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Nur bei Durst trinken soll Gesundheitsrisiken reduzieren

Nur bei Durst trinken soll Gesundheitsrisiken reduzieren

Ein guter Flüssigkeitshaushalt im Körper ist wichtig, doch zu viel trinken kann gefährlich sein und in Ausnahmefällen sogar zum Tod führen. Ein Expertenteam hat neue Leitfäden veröffentlicht, um den tödlichen Überkonsum an Flüssigkeiten  zu vermeiden. Daher sollen vor allem Sportler nur dann trinken, wenn sie wirklich durstig sind.

Zu viel Wasser oder Sportgetränke können zu einer schweren Erkrankung führen. Die Nieren sind dann nicht mehr in der Lage die hohe Menge an Flüssigkeit zu verarbeiten und auszuscheiden. Dabei wird im Körper das Natrium stark verdünnt, was zu gefährlichen Schwellungen der Zellen führen kann.

Einfache Symptome der so genannten EAH sind Schwindel, Übelkeit und Schwellungen. In schweren Fällen kann es zu Verwirrung, Krämpfen, Koma oder sogar zum Tod kommen. Aktuell, berichtet die Studie, seien ungefähr 14 Sportler an dieser Erkrankung verstorben. Nicht nur anstrengende Sportarten sind dabei betroffen, sondern auch Sportler die Yoga ausüben, können daran erkranken. Die Empfehlung hierbei lautet, dass es ein einfaches Mittel gegen diese Krankheit gibt: Folgen Sie einfach Ihrem natürlichen Durstgefühl.

Der natürliche Durst sorgt dafür, dass der Körper weder überhydriert, noch dass er dehydriert. Es sollte stets ein gutes Mittelmaß gefunden werden. Bei heißen Temperaturen wird empfohlen mehr zu trinken als sonst, da durch das Schwitzen mehr Flüssigkeit vom Körper verbraucht wird. So können Hitzekrämpfe oder ein Hitzschlag vermieden werden.

Dabei sollte konsequent auf das Durstgefühl gehört werden, damit der Körper ausreichend, aber nicht viel zu viel Flüssigkeit erhält.

Trinken ohne Durst kann katastrophale Auswirkungen haben

Laut Dr. Winger kann eine leichte Dehydrierung bei Sportlern toleriert werden. Viele Athleten verlieren bis zu 3% ihres Körpergewichtes während der Ausübung des Sportes, ohne dass dies ihre Leistung beeinträchtigen würde.

Doch genau diese ungenauen Aussagen können dazu führen, dass gefährliche Verhaltensweisen umgesetzt werden. Zumindest kann keine pauschale Empfehlung ausgesprochen werden. Jeder sollte auf seinen Körper hören, aber nicht der weitverbreiteten Meinung folgen, dass man mit dem Trinken nicht warten sollte, bis man durstig ist. Der Körper signalisiert genau, wann er etwas benötigt und so sollten sich Sportler auf diese Signale sensibilisieren. Bei schweren Fällen der EAH kann eine Kochsalzlösung helfen, um lebensbedrohliche Zustände zu behandeln.

Das Expertenteam hat es sich zum Ziel gesetzt, dass kein Sportler mehr an den Folgen der EAH sterben soll. Dabei wird erforscht, welche langfristigen gesundheitlichen Probleme sich bei einem übermäßigen Trinkverhalten ergeben können, und wie EAH konkret behandelt werden kann. Des Weiteren werden Ideen und Konzepte entwickelt, um EAH vorzubeugen.

 

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Erkältungen und Fieber erhöhen Schlaganfall-Risiko bei Kindern

Nach einer im Magazin Neurology veröffentlichten Studie steigt mit Fieber und Erkältungen bei Kindern zeitweise das Risiko einen Schlaganfall zu erleiden. Die Studie wurde von Dr. Heather J. Fullerton von der University of California San Francisco (UCSF) durchgeführt und nach Erkenntnissen ihres Teams können Routine-Impfungen einen gewissen Schutz vor Schlaganfall bieten.

Der Schlaganfall steht oft mit Erwachsenen in Verbindung aber in den USA erleiden 11 von 110.000 Kindern diese Krankheit. Die Krankheit zählt zur Top 10 der Todesursache von US-Kindern. Gemeinsame Risikofaktoren für Schlaganfall sind eine Herzerkrankung, angeborene Herzfehler, Immunstörungen, Kopftrauma oder Nackentrauma. Im August 2014 erklärte Dr. Fullerton und ihr Team dass Erkältungen sowie kleinere Infektionen kurzfristige Schlaganfall-Risikofaktoren für ein Kind sein können.

Die aktuelle Untersuchung basiert auf diesen Studienergebnissen und beinhaltet einen größeren Teil der Bevölkerung. An der Studie waren auch Kinder beteiligt deren Schlaganfall durch einen Gehirnscan nachgewiesen wurde. Insgesamt zählte sie 709 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Von diesen hatten 355 einen arteriellen ischämischen Schlaganfall (AIS) und 354 waren frei von Schlaganfall.

Das Team fand heraus, dass 18% der Kinder mit AIS hatten eine Infektion eine Woche vor ihrem Schlaganfall. Drei Prozent der Schlaganfall-freien Kinder hatten eine Infektion eine Woche bevor Interviews durchgeführt wurden. Oberen Atemwege – wie Erkältungen und Grippe sind am häufigsten festgestellt worden.

Kleinere Infektionen würden das Schlaganfall-Risiko nur kurzfristig erhöhen. Bei Kindern, die nur wenige oder einige Routineimpfungen erhalten haben, erlitten 7 mal häufiger einen Schlaganfall als diejenigen welche die meisten oder alle Impfungen bekommen haben. Eine gute Einhaltung der Impfpflicht kann den Ergebnissen zufolge das kurzfristige Schlaganfallrisiko reduzieren. Die Ergebnisse rechtfertigen nach Angaben der Studienautoren weitere Untersuchungen. Das Gesamtrisiko für einen Schlaganfall bei Kindern ist trotz der Ergebnisse noch immer extrem gering.

 

Tiefes schlafen steigert immunologisches Gedächtnis

Ein Forscherteam der Universität Tübingen hat herausgefunden dass Tiefschlaf das immunologische Gedächtnis stärken kann. Der Bericht der Wissenschaftler wurde im Magazin »Trends in Neurosciences« veröffentlicht. Nach Erkenntnissen der Forscher stärkt die Tiefschlafphase die Fähigkeit des Gehirns sich an zuvor aufgetretene Krankheitserreger zu erinnern.

Sie erklären, ein Gedächtnis ohne angeborene Reaktionsmuster nicht ausreichen würden, um einen Organismus zu ermöglichen, in einer sich verändernden Umwelt zu überleben und sie argumentieren. Dies gelte für Körper und Geist in gleicher Weise. Bei der Bildung des psychologischen Gedächtnisses vermittelt das zentrale Nervensystem (ZNS) Reaktionen auf psychische Ereignisse und formt daraus neuronale Darstellungen im Speicher des Gehirns mit relevanten Merkmalen der sozialen und psychischen Umwelt.

Auf gleiche Weise erinnert sich das Immunsystem an vergangene Krankheiten. Die Funktionen von Antigenen in den T-Zellen und B-Zellen werden gespeichert. Bei einem erneuten Auftauchen der Krankheit kann der Körper entsprechend schneller reagieren und entsprechende Zellen bilden. Die B-Zellen und T-Zellen sind hoch spezialisiert und dienen dem Körper als Verteidigungsmittel gegen Krankheiten. Auf der Oberfläche von Krankheitserregern wurden Antigene und Proteine entdeckt. Der Schlaf und das Gedächtnis könnte den Forschern zufolge alle Organe des Körpers beeinflussen.

Wenn das Immunsystem einer Bakterie oder Virus begegnet werden diese kodiert und ausreichend Informationen zur Erstellung von Gedächtnis T-Zellen gesammelt. Der Körper ist durch diese Maßnahme besser auf künftige Angriffe der betreffenden Viren oder Bakterien vorbereitet und kann diese effektiver bekämpfen. Die Konsolidierung der Informationen erfolgt nach Angaben der Forscher während der Tiefschlafphase.

Das gewonnene Wissen könnte Prof. Jan Born nach dabei helfen Impfstoffe gegen Malaria, HIV und Tuberkolose zu entwickeln. Im Vorfeld sei jedoch eine weitere Forschung erforderlich.

 

Neuer Zelltyp könnte gefährliche Lebensmittelallergien erklären

 

Wissenschaftler entdeckten einen neuen Zelltyp, der offenbar lebensbedrohliche Nahrungsmittelallergien in Gang setzt. Möglicherweise lässt sich so erklären, warum einige Menschen sehr stark allergisch reagieren und andere nicht.

Forscher vom zentralen Cincinnati Kinderkrankenhaus berichten, dass ihr Fund bei Labormäusen auch Einblicke in neue therapeutische Strategien und Diagnosemöglchkeiten für Lebensmittelallergien eröffnet, die bis um anaphylaktischen Shock reichen, ausgelöst vom Immun-Antikörper IgE (Immunglobulin E).

Die Autoren berichten über ihre die Entdeckung, die sie “IL-9-produzierende Mukosale Mast-Zellen” nennen (MMC9-Zellen). Die Zellen produzieren große Mengen eines entzündungsauslösenden Immunproteins mit Namen Interlukin 9 (IL-9), das das Risiko eines anaphylaktischen Schocks als Reaktion auf allergieauslösende Nahrungsmittel stark erhöht. Vor dieser Studie war die primäre Zell-Quelle von IL-9 noch völlig unbekannt.

„Unsere Studie legt nahe, dass es zwar eines bestimmten Levels von IgE bedarf, um eine Lebensmittelallergie auszulösen, dass man aber ebenfalls MMC)-Zellen produzieren muss, um eine schwere Reaktion und einen anaphylaktischen Schock auszulösen.“ berichtet Yui-His Wang, Dozent, Leiter der Untersuchung und und Forscher in der Abteilung für Allergie und Immunologie am Kinderhospital in Cincinnati. „Ohne diese Zellen keine heftigen Lebensmittelallergien“.

Ausgelöst durch Nahrungsmittel wie Erdnüsse oder Schellfisch, lässt die IgE-abhängige Lebensmittelsensitivität das Immunsystem einiger Kinder völlig außer Kontrolle geraten. Wird nicht unmittelbar eingegriffen, kommt eine molekulare Kettenreaktion in Gang, die die Verdauungs- und andere Organe in Mitleidenschaft zieht: Durchfall, Unterkühlung, Atmungsprobleme und Schock.

Etwa 40% aller Kinder leiden unter einer Form von IgE-abhängiger Lebensmittelsensitivität, doch nur 8% von ihnen entwickeln die schweren Reaktionen, die zu einem anaphylaktischen Schock führen können.

„Unglücklicherweise besteht nach wie vor die einzige Behandlungsform dieser Allergien darin, dass man die auslösenden Nahrungsmittel vermeidet,” stellt Wang fest. „Wir wissen nicht, warum manche Patienten so heftig reagieren und manche nicht. Hier mussten wir mit Mäusen arbeiten, um dem Problem auf die Spur zu kommen.”

Wang und seine Kollegen vermuteten, dass einige Menschen genetisch bedingt empfänglicher sind für schwere IgE-abhängige allergische Reaktionen. Es ist jedoch noch immer unbekannt, welche Rolle die Genetik bei diesen molekularen Kettenreaktionen spielt.

Ebenso wie Menschen mit Lebensmittelallergien sind auch Mäuse von ihnen betroffen – in jeweils unterschiedlich starker Ausprägung. Darum führte das Forscherteam seine Untersuchungen auch an genetisch unterschiedlich veranlagten Mäusen durch. Sie verabreichten den Mäusen ein Protein mit Namen Ovalbumin (aus dem Ei), das allergische Reaktionen auslöste und studierten die resultierenden allergischen Reaktionen.

Sie beobachteten, dass nach der allergischen Sensibilisierung einige Mäuse-Stämme große “Populationen” von MMC9-Zellen entwickelten, andere nicht. Mäuse, die dies nicht taten, reagierten auch kaum allergisch. Mäuse, die in ihren Eingeweiden MMC9-Zellen herstellten, erlitten alle schwere allergische Reaktionen, unabhängig davon, ob ihr Level von IgE hoch oder niedrig war.

Wang und seine Kollegen berichten, dass die Produktion von MMC9-Zellen nur möglich ist, wenn Typ-2-CD4-+T Immunhelferzellen und die Proteine Interlukin-4 und STAT6 zusammentreffen. Werden große Mengen von IL-9 hergestellt, erzeugen die MMC9-Zellen ihrerseits Mastozytose und die Produktion von Mastzellen, die wiederum aus dem Darmsystem in andere Organe Wandern, dort Histamine und andere Moleküle ausscheiden, die schließlich zu einem anaphylaktischen Schock führen.

Um zu bestätigen, dass die MMC9-Zellen die starken allergischen Reaktionen in Mäusen auslösten, behandelte das Team die Mäuse mit einem Antikörper ( (anti-FcRI mAb), der die Zellen ausschaltete – prompt ließen die Symptome der Nahrungsmittelallergie nach. Wurden den Mäusen wieder MMC9 Zellen übertragen, zeigten die Tiere erneut Allergiesymptome.

Als nächstes führten die Wissenschaftler Tests durch, um zu sehen, ob die Identifikation der MMC9-Zellen auch für die Entstehung menschlicher Lebensmittelallergien relevant wäre. Sie analysierten das Material aus Biopsien des Darmes von Lebensmittelallergie-Patienten (mit deren Erlaubnis) und suchten nach molekularen Signaturen für MMC9-Zellen. Sie fanden auffallend angestiegene Ausdrucksformen des genetischen I19-Transkriptes und andere, verwandte Transkripte in diesen Proben. Das lässt ähnliche Zusammenhänge beim Menschen erahnen.

Wang sagt, dass die Forscher nur versuchen, das menschliche Gegenstück der MMC9-Zellen zu finden. Ein Ziel der Wissenschaftler ist es, diese Zelle zu identifizieren, ebenso ihre biologischen Auslöser oder “Vermittler”, um zu sehen, ob es möglich ist, einen Biomarker zu entwickeln. Dieser könnte es gestatten, Bluttests auf Allergien durchzuführen. Mit solchen Tests ließe sich feststellen, welche Patienten einem größeren Risiko ausgesetzt sind, an schweren Lebensmittelallergien zu erkranken. Die Entwicklung wirksamer Medikamente für solche Fälle ist ebenfalls geplant.

Mediterrane Diät ist gesund für den Darm

Nach einer aktuellen Studie ist den daraus resultierenden Ergebnissen zufolge die mediterrane Diät gesund für den Darm. Die Ergebnisse zeigen eine direkte Verbindung zwischen der Menge an konsumierten faserreicher Lebensmittel und der im Darm gesundheitfördernden kurzkettigen Fettsäuren (SCFA). Die SCFA-Fettsäuren reduzieren das Risiko entzündlicher Erkrankungen sowie Diabetes und Herzerkrankungen.

Die kurzkettigen Fettsäuren entstehen wenn Fasern von Lebensmitteln im Darm fermentiert werden. In den SCFAs sind Acetat, Propionat und Butyrat enthalten, die primäre Energiequellen für die Colonzellen sind. Sie sind wichtig für die Darmgesundheit, haben eine antikarzinogene und entzündungshemmende Wirkung.

Die Mittelmeer-Diät besteht aus faserreichen Früchten, Gemüsen und Hülsenfrüchten, während sich die angelsächsische Diät aus viel rotem Fleisch und Milchprodukten zusammensetzt.

Im Rahmen der Studie wurden die Diäten von 153 Erwachsenen aus ganz Italien untersucht und stellten innerhalb einer Woche fest, aus welchen Lebensmitteln ihre jeweilige Diät bestand. Analysiert wurden Urin-Proben und der Stuhl, was eine Möglichkeit ist die Darmbakterien zu bewerten und den Metaboliten einen chemischen Fingerabdruck zu geben.

Von den 153 Teilnehmern waren 51 Allesesser, 51 Vegetarier und 51 ernährten sich auf vegane Weise. Die Mittelmeer-Diät bestand zu 88 Prozent aus dem was ein Veganer aß, 65 Prozent von dem was ein Vegetarier aß und 30 Prozent aus dem was ein Allesesser gegessen hat.

Die Forscher stellten fest dass die Konzentration von Trimethylaminoxid (TMAO) bei Fleischessern höher war als bei den Veganern und Vegetariern. Das TMAO steht in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Quellen für TMAO gelten Eier, Fisch, Schweinefleisch und Rindfleisch.

Nach Angaben der Forscher handelt es sich bei der Mittelmeerdiät um die gesündeste Diät, selbst wenn ab und zu Fleisch gegessen wird. Diese Diät habe positive Auswirkungen auf die Darmflora. Der Verzicht auf Fleisch kann sich somit gut auf die Gesundheit auswirken und das Gewicht reduzieren.

 

Infektionen in der Kindheit könnten Schlüssel zu späteren Erkrankungen liefern

Der Zusammenhang zwischen Infektionen und der Mikrobiologie der Lungen in der Kindheit könnte helfen, die Entstehung bestimmter Erkrankungen im späteren Leben zu erklären. Auf dem Internationalen Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Atemwege am 27. September 2015 stellte Dr. Insa Korten vom Universitäts-Kinderkrankenhaus in Bern und Basel ihren neusten Studien vor. Die Interaktion zwischen dem menschlichen Schnupfenvirus (Rhinovirus) und der Mikrobiose könnte helfen, die Entwicklung mancher Erkrankungen zu unterbinden oder neue therapeutische Maßnahmen zu entwickeln.

 

Die Mikrobiose-Fauna bezeichnet alle Bakterien, die den menschlichen Körper beispielsweise im Darm besiedelt, die Haut oder die Lungen. Man weiß, dass sie sich in den Atemwegen stark verändert, wenn chronische Lungenkrankheiten vorliegen. Dennoch ist ihre Rolle bei der Entstehung von Krankheiten noch nicht völlig entschlüsselt. Es ist allerdings bekannt, dass Virusinfektionen der Atemwege im frühen Lebensalter ausschlaggebend sind für die Entwicklung späterer Erkrankungen wie beispielsweise Asthma. Dennoch ist noch nicht bekannt, wie diese beiden Elemente, die Mikro-Bakterienfauna und frühe Atemwegserkrankungen – miteinander in Verbindung stehen.

Wissenschaftler untersuchten die Verbindung zwischen viralen Infektionen der Nase und dem Bakterienbestand in der Nase während der Kindheit. Dazu wurden 32 gesunde Kleinkinder der BILD aus einer Altersgruppenstudie herangezogen. Der Bakterienbestand in der Nase wurde jede Woche ab einem Alter von fünf Wochen bis zu einem Jahr unter die Lupe genommen. Von jeder Probe analysierte man den Bakterienbestand und 12 unterschiedliche Viren.

Die Ergebnisse zeigten die bakteriellen Unterschiede in den Bakterienbeständen der Atemwege, sobald die Kinder mit Schnupfenviren infiziert wurden und Symptome zeigten. Im Gegenzug führte eine nicht-symptomatische Infektion mit dem Schnupfenvirus nicht zu einer Veränderung der Bakterienbestände. Das legt nahe, dass sich bei einer Reaktion des kindlichen Immunsystems auf eine Rhinovirus-Infektion der normale Bestand der Bakterienkulturen gleichzeitig reduzierte.

Kinder, die sich im ersten Lebensjahr mehr als einmal infizierten, verfügten über eine eher eingeschränkte Bakterienflora, und zwar während der gesamten Beobachtungszeit im Versuch. Die “normale” Bakterienflora wurde durch aufeinanderfolgende Infektionen also reduziert.

Dr. Korten kommentiert dies folgendermaßen: „Unsere Entdeckungen zeigen, dass e seinen Zusammenhang zwischen Rhinovirus-Infektionen und der Bakterienflora in frühen Lebensphasen gibt.
Wir kennen ähnliche Muster bereits beim Darm: Orale Probiotika stabilisieren die normale Varietät der Mikro-Bakterienflora. Wenn wir herausfinden, dass diese Veränderungen in der Mikro-Bakterienflora der Atmungsorgane beispielsweise mit der späteren Entstehung von Asthma in Zusammenhang stehen, könnten wir sie rechtzeitig zu präventiven Zwecken beeinflussen. Die Immun-Antwort und die individuellen Bakterienkulturen werden in den frühen Lebensjahren geprägt und können daher in dieser Zeit auch am besten beeinflusst werden.“

Die nächsten Stufen dieser Untersuchung werden darin bestehen, herauszufinden, wie groß der Effekt der Viren im Vergleich zu anderen Faktoren wie Ernährung oder der Einnahme von Antibiotika ist. Das Forscherteam wird auch die Kinder in ihrer Entwicklung weiterverfolgen, die im Alter von sechs Jahren an der ersten Studie teilgenommen haben, um zu zeigen, wie sich die frühen Veränderungen in der Mikro-Bakterienflora auswirken und wie viele betroffen Kinder beispielsweise in der Folgezeit an Asthma erkranken.

 

 

Lungenkrebs und die Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern

Tabak-Konsum ist bekanntlich der Hauptauslöser für die häufigste Form vom Lungenkrebs, der nicht-kleinzelligen Variante, in Fachkreisen als NSCLC bezeichnet, an der etwa 80% aller Betroffenen erkranken. Doch auch Nichtraucher kann es treffen. Aktuell ist ein Ansteigen dieser Krebsart auch bei Nichtrauchern zu verzeichnen. In Portugal hat nun eine Gruppe von Wissenschaftlern signifikante Unterschiede bei den klinischen Erscheinungsformen und der Überlebensrate zwischen Rauchern und Nichtrauchern mit NSCLC festgestellt.

Dr. Cátoa Saraiva von der Abteilung für Lungenforschung am Portugiesischen Institut für Onkologie in Lissabon, berichtete am 27. September auf dem diesjährigen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Atemwege über ihre Ergebnisse. Das Team untersuchte 504 portugiesische Nichtraucher, die an NSCLC erkrankt waren und 904 betroffene Raucher. Sie stellten fest, dass die erkrankten Nichtraucher überwiegend Frauen waren. Meist litten sie an der Variante Adenokarzinom, der häufigsten Form von NSCLD, in geringerem Maß an der chronischen obstruktiven Lungenkrankheit (COPD), an Herzerkrankungen, an vorhergehenden Formen von Speiseröhrenkrebs oder Gewichtsverlust. Ebenso fand das Team von Dr. Saraiva heraus, dass die Nichtraucher eine wesentlich bessere Überlebensrate hatten – etwa 51 Monate im Vergleich zu 25 Monaten bei den erkrankten Rauchern.

„Bislang waren Informationen über die Unterschiede bei den Risiken und der Überlebensrate zwischen Rauchern und Nichtrauchern mit NSCLC sehr begrenzt. Dies ist die erste Studie, die sich damit beschäftigt“ berichtet Dr. Saraiva. „Weil der Begriff Lungenkrebs stets für eine Gattung von Tumoren steht, die verwirrende und oft irreführende Symptome bei Rauchern wie Nichtrauchern zeigen, hielten wir es für äußerst wichtig, diese Wissenslücken zu füllen. Wir glauben, dass die Unterschiede, die wir zwischen beiden Patientengruppen gefunden haben, uns helfen können, die Diagnose zu verbessern und dazu führen werden, dass Forscher versuchen werden, diesen Unterschieden auf die Spur zu kommen.“

Das Wissenschaftlerteam schlägt vor, dass weitere Studien folgen sollten, um unterschiedliche Prognosefaktoren je nach Altersgruppe, Disposition und Lebensweise für betroffene Raucher und Nichtraucher zu finden. In der Nichtraucher-Gruppe waren etwa 9% der Personen typischen auslösenden Faktoren ausgesetzt (Passiv-Rauchen), bei 5% gab es eine Familiengeschichte von Lungenkrebs, vorhergehende Krebserkrankungen lagen bei 6% der Fälle vor. Zusätzlich litten 18% der Betroffenen unter Bluthochdruck.

Bei der Nichtraucher-Gruppe unter den Patienten wurde die Erkrankung meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. 59% diagnostizierte man erst im Stadium IV, in dem sich der Krebs bereits in anderen Körperregionen verteilt hatte, überwiegend im bereits erkrankten Lungenflügel, im gegenüberliegenden Lungenflügel, in den Knochen oder im Gehirn.

„Es scheint plausible, dass die nichtrauchende Bevölkerung sich eines Lungenkrebs-Risikos gar nicht bewusst ist. Wir müssen jedoch unsere Resultate noch durch breiter angelegte Studien bestätigen, bevor wir mit unseren Informationen an die Öffentlichkeit gehen können.“, berichtet Dr. Saraiva.

Bei der Planung der Behandlung von NSCLC besteht ein zusätzliches Problem darin, dass häufig noch andere Erkrankungen auftreten, die nicht direkt mit Lungenkrebs in Verbindung stehen. Diese Parallel-Erkrankungen erhöhen die Schwierigkeiten, die klinischen Symptome klar zu identifizieren und sich für eine Behandlungsform zu entscheiden – sie bedeuten, dass die klinische Praxis noch stärker modifiziert und entsprechend abgestimmt werden muss. Dr. Saraiva hofft, dass die künftigen Studien möglichst viele Patienten mit einschließen werden, um diese neuen, differenzierteren Behandlungsformen entwickeln zu können und die Kranken in Zukunft präziser und wirkungsvoller behandeln zu können.

 

Hörschäden erhöhen Todesrisiko

Eine Schwerhörigkeit ist nicht nur schlimm für die Betroffenen sondern kann einer im Journal JAMA Otolaryngology – Head & Neck Surgery veröffentlichten Studie zufolge sogar zu einem höheren Risiko des Todes führen. Die Studie wurde von einem Team der John Hopkins University School of Medicine untersucht und dem Ergebnis zufolge ist das Todesrisiko höher je schwerhörige eine Person ist.

Die Schwerhörigkeit (HI) verdoppelt sich mit jedem Jahrzehnt und betrifft 66 Prozent aller Erwachsenen, die älter als 70 Jahre alt sind. Auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität kann sich Schwerhörigkeit auswirken. Nach Angaben des National Institute of Deafness and other Communication Disorders (NIDCD) kann die Schwerhörigkeit dazu führen, dass zum Beispiel Töne wie Rauchmelder oder Türklingeln schwerer wahrgenommen werden. Weltweit leiden der WHO zufolge über 360 Millionen Menschen an diesem Hörverlust.

Die aktuelle Studie umfasste 1.666 Erwachsene, die über 70 Jahre alt waren und sich einer audiometrischen Untersuchung unterzogen hatten. Zur Bestimmung der Sterblichkeit wurden die Daten und Todesurkunden des National Death Index bis Ende Dezember 2011 verwendet. Als leicht, mäßig schwer und schwerste Form wurde die Schwerhörigkeit eingeordnet.

Bei Personen mit schwerster Schwerhörigkeit wurde ein 54 Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko festgestellt und bei jenen mit milder Schwerhörigkeit hatte sich das Risiko für einen Tod auf 27 Prozent belaufen. Die Studienergebnisse wurden für demografische und Herz-Kreislauf Merkmale berichtigt. Basierend auf der Berichtigung belief sich das Sterblichkeitsrisiko bei einer mittelschweren oder schweren Schwerhörigkeit auf 39 Prozent und auf 21 Prozent bei milder Schwerhörigkeit.

Nach Einschätzung der Autoren seien weitere Studien zur Untersuchung der Verbindung zwischen Schwerhörigkeit und Sterblichkeitsrisiko erforderlich. Die künftigen Erkenntnisse könnten außerdem dabei helfen die Sterblichkeit zu reduzieren, indem Therapien entwickelt werden.

 

Rauchen und Lungenerkrankungen genetisch bedingt

Nach einer Studie des Queen´s Medical Center von der University of Nottingham sind Rauchen und Lungenerkrankungen genetisch bedingt sein. Die Ergebnisse wurden im The Lancet Respiratory Magazine veröffentlicht. Genetische Faktoren und Rauchen können den Forschern zufolge eine Lungenerkrankung auslösen. Unter der Leitung von Prof. Ian Hall wurde versucht die genetischen Grundlagen zu verstehen, welche der Ausgangspunkt für eine chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) sein kann. Die genetische Architektur des Raucherverhaltens und die Lungenfunktion-Phänotypen wurden untersucht. Das Rauchen und Innenluftverschmutzung sind bereits als Risikofaktoren für COPD bekannt. Jedoch wurde mittlerweile erkannt, dass auch eine starke genetische Komponente existiert welche sich auf das Raucherverhalten und dem Risiko für COPD sowie anderen Lungenerkrankungen auswirkt.

Zwischen starkern Rauchern und Menschen, die niemals geraucht haben, besteht der Studie nach unterschiedliche genetische Ursachen für Lungenschwäche. Rauchen und genetische Effekten wirken sich demnach separat als Auslöser für COPD aus. Gemeinsame genetische Ursachen von Atemwegsproblemen wie sie bei Asthma-Patienten besteht wurden bei der Untersuchung berücksichtigt.

Die Studie umfasste eine Stichprobe von Einzelpersonen aus der UK Biobank, die eine gute, mittlere oder schlechte Lungenfunktion unter starken Rauchern und Nichtrauchern hatten. Das Projekt bestand aus 46.758 starken Rauchern und 105.272 Nichtrauchern, wovon alle 152.030 Studienteilnehmer aus europäischen Ländern stammten. Die Lungenfunktion wurde auf Basis der FEV-Werte ermittelt. Der FEV-Wert ist ein Indikator für die Lungengesundheit.

Die Wissenschaftler untersuchten dann ob es genetische Ursachen zwischen den unterschiedlichen Phänotypen von Extremwerten beim FEV gab. Wie viel Luft während einer gezwungenen Atmung ausatmen wird mit FEV festgestellt. Eine niedrige FEV zeigt eine eingeschränkte Lungenfunktion und ein hoher FEV-Wert steht für eine gesunde Lunge. Die Wissenschaftler untersuchten die Luftmenge die in den ersten Sekunden ausgeatmet wurde und wird als FEV1 bezeichnet. Für die Studie wurde FEV1 gemessen.

Zur Genotyposierung wurde eine Datenbank mit 800.000 genetischen Varianten der UK Biobank mit jedem Teilnehmer abgeglichen. Sechs unabhängige genetische Varianten mit Lungengesundheit und COPD wurden entdeckt. Es wurden auch genetische Varianten mit COPD bei Menschen festgestellt, die nie geraucht haben. Basierend auf den Erkenntnissen empfehlen die Forscher eine weitere Untersuchung der genetischen Faktoren.