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Gehirnstrukturen entdeckt, die das “Belohnungszentrum” und seine Funktion verlangsamen

Gehirnstrukturen entdeckt, die das “Belohnungszentrum” und seine Funktion verlangsamen

An der McGill-Universität in Montreal, Kanada, wurde nun erstmals ein spezifischer Teil des Gehirns identifiziert. Dieser Bereich ist für eine verzögerte Reaktion des „Belohnungszentrums“ verantwortlich. Normalerweise wird der Hippocampus mit dem Gedächtnis in Verbindung gebracht, der Nucleus Accumbens mit „Belohnung“ und Befriedigung nach einer Aktion. Beide arbeiten zusammen, wobei Zeit eine wichtige Rolle spielt. Ist die Verbindung zwischen den beiden Strukturen gestört oder unterbrochen, werden auch Entscheidungen behindert, deren Ausführung normalerweise eine “Belohnung” nach sich ziehen.

Diese Entdeckung könnte nicht nur einer ganzen Reihe neuropsychiatrischer Störungen zugrundeliegen, wie etwa ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom) oder Angstneurosen, sondern auch ganz alltägliche Probleme auslösen, wie etwa unangepasstes Entscheidungsverhalten bei Drogen- oder Alkoholkonsum, Spiel- oder Kaufsucht.

Das Forscherteam kam den Zusammenhängen mit Hilfe von Versuchsratten auf die Spur. Diese waren trainiert worden, zwischen unterschiedlichen Stimuli zu wählen, die ihnen nach einer jeweils wechselnden Zeitspanne unterschiedliche Mengen an Belohnungen verschafften. Die Ratten sollten beispielsweise per Nasen-Druck zwischen zwei identischen Umrissen auf einem Berührungs-Bildschirm wählen. Dafür bekamen sie jeweils Belohnungen in Form von süßen Pellets – die meisten Ratten mögen Süßes.

Mit der Zeit lernen die Ratten, zwischen einer kleinen, aber sofort gelieferten Belohnung und einer großen Belohnung nach einer Wartezeit zu wählen. Wie der Durchschnittsmensch wählte die Durchschnittsratte in der Regel die größere Belohnung – doch nur dann, wenn die Wartezeit nicht zu lange ausfiel und die Belohnung groß genug war.

Unterbrachen die Forscher jedoch die Gehirn-Verbindung zwischen dem Hippocampus und dem Nucleus Accumbens, wurden die Ratten ungeduldig und waren nicht mehr bereit, auf ihre Belohnung zu warten, auch nicht für wenige Sekunden. Sie wählten stets die sofortige Belohnung, auch wenn diese kleiner ausfiel. Unterbrach man Verbindungen zu anderen Sektoren im Gehirn, etwa zum präfrontalen Cortex, dem Zentrum der Entscheidungsfindung, veränderte sich das zuvor beobachtete Verhalten dagegen nicht.

Eine bestimmte Art von Entscheidungsfindung fällt uns allen im Alltagsleben schwer, insbesondere den jungen Menschen, den sehr Alten und solchen, die an Gehirn- oder psychischen Erkrankungen leiden. Der Zusammenhang macht Sinn: Im Hippocampus wird die Zukunft geplant, das Belohnungszentrum dagegen sitzt im Nucleus Accumbens – hier kommt das meiste Dopamin an, ein chemischer Neurotransmitter, der insbesondere Glücksgefühle, Belohnungs- und Zufriedenheitsgefühle überträgt.

Nachdem dieses Zusammenspiel nun entschlüsselt wurde, lassen sich daraus womöglich therapeutische Maßnahmen für ein Eingreifen bei schwerwiegenden Verhaltensauffälligkeiten ableiten.

 

 

Wie Coca-Cola sich auf den Körper auswirkt

Wie Coca-Cola sich auf den Körper auswirkt

Zuckerhaltige Getränke gelten als wesentlicher Faktor für Krankheiten wie Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2 und Karies. Ein Forscher stellte sich die Frage was ein Glas Coca-Cola innerhalb einer Stunde im Körper verursacht und erstellte darauf basierend eine Infografik.

Nach Angaben des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) trinkt rund die Hälfte der US-Bevölkerung regelmäßig zuckerhaltige Getränke und dabei sei der Konsum sowohl bei Jugendlichen als auch jungen Erwachsenen am höchsten.

In einer einzigen Dose Cola sind 10 Teelöffel Zucker enthalten, während die WHO einen täglichen Konsum von maximal 6 Teelöffeln Zucker empfiehlt. Der Genuss eines Glas Cola am Tag würde also die empfohlene Tagesmenge deutlich übersteigen.

Wie die Harvard School of Public Health berichtet, hätten Menschen die täglich 1 bis 2 Dosen Cola trinken ein 26 Prozent höheres Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Nun erstellte der britischer Apotheker Niraj Naik eine Infografik auf Basis von Untersuchungen des Gesundheitsbuchautors Wade Meredith. Die Infografik zeigt welchen Schaden eine 330 ml Dose Coca-Cola im Körper innerhalb einer Stunde verursacht.

Eigentlich sollte der hohe Zuckergehalt des Getränks dazu führen, dass man sich übergibt aber die Phosphorsäure in der Cola mindert die Süße. Der Blutzuckerspiegel klettert innerhalb von 20 Minuten drastisch und führte zu einem Ausbruch von Insulin. Die Leber stellt sich der großen Menge Zucker und verwandelt es in Fett. Nach 40 Minuten absorbierte der Körper das gesamte Koffein der Cola, verursachte eine Pupillenvergrößerung und erhöhte den Blutdruck. Die Adenosin-Rezeptoren im Gehirn werden dadurch blockiert und verhindern eine Ermüdung.

Fünf Minuten später wurde die Produktion von Dopamin erhöht. Wie die Infografik zeigt, stimuliert Coca-Cola die Belohnungszentren des Gehirns und habe eine ähnliche Wirkung wie Heroin. Eine Stunde nach dem Trinken setzte ein »Zuckercrash« ein, der zur Gereiztheit und Schläfrigkeit führte. Zusätzlich sorgte das Wasser der Cola dafür, dass beim Urinieren wichtige Nährstoffe aus dem Körper gespült wurden. Die Infografik gilt Apotheker Naik zufolge nicht nur für Cola sondern für alle zuckerhaltigen Getränke. In einem Blog The Renegade Apotheker schreibt er, dass es sich bei Coca-Cola um ein High Fruktose Sirup handelt, der raffinierte Salze und Koffein beinhaltet.

Der regelmäßige Genuss dieser Inhaltsstoffe kann seinen Worten zufolge zu einem höheren Blutdruck, Diabetes und Herzerkrankungen führen. Jedoch seien kleine Mengen hin und wieder gesundheitlich vertretbar, weil dies zu keinem größeren Schaden führen würde. Der Coca-Cola Konzern teilte in einer Presseerklärung mit, dass ihr Getränk als Teil einer ausgewogenen Ernährung genutzt werden kann.

Widerstand gegen die Behandlung bei Hörverlust kann zu Depressionen führen

Widerstand gegen die Behandlung bei Hörverlust kann zu Depressionen führen

Hörverlust kann sich negativ auf das tägliche Leben auswirken. Millionen Menschen erleben dies. Doch nach einer neuen Studie zu Folge, sind viele Erwachsene negativ gegenüber der Behandlung der Erkrankung eingestellt, was ihre Lebensqualität ebenfalls beeinflusst

„Viele schwerhörige Menschen kämpfen lautlos mit ihren unsichtbaren Hörproblemen und der Welt um sie herum. Für sie ist es eine Anstrengung Hilfe zu suchen“, berichtet David Myers, Psychologieprofessor an Hope College in Michigan. Nach Angaben des National Institute für Taubheit, haben rund 15% der amerikanischen Erwachsenen – das sind rund 37,5 Millionen Menschen – Probleme mit ihren Ohren

Obwohl Hörgeräte heute eine gute Möglichkeit sind, muss die Kommunikationsfähigkeit zwischen Menschen mit Hörproblemen und deren Angehörigen verbessert werden. Es gibt eine große Anzahl von Menschen, welche von Hörgeräten profitieren würden, diese aber nicht verwenden.

Wie viele Menschen mit Hörverlust, war Myers immer in Behandlung, um seinen Zustand zu verbessern. Sein Hörverlust begann, als er ein Teenager war. Doch erst mit 40 Jahren nutzte er das erste Mal ein Hörgerät. Das National Center for Health Statistics in den USA hat ermittelt, dass Menschen mit Hörproblemen durchschnittlich 6 Jahre warten, bis sie ein Hörgerät nutzen. Myers ist der Auffassung, dass dies aus persönlicher Eitelkeit, mangelndem Bewusstsein über den Hörverlust sowie das Leugnen dessen dafür verantwortlich sind

Können Hörgeräte Depression und Demenz reduzieren

In einer neuen Studie wurde herausgefunden, dass Personen mit Hörproblemen, welche kein Hörgerät nutzen eher zu Depressionen und Demenz neigen. Die Gruppe der Hörgeräteträger war auch eher zur Teilnahme an regelmäßigen sozialen Aktivitäten bereit. Diese soziale Isolation von Menschen mit Hörverlust könnte tatsächlich das Risiko von Demenz erhöhen, sagt Myers

„Wut, Frustration, Depression und Angst gehören zu schwerhörigen Menschen, die sich einsam und isoliert fühlen“, erklärt Myers und fügt hinzu: „Wenn diese Menschen die neuesten Hörgeräte-Technologie verwenden, kann ihnen diese helfen, wieder die Kontrolle über ihr Leben zu bekommen und emotionale Stabilität zu erreichen und darüber hinaus noch bessere kognitive Funktionen zu erzielen.

Ein Weg, um die psychologischen Auswirkungen von Hörverlust zu bekämpfen ist es eine Wiederherstellung des Zustandes zu erreichen, wo sich Betroffene auch in der Öffentlichkeit wieder wohlfühlen. Es gibt ein modernes System, das es den Hörgeräten ermöglicht sich drahtlos mit Lautsprechern zu verbinden. Dies ist besonders effektiv in Bereichen, wo es zahlreiche Hintergrundgeräusche oder Hall gibt. Diese Systeme können für eine bessere Lebensqualität bei Betroffenen sorgen.

 

Menschen, die würzig essen, leben länger

Menschen, die würzig essen, leben länger

Nach einer neuen Studien leben Menschen länger, die regelmäßig gewürzte Nahrung essen und senken das Risiko an spezifischen Todesursachen zu sterben. Die Beobachtungsstudie wurde im BMJ veröffentlicht und berichtet, dass Menschen deren tägliche Ernährung regelmäßig aus gewürzten Speisen besteht, ein geringeres Risiko haben einen Tod durch Krebs, koronarer Herzkrankheit oder Atemwegserkrankungen zu erleiden.

Zahlreiche frühere Studien berichten von den gesundheitlichen Vorteilen von Gewürzen wie Paprika und anderen. Bestimmte bioaktive Mittel in Gewürzen wie Capasaicin seien vorteilhaft wirksam bei Krankheiten wie Fettleibigkeit und Herzkreislauferkrankungen.

Diese Studien deuten offenbar daraufhin, dass Gewürze wichtig für die menschliche Gesundheit sind aber derzeit gibt es einen Mangel an Beweisen bezüglich der Auswirkungen auf die krankheitsspezifische und Gesamtmortalität von Bevölkerungsstudien.

Zur Lösung dieses Problems wurde von einem Forscherteam der chinesischen Akademie der Wissenschaften nun basierend auf einem Datensatz von der China Kadoorie Biobank eine prospektive so genannte Kohortenstudie durchgeführt. Erfasst wurden über eine halbe Million Erwachsene aus unterschiedlichen Regionen Chinas.

Die Forscher folgten insgesamt 487.375 Teilnehmern zwischen 30 und 79 Jahren, die in regelmäßigen Abständen auf Krankheiten untersucht wurden. Jeder der Teilnehmer, der an der Studie zwischen 2004 und 2008 teilnahm, musste einen Fragebogen über ihre Gesundheit und Konsum von stark gewürzten Speisen, roten Fleisch, Gemüse und Alkohol ausfüllen. Im Rahmen der Follow-Up-Studie wurden 5 Prozent der überlebenden Teilnehmer zufällig im Jahr 2008 erneut befragt, um zu beurteilen ob die Fragebogenergebnisse den exakten Verbrauch vom scharfen Essen im Laufe der Zeit wiedergeben. Laut den Studienautoren mit Verweis auf die Fragebögen sei der Verbrauch scharfen Essens konsequent gewesen. Innerhalb der Follow-Up-Studie wurden 20.224 Todesfälle gezählt, wobei die Teilnehmer durchschnittlich 7,2 Jahre beobachtet worden waren.

Nach Beobachtungen der Forscher kamen 14 Prozent der Teilnehmer weniger wahrscheinlich Tode, weil sie 3 bis 7 mal wöchentlich stark gewürzte Speisen gegessen hatten, als Teilnehmer die würzige Nahrungsmittel weniger als einmal pro Woche zu sich nahmen. Teilnehmer, die stark gewürzte Speisen  einmal oder zweimal pro Woche gegessen hatten setzten sich einem Sterberisiko von 10 Prozent aus im Vergleich zu Teilnehmern, die weniger als einmal wöchentlich würzige Speisen gegessen hatten.

Häufiger Verzehr von stark gewürzte Speisen war auch mit einem niedrigeren Risiko für Tod durch Krebs, koronare Herzkrankheit und Krankheiten des Atmungssystems verbunden. Diese reduzierten Risiko war noch ausgeprägter bei den weiblichen Teilnehmerinnen als bei den männlichen Teilnehmer.

In Bezug auf würzige Speisen fiel den Forschern auf, dass die am häufigsten verwendeten Gewürze der Teilnehmer frische und getrocknete Chilischoten waren. Die Teilnehmer welche regelmäßig frischen Chili gegessen hatten, setzten sich einem geringeren Risiko aus an Krankheiten wie Krebs, Diabetes oder einer koronaren Herzkrankheit zu sterben.

Die Autoren warnen davor basierend auf den Ergebnissen der Studie kausale Schlüsse zu ziehen, weil es sich um eine Beobachtungsstudie handelte und weitere Studien erforderlich seien.

Bei übermäßigem Verzehr von Body-Builder-Nahrung droht „eine Essstörung“

Bei übermäßigem Verzehr von Body-Builder-Nahrung droht „eine Essstörung“

Unter den Männern, die regelmäßig trainieren und den Wunsch haben, schlank und muskulös zu sein, ist es gängig spezielle Diäten zu halten. Dabei möchten sie so schnell wie möglich ihr persönliches Idealbild erreichen und halten. Forscher sagen jetzt, dass einige Männer die speziellen Präparate zur Nahrungsergänzung in einem solchen Ausmaß nutzen, dass es als eine Essstörung eingestuft werden kann

Während der Studie, welche die Forscher zu dieser Annahme brachten, wurden weitere Studien durchgeführt, welche die Verwendung von Anabolika untersuchten. Proteinpulver und andere frei verkäufliche Produkte, wurden dabei besonders gerne von Sportlern genommen

„Diese Produkte haben eine fast allgegenwärtige Daseinsberechtigung in den Vorratskammern der jungen Männer im ganzen Land und sie können scheinbar überall gekauft werden“, sagt Studien-Co-Autor Richard Achiro, der California School of Professional Psychology bei Alliant International University in Los Angeles. „Die Marketing-Bemühungen, die zur Bewältigung der zugrunde liegenden Unsicherheiten mit der eigenen Männlichkeit assoziiert sind, positionieren diese Produkte perfekt als“ Lösung „, um die Lücke zu füllen, die in unserem Lande so viele für sich empfinden“, erklärt er

In der Studie wurden insgesamt 195 Männer im Alter von 18-65 befragt, welche leistungssteigernden Präparate oder Produkte, welche das optische Erscheinungsbild beeinflussen sollen, konsumiert haben. Dabei waren die letzten 30 Tagen wichtig. Die Umfrage wurde online durchgeführt. Jeder der Teilnehmer arbeitete aus Gründen wie Fitness und Aussehen mindestens zweimal pro Woche an sich. Dabei stellte sich auch heraus, dass eine Vielzahl der Personen ihre Mahlzeiten teilweise komplett durch die Präparate ersetzen.

Der Übermäßige Ersatz kann ein großes Risiko sei

3% der Teilnehmer hatten aufgrund der Verwendung der Produkte bereits Nieren- oder Leberprobleme, welche klinisch behandelt werden mussten. Die Forscher stellten fest, dass die Verwendung von riskanten Nahrungsergänzungsmitteln signifikant korrelierte mit etablierten Indikatoren der bekannten Essstörungen. Sie hoffen, dass ihre Erkenntnisse riskanten und übermäßigen Gebrauch viele Verbraucher zum Umdenken anregt. Diese Präparate sind weltweit verbreitet und werden von vielen Bodybuildern konsumiert. Ein bestimmtes Maß ist dabei nicht gefährlich, wer aber Mahlzeiten ersetzt oder zu viel der Produkte konsumiert, kann ein großes gesundheitliches Risiko eingehen.

 

 

Wissenschaftler entdecken, wie Bienen ihre Nachkommen immunisieren

Wissenschaftler entdecken, wie Bienen ihre Nachkommen immunisieren

Gegen bestimmte Krankheiten haben Bienen bereits im Larvenstadium eine natürliche Immunität entwickelt. Nun haben Wissenschaftler herausgefunden, wie Bienen ihren Nachwuchs immunisieren. In der Zeitschrift PLOS Pathogens berichtet das internationale Forscherteam, dass die Bienenkönigin mit ihren Eiern ein Blutprotein übergibt.

Das Protein mit der Bezeichnung Vitellogenin spielt eine kritische aber bisher unbekannte Rolle beim Schutz der Bienen gegen Krankheiten. Wie Prof. Gro Amdam, ein norwegischer Biologe und Life-Sciences-Professor an der Arizona State University als Co-Autor berichtet, dass der Prozess der Immunitätsgewinnung bei Bienen so einfach wie das Essen sei. In dem Forschungsbereich sind Prof. Amdam und ihre Kollegen von der Universität in Helsinki sowie der Universität von Jyväskylä seit über 10 Jahren tätig. Die Entdeckung der Forscher würde ihren Angaben zufolge Türen zu neuen Wegen eröffnen um Bienenvölker vor verheerenden Krankheitserregern zu schützen, wo gegen sie keine Immunität besitzen.

In einer Honigbienenkolonie stützt sich die Bienenkönigin auf Arbeitsbienen, weil sie nur selten ihr Nest verlässt. Die Arbeitsbienen sammeln Pollen und Nektar in der Umwelt, wo sie sich natürlich Krankheitserreger einfangen. Bei ihrer Ankunft im Nest füttern sie die Königin mit Gelee Royal und übertragen dabei einige Bakterien, die sie beim Sammeln miteingesammelt haben. Die Bakterien werden von der Königin zusammen mit anderen Zutaten verdaut und landen in ihrer Körperhöhle. Im Anschluss landen Teile der verdauten Bakterien in ihrem »fetten Körper« und ist das Gegenstück der menschlichen Leber. Im fetten Körper der Königin werden Bestandteile der Bakterien mit dem Blutprotein Vitellogenin vermischt und über ihr Blut zu den in der Entwicklung befindlichen Eiern transportiert. Die Larven, die dann aus den Eiern schlüpfen besitzen ein Immunsystem welches quasi gegen einige Krankheitserreger geimpft wurde.

Das natürliche Impfverfahren immunisiert die Bienen dem Team zufolge nur gegen ein paar aber nicht alle tödlichen Krankheitserreger. Wie das Forscherteam berichtet, könnte das erlangte Wissen dazu verwendet werden, um essbare Impfstoffe für Insekten zu entwickeln. Laut Dr. Dalial Freitak, einem Forscher an der Universität von Helsinki, würde man eine Möglichkeit patentieren um einen harmlosen Impfstoff mithilfe eines Cocktails in die Bienenstöcke zu führen. Die Bienen wären dann dazu in der Lage Krankheiten abzuwehren.

Eine dieser tödlichen Krankheiten sei den Forschern nach Faulbrut, welche sich schnell verbreitet und Honigbienenstöcke zerstört. Die Bakterien dieser Krankheit ernähren sich von den Larven und führt zu deren Tod. Für die Menschheit sind die Bienen wichtig, weil sie zusammen mit anderen Bestäubern sich mitverantwortlich für die Produktion von Früchten, Nüssen und Gemüse zeichnen und nach Schätzungen unterstützen Honigbienen den Anbau von 90 bis 130 Kulturen.

In den USA sank die Zahl der Bienenvölker in den letzten 60 Jahren von 6 auf 2,5 Millionen. Die so genannte Colony Collapse Disorder ist neben Krankheiten verantwortlich für den Verlust wichtiger Bestäuber. Zahlreiche Wissenschaftler glauben Pestizide, Krankheitserreger und Ernährungsprobleme würden dieses Problem verursachen. Die neuen Erkenntnisse könnten den Wissenschaftlern zufolge helfen die Colony Collapse Disorder zu bekämpfen.

BSE oder Creutzfeld-Jakob: Gehirninfektion beginnt im Verdauungstrakt

BSE oder Creutzfeld-Jakob: Gehirninfektion beginnt im Verdauungstrakt

Proteine, die als Prionen bezeichnet werden, lösen bei Menschen die Creutzfeld-Jakobsche Krankheit aus, bei Rindern BSE. Sie sind hoch ansteckend, verfügen über eine atypische Struktur und werden über den Verzehr von infiziertem Fleisch von Tieren auf Menschen übertragen. Bislang war noch unbekannt, wie die Ausbreitung vom Darm ins Gehirn abläuft. Eine aktuelle Studie, durchgeführt am Roslin Institut der Universität Edinburgh zum Verhalten und zur Verbreitung der infektiösen Proteine, könnte deren Identifikation erleichtern. Dabei wurde enthüllt, wie die Prionen sich vom Darm aus ins Gehirn vorarbeiten, nachdem eine Infektion über kontaminiertes Fleisch erfolgt ist.

Die beteiligten Wissenschaftler gehen davon aus, dass sich mit Hilfe der neuesten Studienergebnisse die Creutzfeld-Jakobsche Krankheit oder die Bovine spongiforme Enzephalopathie, als BSE bekannt, rascher diagnostizieren lassen.

Beim Menschen ist die Infektion noch immer höchst selten. Seit der Entdeckung der Erkrankung vor etwa 20 Jahren forderte sie etwa 229 Todesopfer, 177 davon in Großbritannien.

Bei Tests an Mäusen wurde entdeckt, dass die Prionen sich zunächst in besonderen Strukturen besonders im Dünndarm, Krummdarm und Wurmfortsatz ansammeln müssen, bevor sie sich im Körper eines Säugetieres ausbreiten können.

Diese Strukturen, genannt Peyer-Plaques oder Peyer-Platten, sind Ansammlungen von Lymph-Follikeln. Sie befinden sich ebenfalls im Verdauungstrakt und sind Bestandteil des individuellen, erworbenen Immunabwehrsystems im Darm und bei der Weitergabe von immun-relevanten Informationen. Sie bilden praktisch die vorderste Front gegen schädliche Einflüsse aus der Nahrung. Die aktuelle Studie legt nun den Verdacht nahe, dass die Prionen die Preyer-Plaques „überfallen“ und sich auf diese Weise Eingang ins Immunsystem verschaffen.

Die Prionen in den Versuchsmäusen ordneten sich erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Infektion im Dickdarm, in der Milz und den Lymphknoten an, fand das Forscherteam heraus,

Einer von 2000 Menschen könnte schätzungsweise infektiöse Prionen im Körper haben, ohne irgendwelche Krankheitssymptome zu zeigen, so eine aktuelle Schätzung auf der Basis von Gewebetests an entnommenen Blinddärmen.

Bislang war es definitive nicht möglich, infizierte Individuen noch lange vor einer tatsächlichen Erkrankung oder auch nur in einem sehr frühen Stadium zu identifizieren, dann, wenn die Prionen sich noch im Dünndarm oder im Wurmfortsatz (Blinddarm) befinden.

Gelangen die Prionen ins Gehirn, zerstören sie dort Nervenzellen. Das führt zu entsprechenden neurologischen Ausfällen wie Gedächtnisverlust, Persönlichkeitsveränderungen und Bewegungsstörungen. Diese Symptome wurden beispielsweise auch bei der Scrapie-Erkrankung bei Schafen und einer verwandten Krankheit bei Rotwild beobachtet.

Bislang ist noch unbekannt, ob Individuen mit Prionen im Dünndarm tatsächlich eines Tages neurologische Erkrankungen entwickeln werden oder nicht. Noch müssen weitere Faktoren erforscht werden, was die Aufnahmebereitschaft für Prionen auslöst – erst dann kann deren Ausbreitung in Mensch oder Tier wirksam verhindert werden.

Neue Behandlung gegen Hautkrebs

Neue Behandlung gegen Hautkrebs

 

 

Durch eine Zell- und DNA-Manipulation bei Hautkrebs-Patienten könnte Hautkrebs erstmals auf schnelle und effektive Weise geheilt werden.

Eine neue Zell- und Gen-Therapie wurde erstmals im klinischen Test erprobt. Ort des Geschehens ist das Königliche Hospital Adelaide in Südaustralien, Studienleiter Professor Michael Brown, Direktor der Krebs-Abteilung und sein Team.

Das Immunsystem erkennt nicht automatisch Tumore als gefährlich – schließlich entstehen sie aus körpereigenem Material. Aus diesem Grunde werden Tumorzellen von den weißen Blutkörperchen selten angegriffen, wie dies etwa bei einem Virus geschehen würde. Würde nun die DNA in den weißen Blutkörperchen oder T-Zellen neu programmiert, könnte sie die Tumorzellen als gefährlich identifizieren und zerstören.

Wer bislang die Diagnose eines fortgeschrittenen Melanoms erhielt, hatte eine Lebenserwartung von kaum fünf Jahren. Allenfalls gezielte Immuntherapien konnten diese Spanne verlängern.

Experten in Houston, Texas, erprobten die DNA-Veränderung zunächst an Mäusen. Die neue genetische Programmierung pflanzt sich in allen T-Zellen fort, wenn bestimmte Wachstumsfaktoren beigefügt wurden, so, dass die neuen T-Zellen sich unter Laborbedingungen stark vermehrten. Die ersten menschlichen derart behandelten Zellen wurden konserviert und erneut getestet, bevor man sie den Patienten über die Venen injizierte. Die Patienten wurden daraufhin über sechs Wochen lang wöchentlich untersucht – danach vierteljährlich. Alle Ergebnisse des klinischen Versuchs mit menschlichen Patienten erwiesen sich bislang als sicher.

Die Idee für diese neue Behandlungsform entstand, nachdem Professor Michael Brown ähnliche Techniken in Houston kennengelernt hatte, angewendet an einer Krebsart, die vor allem Kinder befällt und als Neuroblastom bezeichnet wird.

Die Gen-Behandlung ist ein sehr komplexer Prozess und bislang fehlte auch die notwendige Technologie, sie durchzuführen. Der nächste klinische Versuch soll weitere 12 Patienten einschließen und über einen Verlauf von drei Jahren hinweg alle relevanten Daten sammeln.

Der Ansatz, Tumorgewebe auf dem Weg über das körpereigene Immunsystem der Kranken zu behandeln, ist vollkommen neuartig. Jede Therapie ist individuell auf den jeweiligen Patienten und seine DNA abgestimmt. 

Weltweit erster 3D-Drucker für Medikamente der FDA zugelassen

Weltweit erster 3D-Drucker für Medikamente der FDA zugelassen

Die US Food and Drug Administration hat das erste Medikament das durch die 3D-Drucktechnologie erstellt wurde zugelassen. SPRITAM (Levetiracetam) wurde in Form eines löslichen Pille zur Behandlung von Krampfanfällen bei Menschen mit Epilepsie zugelassen.

Jedes Jahr wird bei rund 150.000 Menschen in den USA mit Epilepsie diagnostiziert. Von den 2,9 Millionen Menschen sind rund 460.000 Kinder.

Epilepsie ist eine Erkrankung des Gehirns, gekennzeichnet durch das Auftreten von Krämpfen, die zwischen wenigen Sekunden bis zu einigen Minuten andauern können. Die Diagnose wird erteilt, sobald mehr als ein spezifischer Anfall erfolgt ist. Ein Mittel gegen die auftretenden Krämpfe ist die häufigste Behandlungsform bei Epilepsie. Wenn eine solche Behandlung eingehalten wird, können 2 von 3 Patienten mit der Diagnose und der Erkrankung ohne weitere Folgen leben.

Eine im Jahr 2002 veröffentlichte Studie berichtete, dass 71% der Patienten häufig die Einnahme des Medikamentes vergessen oder eine Dosis überspringen. Fast die Hälfte dieser Patienten berichteten über einen Anfall nach ihrer vergessene Dosis.

Medikament kann die Einhaltung der Epilepsie Behandlungsschemata verbessern

Die neue Technologie ermöglicht es das Medikament in Schichten herzustellen und es fest zu pressen, sodass eine Pille entsteht. Diese kann sofort mit nur einem Schluck Wasser eingenommen werden. Dies soll die Medikation vereinfachen.

 Ein weiterer Vorteil des Arzneimittels, das auf diese Weise hergestellt wird, dass bis zu 1000 mg des Arzneimittels in einer Dosis zur Verfügung stehen können. Darüber hinaus ermöglicht die Schichtungstechnik Arzneimitteldosen so zu steuern, dass es dem individuellen Bedarf des Patienten entspricht. Die Erfinder dieser Methode glauben, dass sie die Tür zur Entwicklung neuer Medikamente für die Behandlung von anderen neurologischen Erkrankungen öffnen kann.

Don Wetherhold, Chief Executive Officer von Aprecia, sagt: „Durch die Kombination der 3D-Drucktechnologie mit einer explizit verschriebenen Behandlungsmaßnahme von Epilepsie, kann die Medikation besonders spezielle auf den Bedarf des Patienten angepasst werden. Dies ist die erste Tablette einer geplanten Reihe von Produkten für das zentrale Nervensystem. Wir sehen es als Teil unserer Verpflichtung, den Weg unserer Patienten für eine erleichterte Einnahme der Medikamente zu ebnen.“

Erster erfolgreicher Impfstoff gegen Ebola

Erster erfolgreicher Impfstoff gegen Ebola

Der Feldtest eines neuen Impfstoffs gegen Ebola, der im westafrikanischen Guinea durchgeführt wurde und die Bezeichnung RVSV-ZEBOV trägt, ergab, dass er einen wirksamen Schutz bietet und eine Verbreitung des Virus verhindert.

Die WHO-Studie wurde von Forschern der Universität Bern entwickelt und sowohl in The Lancet als auch BMJ veröffentlicht. Eine Technik mit Namen Ringimpfung war Inspiration für die Studie. Bei einer Ringimpfung werden alle aufgespürt, die dem Virus ausgesetzt waren und werden geimpft verbunden mit dem Ziel eine Ausbreitung zu verhindern. In den 1970er-Jahren konnten mit Hilfe dieses Verfahrens die Pocken ausgerottet werden.

Die Forscher wählten für ihre Studie jene Menschen aus, die in den letzten 21 Tagen einen engen Kontakt zu jemanden hatten, der mit dem Ebola-Virus infiziert war. Diese Personen wurden als unmittelbar gefährdet eingestuft und waren nicht nur Verwandte sondern auch Haushaltsmitglieder sowie Klinikpersonal. Im nächsten Schritt wurden alle Menschen identifiziert, die indirekt der Gefahr des Virus ausgesetzt sein könnten. Zu diesen Personengruppen zählten Nachbarn und Arbeitskollegen, die in Kontakt mit Personen der ersten Stufe des Prozesses waren. Zusammen wurden alle Personen als Teil eines Rings bezeichnet. Diese Personen erhielten den Impfstoff RVSV-ZEBOV und wurden gebeten an der Studie teilzunehmen.

Insgesamt konnten 90 Ringe für die Untersuchung durch die Forscher ermittelt werden, bestehend aus 5415 Kontakten, die Anspruch auf eine Impfung haben. Davon wurden 3512 Personen angeworben und erhielten die Impfung. Die beteiligten Ringe sind dann per Zufall einer der beiden Gruppen in gleicher Gruppengröße  zugeordnet worden.

Die erste Gruppe erhielt sofort den Impfstoff und die andere erst nach 21 Tagen, so lange wie die Inkubationszeit des Ebola-Virus. Dieser Ansatz führt jedoch dazu, dass einige Teilnehmer wahrscheinlich mit dem Virus infiziert wurden aber dies sei Studienautor Dr. Matthias Egger zufolge der einzigste Weg um festzustellen, ob der Impfstoff tatsächlich funktioniert.

Die Forscher fanden heraus, dass keiner der Menschen, die sofort geimpft wurden, nicht von einer Infektion mit dem Ebola-Virus betroffen waren. Bei der Gruppe mit verspäteter Impfung gab es hingegen 16 Fälle, wo der das Virus ausbrach. Jeder dieser 16 Fälle erhielt die Impfung innerhalb von 6 Tagen nach dem Ausbruch. Nach dieser Zeit wurden keine weiteren Fälle mehr gemeldet. Wie Dr. Sven Trelle von der Clinical Trials Unit der Universität Bern berichtet, zeigen die Ergebnisse, dass der Impfstoff vollen Schutz vor Ebola nach rund einer Woche bietet.

Laut Dr. Egger habe sich sowohl die Wirksamkeit des Impfstoffs als auch des Rings gezeigt. Es könnte seinen Worten nach der Anfang vom Ende der Ebola-Epidemie in Westafrika sein und auch sinnvoll für eine zukünftige Bekämpfung des Virus.

Nach dem Erfolg der ersten Stunde wurde empfohlen, ein Daten und Safety Monitoring Board zu bilden, welches die Studie erweitert, um weitere Nachweise für die Wirksamkeit des Impfstoffs zu gewinnen.