, dass Pferde mit ihren flexiblen und komplexen Sozialsystemen innerhalb einer Gruppe oder Herde, ganz folgerichtig auch über ein breites Repertoire an Gesichtsbewegungen und mimischem Ausdruck verfügen – und dass sie viele davon mit anderen Säugetieren, aber auch mit dem Menschen gemeinsam haben. 

Jedem “Gesichtsausdruck” wurde ein bestimmter Code zugeordnet. Dieses System wird es den Forschern auch ermöglichen, künftig die jeweilige Mimik der jeweiligen sozialen und emotionalen Situation zuzuordnen.

Man hofft nun, dass weitere Rückschlüsse darauf möglich werden, wie Pferde ihr soziales Umfeld wahrnehmen, so Professor McComb. Man verspricht sich für die Zukunft auch wichtige, verwertbare  Informationen für Tierärzte und für Tierschutzorganisationen. Das Forscherteam will sich nun dem Zusammenhang zwischen dem jeweiligen mimischen Ausdruck und dem emotionalen Status des Tieres widmen.

Bestandteil von Rotwein kann Alzheimer Biomarker stabilisieren

In einer klinischen Untersuchung wurde die Auswirkung der Substanz Resveratrol in Rotwein bei Patienten in einem frühen Stadium von Alzheimer ermittelt. Die Substanz scheint einen Biomarker zu stabilisieren, der normalerweise abnimmt, je weiter die Krankheit fortschreitet.

Resveratrol kommt in vielen Pflanzen vor – unter anderem schützt es diese vor Parasitenbefall. Seine antioxidativen Eigenschaften sind gut bekannt. In hoher Konzentration findet man Resveratrol in der Haut roter Weintrauben, in Schokolade, Erdnüssen und anderen pflanzlichen Produkten – und in Rot- oder Weißwein.

Für die Studie verwendete man eine rein synthetische Form von Resveratrol.

Die 119 Patienten für den Doppelblind-Versuch erhielten ein Jahr lang entweder ein Placebo (in der Kontrollgruppe) oder eine tägliche Dosis Resveratrol, die etwa der Menge entspricht, die in 1.000 Flaschen Wein zu finden ist. So sollte die Wirksamkeit der Substanz ermittelt werden.

„In Anbetracht der Sicherheit und der positiven Erfahrungen im Verlauf dieser Studie wird nun eine Phase 3 geplant, um zu testen, ob Resveratrol wirklich Alzheimer stoppen kann oder der Krankheit vorbeugen“, berichtet Dr. R. Scott Turner, Direktor des Gedächtnis-Störungs-Programmes an der medizinischen Fakultät der Georgetown-Universität in Washington, D. C.

Die Substanz wurde aufgrund ihrer Fähigkeiten ausgewählt, eine Gruppe von Proteinen, Sirtuine, zu aktivieren. Diese Proteine lassen sich auch durch eine kalorienreduzierte Ernährung mobilisieren, wie frühere Tierversuche bewiesen haben. Diese Proteine wiederum sind in der Lage, Alterungsprozesse zu verzögern. Auch die Entwicklung von Alzheimer ist eine solch typische Alterserscheinung.

Während des Versuchs beobachtete man, dass bei Patienten, die man mit Resveratrol behandelte, das Niveau von Amyloid-Beta40 (Abeta40) im Blut und in der Rückenmarksflüssigkeit konstant blieb. Im Gegensatz dazu sank die Menge von Abeta40 über die 12 Monate des Versuchs bei den Test-Patienten, die das Placebo einnahmen.

Dr. Turner erklärt die Ergebnisse: “Ein Absinken des Abeta40-Levels tritt ein, wenn Demenz sich verstärkt und die Alzheimer-Erkrankung fortschreitet. Noch können wir nicht einschätzen, welche Wirkung Resveratrol genau hat. Es scheint allerdings die Blut-Gehirnschranke zu durchdringen – eine wichtige Beobachtung.

Die Forscher beobachteten auch, dass Patienten, die Resveratrol erhielten, mit den Routinetätigkeiten in ihrem Zuhause zunehmend besser zurechtkamen. Allerdings fiel auf, dass das Gehirnvolumen sich verringerte, im Vergleich zu den Patienten aus der Kontrollgruppe, die für die Zeit des Versuchs ein Placebo einnahmen.

„Wir sind nicht sicher, wie wir diese Entdeckung interpretieren sollen”, bekennt Dr. Turner. „Ein ähnlicher Schwund im Gehirnvolumen wurde bereits bei klinischen Versuchen mit Immuntherapien gegen die Bildung von Amyloiden beobachtet.“ Die Wissenschaftler vermuten, dass die Behandlung auch gegen Entzündungsprozesse und entsprechende Schwellungen im Gehirn wirkt.

Noch reichen die Ergebnisse nicht aus, um Patienten die Einnahme der Substanzen als Nahrungsergänzung nahezulegen. Doch sie sind eine gute Ausgangsbasis für eine dritte Versuchsphase mit Resveratrol, um seine tatsächliche Wirksamkeit gegen Alzheimer genauer zu untersuchen.

Unzureichender Schlaf erhöht Herzinfarkt-Risiko

Nach einer neuen Studien kann ein unzureichender Schlaf vor allem bei Menschen des jungen und mittleren Alters das Risiko die frühen Anzeichen einer Herzerkrankung erhöhen. Die Ergebnisse wurden im Magazin Arteriosclerosis, Thrombosis and Vascular Biology veröffentlicht. Die Studienautoren fanden heraus, dass zuviel Schlaf, zu wenig Schlaf oder eine schlechte Schlafqualität zu einer erhöhten Menge an Kalzium in den Koronararterien führt und eine arterielle Steifigkeit verursacht. Wie Co-Studienautor Dr. Chan-Won Kim, ein Klinik-Professor am Kangbuk Samsun Krankenhaus der Universität Sungkyunkwan School of Medicine in Seouln berichtet, sei unzureichender Schlaf ein weit verbreitetes Problem und eine mögliche Quelle schlechter Gesundheit, einschließlich der sichtbaren Zeichen der Krankheit wie Herzinfarkt.

Laut früheren Studien führt ein langer ausreichender Schlaf oder ein zu langer Schlaf nicht zu einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD). Die Verbindung zwischen Schlaf und dem Risiko von CVD konnte bisher nicht endgültig geklärt werden.

Im Rahmen der Studie mussten 47.309 Personen mittleren Alters ihre Schlafdauer und Schlafqualität in einem Fragebogen eintragen. Jeder Teilnehmer wurde einer Gesundheitsprüfung unterzogen, um die arterielle Steifigkeit und die koronale Kalzium-Menge im Herzen zu messen. Das Vorhandensein von Kalzium in den Koronararterien zeigte die Anwesenheit früher koronarer Läsionen.  Die Forscher hatten die arteriellen Steifigkeit durch Beobachten der Geschwindigkeit des Impulses zwischen den Arterien des Oberarms und des Knöchels gemessen.

Unzureichender Schlaf wurde auf erhöhte Kalzium-Werte in den Koronararterien des Herzens zurückgeführt. Bei Teilnehmer, die fünf Stunden oder weniger Schlaf aufgeschrieben hatten wurde eine 50 Prozent höhere Menge Kalzium in den Koronararterien festgestellt, als bei jenen die sieben Stunden Schlaf hatten. Eine mehr als 70 Prozent höherer Kalzium-Menge wurde bei den Teilnehmern festgestellt, die neun oder mehr Stunden pro Tag schliefen, gegenüber denen die nur 7 Stunden geschlafen haben. Schlechte Schlafqualität führte im Vergleich zur guten Schlafqualität zu einer 20 Prozent höheren Menge an Kalzium in den Koronararterien.

Basierend auf den Studienergebnissen wurden die geringsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Erwachsenen verzeichnet, die sieben Stunden am Tag schliefen und eine gute Schlafqualität aufgewiesen hatten. Ein unzureichender Schlaf ist mit einer Mehrzahl kardiovaskulärer Gesundheitsprobleme verbunden, wie erhöhter Blutdruck und ein gestörter Glukosestoffwechsel.

Auf Grundlage der Studie verweisen die Forscher auf die Wichtigkeit des Schlafes bezogen auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. In Zukunft könnte für Ärzte die Beurteilung der Schlafqualität notwendig sein, wenn sie kardiovaskulärer Risiko und den Gesundheitszustand von Männern und Frauen bewerten.

Rund die Hälfte von Hodenkrebs wird vererbt

Bei den meisten Krebsarten zeichnet sich die DNA für weniger als 20 Prozent einer Krebsentwicklung verantwortlich. Der Risikoanteil bei Hodenkrebs liegt auf die DNA bezogen allerdings mit 50 Prozent deutlich höher, wie eine Studie herausfand. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Zeitschrift Scientific Reports veröffentlicht. Die Studie wurde vom  Institute of Cancer Research (ICR) in Großbritannien zusammen mit Kollegen in Deutschland, Schweden und den USA durchgeführt. Basierend auf den Ergebnissen könnten Personen mit einem erhöhten Hodenkrebs-Risiko durch eine Reihe von Tests anhand genetischer Varianten identifiziert werden.

Wie Senior-Forscherin, Genetikerin und Epidemiologin Dr. Clare Turnbull berichtet, könnte das Screening von Menschen mit einer Familiengeschichte von Hodenkrebs dazu beitragen, diejenigen zu diagnostizieren, die daran leiden könnten und helfen dieses Risiko besser zu managen. Die Forscher verwendeten zwei unabhängige Ansätze um die Gefahr von Keimzelltumoren zu analysieren.

Zum einen verwendeten sie statistische Analysen, um Muster der Ahnenhodenkrebs in Familiengruppen unter den 15,7 Millionen Menschen, die Teil der schwedischen Bevölkerung Krebs Familiendatenbank waren, zu bewerten. Diese Datenbank enthalten 9.324 Fälle von Hodenkrebs. In einem nächsten Schritt untersuchte das Team den genetischen Code von 6.000 Männern aus Großbritannien aus zwei früheren Studien von Hodenkrebs. Von diesen Männern wurde bei 986 Hodenkrebs festgestellt.

Die Analyse ergab, dass 49 Prozent aller Risikofaktoren für Hodenkrebs erblich bedingt sind. Das geerbte Risiko ergibt sich den Forschern zufolge aus zahlreichen kleinen Variationen im DNA-Code. Laut Dr. Turnbull müssten eine Menge genetische Faktoren gefunden werden, die für Hodenkrebs verantwortlich sind und der genetische Hauptfaktor für die Verursachung dieser Krebsart identifiziert werden, um neue Wege einer Behandlung zu finden.

Signatur für Schizophrenie in den Nervenzellen

 

Auftreten und Symptome der Schizophrenie sollen stark von ethnischen Faktoren beeinflusst werden – Patienten asiatischer Abstammung etwa erleiden mehr visuelle Halluzinationen, Patienten aus dem westlichen Kulturpreis mehr unter auditiven Wahnvorstellungen.

Bislang war jedoch unklar, ob Gehirnschädigungen ebenfalls an die ethnische Herkunft gekoppelt sind. Frühere Untersuchungen ließen vermuten, dass neuroanatomische Signaturen für Schizophrenie existieren. Eine Studie mit dem Titel „Eine neuroanatomische Signatur für Schizophrenie nach Ethnischen Gruppen“, ausgeführt von einem Forscherteam unter Leitung von Quiyong Gong und im August 2015 publiziert, liefert harte Fakten:

Die Größe und das Volumen der „Grauen Masse“, der Kortex oder des Gehirnoberflächengewebes im rechten vorderen Insellappen wurde bei vier ethnischen Gruppen untersucht: Weißen kaukasischer Herkunft, Menschen afrikanisch-karibischer Abstammung, Japanern und Chinesen. Bezüglich der Symptome, der antipsychotischen Medikation und der bildgebenden Diagnoseergebnisse wurden dabei keine Unterschiede gemacht, dafür aber eine entsprechend repräsentative Menge an Daten erfasst.

Bisherige Untersuchungen zeigten ein reduziertes Volumen im rechten vorderen Inselbereich – klar erkennbar bereits nach nur einer einzigen durchlebten Episode der Erkrankung. Die Autoren der Studie schließen daraus, dass diese Erscheinung nicht an die ethnische Herkunft gekoppelt ist, sondern grundsätzlich immer mit einem schizoiden Krankheitsschub einhergeht oder die Möglichkeit eines solchen anzeigt.

Die Arbeit liefert auch zusätzliche Nachweise darüber, dass anhand des Zustandes dieser Gehirnregion sich wichtige Details für die Diagnosen von Schizophrenie, bipolaren Störungen, Depressionen, Suchtverhalten, Angstzuständen und Zwangsneurosen ablesen lassen, ganz unabhängig von der ethnischen Abstammung der Patienten. 

Emotionale Erschöpfung in der Krankenpflege: Oft auch an Arbeitsschichten von 12 Stunden und mehr gekoppelt

 

Eine Forschungsarbeit des NIHR Kollektivs für Führungsaufgaben in Angewandter Gesundheitsforschung und Pflege in Wessex, GB, lieferte nun den Beleg: Krankenpfleger und Schwestern, deren Schichten länger als 12 Stunden dauern, werfen öfter ihren Job hin, uns unzufriedener und erleiden häufiger einen Burn-Out aufgrund von emotionaler Erschöpfung.

Studienleiterin Chiara Dall’Ora von der Universität Southampton wertete Umfrageergebnisse von über 31.000 Krankenschwestern aus 12 europäischen Ländern aus. Einsatz-Schichten von über 12 Stunden sind durchaus gängige Praxis in Polen, Irland und England. Von den 2568 Krankenschwestern, die an der Umfrage teilnahmen, gaben 32% an, Tagschichten von über 12 Stunden zu leisten, 37% arbeiteten ähnlich lange in Nachtschichten.

Krankenschwestern, die in ihrer letzten Schicht 12 Stunden oder länger gearbeitet hatten, waren zu etwa 50% unzufriedener mit ihrem Job als Pflegepersonen, die normale 8-Stundenschichten leisteten. Manager im Gesundheitswesen favorisieren zunehmen die 12-Stunden-Schchten – sie glauben, dass dies die Effizienz erhöht, weil die Zahl der Übergaben von einer Pflegeperson zur anderen sinkt.

Auch von den Pflegekräften selbst nahm man an, dass sie sie langen Schichten bevorzugten, um ihre Arbeitswoche im Block abzuleisten und mehr freie Tage zu erhalten, Kosten für die Anfahrt von und zur Arbeit zu sparen und flexibler zu sein. Demgegenüber stehen jedoch höhere Burn-Out-Raten und ein erhöhtes Risiko bezüglich der Qualität und Sicherheit in der Pflege der Kranken.

Dazu die Studie: Zwölfstundenschichten sind relativ üblich in einigen Ländern Europas. Allerdings besteht ein direkter Zusammenhang zwischen mehr Berichten über Burn-Out, Unzufriedenheit mit der Flexibilität der Arbeitszeiteinteilung und dem Wunsch nach Kündigung.

Im Zuge von Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen überall in Europa ist es für politische und Personal-Entscheider überaus wichtig, gute, qualifizierte Fachkräfte in der Pflege zu halten und zugleich die Sicherheit und das Wohlergehen der Patienten zu garantieren. Das gelingt nur mit der Schaffung erträglicherer Arbeitsbedingungen.

Peter Griffiths, Professor für Gesundheitsdienstliche Forschung an der Universität Southampton und einer der Autoren des Studienberichts, sagt dazu: “Diese Studie beweist einmal mehr, dass die übliche Organisation der Schichtarbeit in Krankenhäusern sowohl die Patienten als auch die Mitarbeiter einem hohen Risiko aussetzt. Längere Schichten müssen für sich genommen nicht immer schlecht sein. Doch man sollte auch die negativen Folgen im Auge behalten und beispielsweise auf ausreichende Pausen zwischen den Schichten und während der Schichten achten. Die bei der Umfrage zu Tage getretene Unzufriedenheit überraschte zudem das Untersuchungsteam, den viele Krankenpfleger scheinen noch immer die langen Schichten zu bevorzugen.

Krafttraining verbessert den Vitamin D-Stoffwechsel

Krafttraining kann eine ganze Reihe von Vitamin-D-Rezeptoren in den Muskeln vermehren und dadurch die Vitamin-D-Synthese im Körper verbessern.

Normalerweise wird Vitamin D in der Haut mit Hilfe von UV-Strahlung gebildet oder über die Nahrung aufgenommen. Im Körper erfüllt das Vitamin viele Funktionen, insbesondere bei der Verwertung von Kalzium und der Gesunderhaltung der Knochenstrukturen. Vitamin-D-Mangel zeigt sich unter anderem durch Muskelabbau, nachlassende Muskelkraft und das wachsende Risiko von Stürzen und Frakturen bei älteren Menschen.

Frühere Studien zeigten, dass auch Nahrungsergänzung mit Vitamin D die Zahl der Rezeptoren erhöht, die Muskelmasse und -funktion bei Menschen mit einem Defizit entscheidend verbessert.
Kraftsport ist dafür bekannt, dass er die Muskeln wachsen lässt und die Muskelfunktion verbessert. Bislang war jedoch die Auswirkung von Krafttraining auf die Vitamin-D-Rezeptoren noch unerforscht. In der aktuellen Studie demonstrierten die Wissenschaftler erstmals, dass eine Runde Krafttraining – im Gegensatz zu einer Aerobic-Stunde etwa – die intramuskuläre Expression der Vitamin-D-Rezeptoren anregt.

Im Tierversuch wurden 10 Wochen alte Ratten wahlweise einem Krafttraining und einem Ausdauertraining unterzogen – stimuliert durch elektrische Impulse. Jeweils davor und danach wurden den Muskeln Gewebeproben entnommen, um die Veränderungen an den Vitamin-D-Rezeptoren und der Proteine, die beim Vitamin-D-Stoffwechsel im Spiel sind, zu beobachten.

Dr. Satoshi Fujita von der Ritsumeikan Universität in Japan, Studienleiter, berichtet dazu: ‚Das ist eine neue und wichtige Erkenntnis. Sie könnte darauf hinweisen, dass Krafttraining möglicherweise den Vitamin-D-Stoffwechsel sogar ohne eine Nahrungsergänzung in Schwung bringen kann. Ob Vitamin D als Nahrungsergänzung oder aus körpereigener Produktion, gesteigert durch das Training, effizienter ist, gilt es noch zu beweisen.

In künftigen Untersuchungen muss der Beitrag von Vitamin D in durch Training aufgebauten Muskelproteinen untersucht werden, auch ob das Training in Kombination mit zusätzlichen Vitamin-D-Gaben wirkungsvoller ist als das Krafttraining für sich allein genommen.

Neue Spezies menschlicher Verwandter in südafrikanischer Höhle entdeckt

 

Die Entdeckung einer neuen Spezies menschlicher Vorfahren wurde am 10. September 2015 von der Universität Witwatersrand, der National Geographic Society, der Regierungsabteilung für Wissenschaft und Technologie und der Nationalen Forschungs-Gesellschaft in Südafrika bekanntgegeben.

Die Entdeckung wirft nicht nur neues Licht auf die Ursprünge und die Vielfalt unserer Gattung, die neue Spezies, als Homo naledi bezeichnet, hat offenbar auch ihre Toten in einer versteckten Kammer einer Höhle bestattet. Diese Verhaltensweise wurde bisher nur dem Homo Sapiens, unserer gegenwärtigen Art, zugeschrieben.

Die Neuentdeckung umfasst mehr als 1500 nummerierte fossile Elemente und ist der größte Fund hominider Relikte der jemals auf dem afrikanischen Kontinent gemacht wurde.

Ursprünglich wurde Homo naledi im Jahr 2013 entdeckt, in einer Höhle etwa 50 Kilometer nordwestlich von Johannesburg. Am Fund beteiligt waren Wissenschaftler und freiwillige Helfer.

Noch müssen die Funde datiert werden. Sie lagen in einer Kammer etwa 90 Meter vom Höhleneingang entfernt, zugänglich nur durch einen Schacht, der so eng war, dass nur ein Spezialteam von sehr dünnen, zierlichen Experten sie bergen konnten.

Bislang hat das Forscherteam Teile von etwa 15 Individuen der gleichen Spezies gefunden. Ein kleiner Teil der Fossilien ist wohl noch immer in der Höhlenkammer.

„Fast mit jedem Knochen im Körper verkörpert Homo naledi unterschiedliche Entwicklungsepochen. Er ist vermutlich das inzwischen am besten untersuchte Mitglied in unserer Ahnenreihe“, berichtet Lee Berger, Professor am Institut für Evolutionäre Studien an der Wits Universität und ein Mitarbeiter von National Geographic, der beide Expeditionen zur Entdeckung und Sicherstellung des Homo naledi leitete.

Die Südafrikanische Strategie für Paläo-Wissenschaften stellte eine ausführliche Routenbeschreibung zur Verfügung. Auch die Vision der Regierung, Wissen auf diesem kritischen Gebiet zu schützen, zu erhalten und zu verbreiten, wurde schon bei der Vorbereitung deutlich. Für die Nationale Forschungs-Gesellschaft war es selbstverständlich, sich an dem Projekt zu beteiligen. Das Team ist außerordentlich erfreut und aufgeregt über die Neuentdeckung.“

Homo naledi wurde nach der Höhle benannt, in der man die Funde machte: „Naledi“ bedeutet in der Sesotho-Sprache „Aufsteigender Stern“. Homo naledi sieht wie der primitivste und frühste Vertreter unserer Art aus, hat jedoch überraschend „menschliche“ Züge, genug, um ihm einen Platz in der Reihe der frühen Hominiden einzuräumen, so John Hawks von der Universität von Wisconsin-Madison, USA, Senior-Autor der beschreibenden Studie. „H. naledi hat ein relativ kleines Gehirn, etwa von der Größe einer Orange, 500 Kubikzentimeter, getragen von einem sehr feingliedrigen Körper.“ Die weitere Untersuchung zeigt, dass H. naledi etwa 1,50 Meter groß war und ungefähr 45 Kilogramm wog.

„Seine Zähne entsprechen denen der frühesten menschlichen Verwandten, des Homo habilis, ebenso alle anderen Charakteristika des Schädels. Die Schultern ähneln mehr denen von Menschenaffen. Die Konstruktion der Hand lässt die Fähigkeit der Werkzeugbenutzung zu, “ berichtet Dr. Tracy Kivell von der Universität Kent, UK, ebenfalls Mitglied des Forschungsteams. Überraschenderweise hat H. naledi extrem gebogene Finger im Vergleich zu denen anderer früher Hominiden – das lässt gute Kletterfähigkeiten vermuten.“

Das steht im Gegensatz zu seinen Füßen – diese sind von denen moderner Menschen kaum zu unterscheiden. In Kombination mit den langen Beinen, legte diese Hominiden-Art vermutlich weite Wege zu Fuß zurück. Die sehr unterschiedlichen Eigenschaften des H. naledi unterschieden ihn von allen bisher bekannten frühen Arten.

Noch bemerkenswerter ist der Kontext des Fundes: Dieser primitive Hominide übte womöglich eine Verhaltensweise aus, die bislang nur dem modernen Menschen zugeordnet wurde. Die Fossilien umfassen Babys, Kinder, Erwachsene und Alte – alle fand man in der „Sternenkammer“, der Dinaledi Chamber.

Dieser Raum war stets vom Rest der Höhle getrennt und niemals direkt von der Oberfläche aus erreichbar – andere Fossilien, wie etwa Knochen von Tieren, fand man nicht dabei.

Der Fundort war so versteckt, dass von den mehr als 1500 fossilen Stücken, die geborgen wurden, nur etwa ein Dutzend nicht hominiden Ursprungs sind. Diese Stücke stammen von Mäusen und Vögeln – andere Besucher gab es in dieser Kammer nicht. Eine solche Fundsituation ist bislang beispiellos in der Geschichte der Archäologie.

Weiterhin waren an den Knochen keine Spuren von Aasfressern oder Raubtieren zu finden. Auch natürliche Prozesse, wie etwa eine Flut, waren offenbar nicht an der Beförderung der Knochen in die Höhle beteiligt. Selbstverständlich forschte das Team nach der möglichen Todesursache, wie Massensterben, Angriffe von Fleischfressern oder Unfälle. Doch alles deutet darauf hin, dass die Knochen absichtlich in der Höhle abgelegt wurden. Das wiederum bedeutet, dass die Toten rituell in die Höhlenkammer verbracht wurden – ein Verhalten, das man bislang nur bei Vertretern von Homo sapiens für möglich gehalten hatte.

 

Forscher entdecken Biomarker um Überleben von Magenkrebs vorherzusagen

Einer im Magazin The American Journal of Pathology veröffentlichten Studie zufolge haben Forscher einen Biomarker entdeckt mit dem sich vorhersagen kann ob ein Patient seinen Magenkrebs überleben kann. Der Biomarker bremst die Blutzufuhr der Tumore und reduziert seine Fähigkeiten sich in andere Bereiche des Körpers auszubreiten.

Entdeckt wurde er von chinesischen Forschern. Nach ihrer Erkenntnis haben Patienten, die eine hohe Konzentration des Biomarkers microRNA 506 (miR-506) in sich tragen eine deutlich bessere Überlebenschance bei Magenkrebs als Menschen, die ihn nicht haben. Es handelt sich um einen wertvollen Biomarker zur Vorhersage ob ein Patient die Krebserkrankung überleben kann.

Der miR-506 umfasst die Fähigkeit, das Tumorwachstum, die Blutgefäßbildung und die Ausbreitung von Krebszellen in andere Teile des Körpers zu unterdrücken. Wie Studienleiter Dr. Xin Song, der Cancer Research Institute of Southern Medical University und der Cancer Biotherapy Zentrum der Third Affiliated Hospital von der Kunming Medical University berichtet, seien die Ergebnisse über den entdeckten Biomarker ausreichend für eine Angiogenese-Suppression bei Magenkrebs ist.

In den USA wird Magenkrebs am häufigsten bei älteren Menschen diagnostiziert. Rund 60 Prozent der jährlich erkannten Magenkrebs-Patienten sind über 65 Jahre alt. Die Krebsart kommt am meisten in weniger entwickelten Ländern vor. Weltweit ist es die Hauptursache der Todesfälle durch Krebs.

Bei der Erforschung von Magenkrebs befassten sich die Forscher mit dem epithelial-mesenchymalen Übergang (EMT) in Krebszellen und ist eine erhöhte Fähigkeit in das umgebende Gewebe einzudringen. Tumorspezifische Faktoren wie EMT lassen sich noch nicht vollständig erklären, jedoch ist bekannt dass verschiedene biochemische Veränderungen stattfinden, die mit EMT so genannte Heilungstyp-Zellen produzieren und als mesenchymalen Zellen (MSC) bezeichnet werden. Die MSCs spielen eine wichtige Rolle bei der normalen Gewebereparatur und krankheitserregenden Abläufen, einschließlich der Ausbreitung von Krebszellen und Tumorwachstum.

Diese transformierten Zellen haben die Fähigkeit, sich von den Geweben, die die Hohlräume und Oberflächen der Blutgefäße umgeben sowie in Organe im ganzen Körper Linie zu migrieren, in andere Gewebe einzudringen und können den normalen programmierten Zelltod (PCD) umstellen.

Einer der verschiedenen Mechanismen, die eine EMT initiieren kann, ist die Veränderung der Expression eines bestimmten Klasse von kleinen nicht-kodierenden RNAs, welche die Genexpression regulieren. Es war eines dieser – miR-506 -, die von den Forschern als ein nützlicher Marker identifiziert wurde und mit dem die Schwere von Magenkrebs vorhergesagt werden kann. Der miR-506 wirke als Unterdrücker bei der Verbreitung von Krebszellen im Körper.

In einem Blindversuch verwendeten die Forscher eine Form der genetischen Analyse, die als polymerone Kettenreaktion (PCR) bezeichnet wird, um miR-506 in den menschlichen Magen-Proben von 84 Menschen, die sich Krebs-Operation unterzogen hatten, zu erkennen. Die Patienten wurden in verschiedene Gruppen basierend auf der Grundlage ob ihre miR-506 Konzentration über oder unter dem Mittelwert liegt.

Nach 60 Monaten hatte sich die Überlebensrate bei den Patienten mit einem niedrigen miR-506 Wert auf 30 Prozent belaufen, während die Rate bei hoher miR-506-Konzentration bei 80 Prozent lag. Es wurde festgestellt, dass Magenkrebszellen ein geringeres Niveau von miR-506 haben als normales Magengewebe. Nach Ansicht von Dr. Song wirke der Biomarker Tumorsuppressor bei Magenkrebs, weshalb weitere Untersuchungen notwendig seien um das Potenzial der klinischen Nutzbarkeit von miR-506 für eine Magenkrebs-Prognose als neuen Therapie-Ansatz zu erkunden.