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Stress in der Kindheit erhöht Risiko für Diabetes und Herzleiden als Erwachsener

Einer im Journal of the American College of Cardiology veröffentlichten Studie zufolge kann Stress in der Kindheit das Risiko für Diabetes und Herzleiden im Erwachsenenalter erhöhen.

Nach den Angaben des American Institute of Stress ist Stress für 60 Prozent aller Erkrankungen und Krankheiten verantwortlich. Unklar war jedoch bisher ob eine Verbindung zwischen Stress im frühen Alter und Gesundheitsrisiken im Erwachsenenalter besteht. Auf Grund dieser fehlenden Kenntnisse untersuchte die Studienautorin Ashley Winning vom Department of Social and Behavioral Sciences an der Harvard T.H. Chan School of Public Health mit Kollegen die Daten von fast 7000 Menschen, die Teil der im Jahr 1958 durchgeführten Geburtskohortenstudie waren.

Alle Teilnehmer wurden in der gleichen Woche geboren und waren durchschnittlich 45 Jahre alt. Im Alter von 7, 11, 16, 23, 33 und 42 Jahren mussten sie Fragen zu den Themen Stress und psychische Gesundheit beantworten. Der Blutdruck wurde bei ihnen im Alter von 45 Jahren überprüft und Blutproben entnommen, die dann neun biologischen Markern zugeordnet wurden. Zusammen ergab dies einen Herz-Kreislauf-Risiko-Score, der das individuelle Risiko für Diabetes und Herzerkrankungen zeigte.

Ein höheres kardiometabolisches Risiko wurde bei den Teilnehmern festgestellt, die während ihrer Kindheit einem hohen Maß an Stress ausgesetzt waren. Als die Forscher die Ergebnisse für Faktoren, die kardiometabolischen Risiko beeinflussen können, justierten, wie sozioökonomischer Status, den Gebrauch von Medikamenten und Gesundheitsverhalten, fanden sie heraus dass das kardiometabolischen Risiko von Personen, die hohen Belastungen im Erwachsenenalter erlebten nicht höher waren als bei denjenigen, die eine geringe Beanspruchung auf allen Ebenen ihres gesamten Lebens erfahren hatten.

Wie Ashley Winning berichtet, zeigen die Ergebnisse dass Stress in der Kindheit das Risiko von Diabetes und Herzerkrankungen beeinflusst. Nach ihrer Einschätzung könnten frühe Präventions- und Interventionsstrategien effektive Wege sein, um die langfristigen schädlichen Auswirkungen von Stress entgegenzuwirken. Die Konzentration auf die gesellschaftlichen Verhältnisse könnten ebenso dazu beitragen die Folgen von kindlichen Stress abzumildern.

 

Mediterrane Diät ist gesund für den Darm

Nach einer aktuellen Studie ist den daraus resultierenden Ergebnissen zufolge die mediterrane Diät gesund für den Darm. Die Ergebnisse zeigen eine direkte Verbindung zwischen der Menge an konsumierten faserreicher Lebensmittel und der im Darm gesundheitfördernden kurzkettigen Fettsäuren (SCFA). Die SCFA-Fettsäuren reduzieren das Risiko entzündlicher Erkrankungen sowie Diabetes und Herzerkrankungen.

Die kurzkettigen Fettsäuren entstehen wenn Fasern von Lebensmitteln im Darm fermentiert werden. In den SCFAs sind Acetat, Propionat und Butyrat enthalten, die primäre Energiequellen für die Colonzellen sind. Sie sind wichtig für die Darmgesundheit, haben eine antikarzinogene und entzündungshemmende Wirkung.

Die Mittelmeer-Diät besteht aus faserreichen Früchten, Gemüsen und Hülsenfrüchten, während sich die angelsächsische Diät aus viel rotem Fleisch und Milchprodukten zusammensetzt.

Im Rahmen der Studie wurden die Diäten von 153 Erwachsenen aus ganz Italien untersucht und stellten innerhalb einer Woche fest, aus welchen Lebensmitteln ihre jeweilige Diät bestand. Analysiert wurden Urin-Proben und der Stuhl, was eine Möglichkeit ist die Darmbakterien zu bewerten und den Metaboliten einen chemischen Fingerabdruck zu geben.

Von den 153 Teilnehmern waren 51 Allesesser, 51 Vegetarier und 51 ernährten sich auf vegane Weise. Die Mittelmeer-Diät bestand zu 88 Prozent aus dem was ein Veganer aß, 65 Prozent von dem was ein Vegetarier aß und 30 Prozent aus dem was ein Allesesser gegessen hat.

Die Forscher stellten fest dass die Konzentration von Trimethylaminoxid (TMAO) bei Fleischessern höher war als bei den Veganern und Vegetariern. Das TMAO steht in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als Quellen für TMAO gelten Eier, Fisch, Schweinefleisch und Rindfleisch.

Nach Angaben der Forscher handelt es sich bei der Mittelmeerdiät um die gesündeste Diät, selbst wenn ab und zu Fleisch gegessen wird. Diese Diät habe positive Auswirkungen auf die Darmflora. Der Verzicht auf Fleisch kann sich somit gut auf die Gesundheit auswirken und das Gewicht reduzieren.

 

Infektionen in der Kindheit könnten Schlüssel zu späteren Erkrankungen liefern

Der Zusammenhang zwischen Infektionen und der Mikrobiologie der Lungen in der Kindheit könnte helfen, die Entstehung bestimmter Erkrankungen im späteren Leben zu erklären. Auf dem Internationalen Jahreskongress der Europäischen Gesellschaft für Atemwege am 27. September 2015 stellte Dr. Insa Korten vom Universitäts-Kinderkrankenhaus in Bern und Basel ihren neusten Studien vor. Die Interaktion zwischen dem menschlichen Schnupfenvirus (Rhinovirus) und der Mikrobiose könnte helfen, die Entwicklung mancher Erkrankungen zu unterbinden oder neue therapeutische Maßnahmen zu entwickeln.

 

Die Mikrobiose-Fauna bezeichnet alle Bakterien, die den menschlichen Körper beispielsweise im Darm besiedelt, die Haut oder die Lungen. Man weiß, dass sie sich in den Atemwegen stark verändert, wenn chronische Lungenkrankheiten vorliegen. Dennoch ist ihre Rolle bei der Entstehung von Krankheiten noch nicht völlig entschlüsselt. Es ist allerdings bekannt, dass Virusinfektionen der Atemwege im frühen Lebensalter ausschlaggebend sind für die Entwicklung späterer Erkrankungen wie beispielsweise Asthma. Dennoch ist noch nicht bekannt, wie diese beiden Elemente, die Mikro-Bakterienfauna und frühe Atemwegserkrankungen – miteinander in Verbindung stehen.

Wissenschaftler untersuchten die Verbindung zwischen viralen Infektionen der Nase und dem Bakterienbestand in der Nase während der Kindheit. Dazu wurden 32 gesunde Kleinkinder der BILD aus einer Altersgruppenstudie herangezogen. Der Bakterienbestand in der Nase wurde jede Woche ab einem Alter von fünf Wochen bis zu einem Jahr unter die Lupe genommen. Von jeder Probe analysierte man den Bakterienbestand und 12 unterschiedliche Viren.

Die Ergebnisse zeigten die bakteriellen Unterschiede in den Bakterienbeständen der Atemwege, sobald die Kinder mit Schnupfenviren infiziert wurden und Symptome zeigten. Im Gegenzug führte eine nicht-symptomatische Infektion mit dem Schnupfenvirus nicht zu einer Veränderung der Bakterienbestände. Das legt nahe, dass sich bei einer Reaktion des kindlichen Immunsystems auf eine Rhinovirus-Infektion der normale Bestand der Bakterienkulturen gleichzeitig reduzierte.

Kinder, die sich im ersten Lebensjahr mehr als einmal infizierten, verfügten über eine eher eingeschränkte Bakterienflora, und zwar während der gesamten Beobachtungszeit im Versuch. Die “normale” Bakterienflora wurde durch aufeinanderfolgende Infektionen also reduziert.

Dr. Korten kommentiert dies folgendermaßen: „Unsere Entdeckungen zeigen, dass e seinen Zusammenhang zwischen Rhinovirus-Infektionen und der Bakterienflora in frühen Lebensphasen gibt.
Wir kennen ähnliche Muster bereits beim Darm: Orale Probiotika stabilisieren die normale Varietät der Mikro-Bakterienflora. Wenn wir herausfinden, dass diese Veränderungen in der Mikro-Bakterienflora der Atmungsorgane beispielsweise mit der späteren Entstehung von Asthma in Zusammenhang stehen, könnten wir sie rechtzeitig zu präventiven Zwecken beeinflussen. Die Immun-Antwort und die individuellen Bakterienkulturen werden in den frühen Lebensjahren geprägt und können daher in dieser Zeit auch am besten beeinflusst werden.“

Die nächsten Stufen dieser Untersuchung werden darin bestehen, herauszufinden, wie groß der Effekt der Viren im Vergleich zu anderen Faktoren wie Ernährung oder der Einnahme von Antibiotika ist. Das Forscherteam wird auch die Kinder in ihrer Entwicklung weiterverfolgen, die im Alter von sechs Jahren an der ersten Studie teilgenommen haben, um zu zeigen, wie sich die frühen Veränderungen in der Mikro-Bakterienflora auswirken und wie viele betroffen Kinder beispielsweise in der Folgezeit an Asthma erkranken.

 

 

Lungenkrebs und die Unterschiede zwischen Rauchern und Nichtrauchern

Tabak-Konsum ist bekanntlich der Hauptauslöser für die häufigste Form vom Lungenkrebs, der nicht-kleinzelligen Variante, in Fachkreisen als NSCLC bezeichnet, an der etwa 80% aller Betroffenen erkranken. Doch auch Nichtraucher kann es treffen. Aktuell ist ein Ansteigen dieser Krebsart auch bei Nichtrauchern zu verzeichnen. In Portugal hat nun eine Gruppe von Wissenschaftlern signifikante Unterschiede bei den klinischen Erscheinungsformen und der Überlebensrate zwischen Rauchern und Nichtrauchern mit NSCLC festgestellt.

Dr. Cátoa Saraiva von der Abteilung für Lungenforschung am Portugiesischen Institut für Onkologie in Lissabon, berichtete am 27. September auf dem diesjährigen Kongress der Europäischen Gesellschaft für Atemwege über ihre Ergebnisse. Das Team untersuchte 504 portugiesische Nichtraucher, die an NSCLC erkrankt waren und 904 betroffene Raucher. Sie stellten fest, dass die erkrankten Nichtraucher überwiegend Frauen waren. Meist litten sie an der Variante Adenokarzinom, der häufigsten Form von NSCLD, in geringerem Maß an der chronischen obstruktiven Lungenkrankheit (COPD), an Herzerkrankungen, an vorhergehenden Formen von Speiseröhrenkrebs oder Gewichtsverlust. Ebenso fand das Team von Dr. Saraiva heraus, dass die Nichtraucher eine wesentlich bessere Überlebensrate hatten – etwa 51 Monate im Vergleich zu 25 Monaten bei den erkrankten Rauchern.

„Bislang waren Informationen über die Unterschiede bei den Risiken und der Überlebensrate zwischen Rauchern und Nichtrauchern mit NSCLC sehr begrenzt. Dies ist die erste Studie, die sich damit beschäftigt“ berichtet Dr. Saraiva. „Weil der Begriff Lungenkrebs stets für eine Gattung von Tumoren steht, die verwirrende und oft irreführende Symptome bei Rauchern wie Nichtrauchern zeigen, hielten wir es für äußerst wichtig, diese Wissenslücken zu füllen. Wir glauben, dass die Unterschiede, die wir zwischen beiden Patientengruppen gefunden haben, uns helfen können, die Diagnose zu verbessern und dazu führen werden, dass Forscher versuchen werden, diesen Unterschieden auf die Spur zu kommen.“

Das Wissenschaftlerteam schlägt vor, dass weitere Studien folgen sollten, um unterschiedliche Prognosefaktoren je nach Altersgruppe, Disposition und Lebensweise für betroffene Raucher und Nichtraucher zu finden. In der Nichtraucher-Gruppe waren etwa 9% der Personen typischen auslösenden Faktoren ausgesetzt (Passiv-Rauchen), bei 5% gab es eine Familiengeschichte von Lungenkrebs, vorhergehende Krebserkrankungen lagen bei 6% der Fälle vor. Zusätzlich litten 18% der Betroffenen unter Bluthochdruck.

Bei der Nichtraucher-Gruppe unter den Patienten wurde die Erkrankung meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. 59% diagnostizierte man erst im Stadium IV, in dem sich der Krebs bereits in anderen Körperregionen verteilt hatte, überwiegend im bereits erkrankten Lungenflügel, im gegenüberliegenden Lungenflügel, in den Knochen oder im Gehirn.

„Es scheint plausible, dass die nichtrauchende Bevölkerung sich eines Lungenkrebs-Risikos gar nicht bewusst ist. Wir müssen jedoch unsere Resultate noch durch breiter angelegte Studien bestätigen, bevor wir mit unseren Informationen an die Öffentlichkeit gehen können.“, berichtet Dr. Saraiva.

Bei der Planung der Behandlung von NSCLC besteht ein zusätzliches Problem darin, dass häufig noch andere Erkrankungen auftreten, die nicht direkt mit Lungenkrebs in Verbindung stehen. Diese Parallel-Erkrankungen erhöhen die Schwierigkeiten, die klinischen Symptome klar zu identifizieren und sich für eine Behandlungsform zu entscheiden – sie bedeuten, dass die klinische Praxis noch stärker modifiziert und entsprechend abgestimmt werden muss. Dr. Saraiva hofft, dass die künftigen Studien möglichst viele Patienten mit einschließen werden, um diese neuen, differenzierteren Behandlungsformen entwickeln zu können und die Kranken in Zukunft präziser und wirkungsvoller behandeln zu können.

 

Hörschäden erhöhen Todesrisiko

Eine Schwerhörigkeit ist nicht nur schlimm für die Betroffenen sondern kann einer im Journal JAMA Otolaryngology – Head & Neck Surgery veröffentlichten Studie zufolge sogar zu einem höheren Risiko des Todes führen. Die Studie wurde von einem Team der John Hopkins University School of Medicine untersucht und dem Ergebnis zufolge ist das Todesrisiko höher je schwerhörige eine Person ist.

Die Schwerhörigkeit (HI) verdoppelt sich mit jedem Jahrzehnt und betrifft 66 Prozent aller Erwachsenen, die älter als 70 Jahre alt sind. Auf das Wohlbefinden und die Lebensqualität kann sich Schwerhörigkeit auswirken. Nach Angaben des National Institute of Deafness and other Communication Disorders (NIDCD) kann die Schwerhörigkeit dazu führen, dass zum Beispiel Töne wie Rauchmelder oder Türklingeln schwerer wahrgenommen werden. Weltweit leiden der WHO zufolge über 360 Millionen Menschen an diesem Hörverlust.

Die aktuelle Studie umfasste 1.666 Erwachsene, die über 70 Jahre alt waren und sich einer audiometrischen Untersuchung unterzogen hatten. Zur Bestimmung der Sterblichkeit wurden die Daten und Todesurkunden des National Death Index bis Ende Dezember 2011 verwendet. Als leicht, mäßig schwer und schwerste Form wurde die Schwerhörigkeit eingeordnet.

Bei Personen mit schwerster Schwerhörigkeit wurde ein 54 Prozent höheres Sterblichkeitsrisiko festgestellt und bei jenen mit milder Schwerhörigkeit hatte sich das Risiko für einen Tod auf 27 Prozent belaufen. Die Studienergebnisse wurden für demografische und Herz-Kreislauf Merkmale berichtigt. Basierend auf der Berichtigung belief sich das Sterblichkeitsrisiko bei einer mittelschweren oder schweren Schwerhörigkeit auf 39 Prozent und auf 21 Prozent bei milder Schwerhörigkeit.

Nach Einschätzung der Autoren seien weitere Studien zur Untersuchung der Verbindung zwischen Schwerhörigkeit und Sterblichkeitsrisiko erforderlich. Die künftigen Erkenntnisse könnten außerdem dabei helfen die Sterblichkeit zu reduzieren, indem Therapien entwickelt werden.

 

Rauchen und Lungenerkrankungen genetisch bedingt

Nach einer Studie des Queen´s Medical Center von der University of Nottingham sind Rauchen und Lungenerkrankungen genetisch bedingt sein. Die Ergebnisse wurden im The Lancet Respiratory Magazine veröffentlicht. Genetische Faktoren und Rauchen können den Forschern zufolge eine Lungenerkrankung auslösen. Unter der Leitung von Prof. Ian Hall wurde versucht die genetischen Grundlagen zu verstehen, welche der Ausgangspunkt für eine chronisch obstruktive Lungenkrankheit (COPD) sein kann. Die genetische Architektur des Raucherverhaltens und die Lungenfunktion-Phänotypen wurden untersucht. Das Rauchen und Innenluftverschmutzung sind bereits als Risikofaktoren für COPD bekannt. Jedoch wurde mittlerweile erkannt, dass auch eine starke genetische Komponente existiert welche sich auf das Raucherverhalten und dem Risiko für COPD sowie anderen Lungenerkrankungen auswirkt.

Zwischen starkern Rauchern und Menschen, die niemals geraucht haben, besteht der Studie nach unterschiedliche genetische Ursachen für Lungenschwäche. Rauchen und genetische Effekten wirken sich demnach separat als Auslöser für COPD aus. Gemeinsame genetische Ursachen von Atemwegsproblemen wie sie bei Asthma-Patienten besteht wurden bei der Untersuchung berücksichtigt.

Die Studie umfasste eine Stichprobe von Einzelpersonen aus der UK Biobank, die eine gute, mittlere oder schlechte Lungenfunktion unter starken Rauchern und Nichtrauchern hatten. Das Projekt bestand aus 46.758 starken Rauchern und 105.272 Nichtrauchern, wovon alle 152.030 Studienteilnehmer aus europäischen Ländern stammten. Die Lungenfunktion wurde auf Basis der FEV-Werte ermittelt. Der FEV-Wert ist ein Indikator für die Lungengesundheit.

Die Wissenschaftler untersuchten dann ob es genetische Ursachen zwischen den unterschiedlichen Phänotypen von Extremwerten beim FEV gab. Wie viel Luft während einer gezwungenen Atmung ausatmen wird mit FEV festgestellt. Eine niedrige FEV zeigt eine eingeschränkte Lungenfunktion und ein hoher FEV-Wert steht für eine gesunde Lunge. Die Wissenschaftler untersuchten die Luftmenge die in den ersten Sekunden ausgeatmet wurde und wird als FEV1 bezeichnet. Für die Studie wurde FEV1 gemessen.

Zur Genotyposierung wurde eine Datenbank mit 800.000 genetischen Varianten der UK Biobank mit jedem Teilnehmer abgeglichen. Sechs unabhängige genetische Varianten mit Lungengesundheit und COPD wurden entdeckt. Es wurden auch genetische Varianten mit COPD bei Menschen festgestellt, die nie geraucht haben. Basierend auf den Erkenntnissen empfehlen die Forscher eine weitere Untersuchung der genetischen Faktoren.

 

Neuartige Forschungsmethode verrät Essgewohnheiten

Die mobile Technologie bietet neue Möglichkeiten, um zu überblicken, wann welche Menschen was wo essen. Dies soll nun zur Förderung einer gesunden Ernährung und besseren Essgewohnheiten genutzt werden.

Die Forscher setzten für ihre Studie eine Handy-App, um Daten über die täglichen Ess- und Trinkgewohnheiten von über 150 Teilnehmern zu sammeln. Die Studie dauerte 3 Wochen und brachte faszinierende Ergebnisse zum Vorschein. Satchidananda Panda, leitende Autor der aktuellen Studie und Associate Professor an Salk Institute, spezialisierte sich bei seiner Studie auf die Zusammenhänge zwischen dem circadianen Rhythmus des Menschen, also seiner inneren Uhr und seiner Gesundheit. Seine Arbeit konzentriert sich auf die körpereigenen Gene, Moleküle und Zellen. Er sagt: „Sie alle halten den Körper im Gleichgewicht zur eigenen inneren Uhr.“

Das erklärte Ziel des Projektes war es, einen Weg zu finden, die Auswirkungen des Zeitpunkts der Nahrungsaufnahme bei Menschen objektiv zu studieren. Danach folgte eine Beurteilung, ob dies die innere Uhr beeinflussen würde.

Panda und Erstautor Shubhroz Gill, ein Postdoktorand in Panda-Gruppe, hatte die Hypothese aufgestellt, dass eine zeitgesteuerte Nahrungsaufnahme, nach konkretem Zeitplan den so genannten Stoffwechsel-Jetlag verhindern könne. Dieser kann auftreten, wenn unregelmäßige Essenszeiten der Fall sind. Panda hatte zuvor bei einem Experiment an Mäusen festgestellt, dass die Veränderung der Essenszeiten Übergewicht und Krankheiten verhindern könne.

 

Eine App zur Bilanzierung der menschlichen Essgewohnheiten

Gill und Panda entwickelten eine App, um die gewünschten Daten zu sammeln. Die App erfasste neben der konsumierten Lebensmittel und deren Menge auch Metadaten, w ie beispielsweise wo das Essen konsumiert wurde und einen zeitlichen Stempel. Erinnerungen wurden täglich an die Teilnehmer versendet.

Zur Studie wurden freiwillige Teilnehmer im Alter von 21- 55 Jahre ausgewählt. Die über die App gesammelten Daten zeigten, dass die meisten Menschen über einen Zeitraum von 15 Stunden pro Tag mehr essen und nur 25% am Vormittag an Kalorien verbrauchen und 33% ihrer Kalorien nach 18 Uhr verbrauchen.

Das brachte die Feststellung hervor, dass die meisten Menschen in einem 15 Stunden Zeitraum pro Tag Nahrung zu sich nehmen. Dies brachte die Forscher zu ihrer eigentlichen Frage: Könnte eine solche App den Menschen helfen, gesünder und ausgewogener zu leben und sich danach zu ernähren?

Um dies zu testen, wählten sie acht übergewichtige Personen aus, welche für einen bestimmten Zeitraum Nahrung aufnehmen durften. Die Zeitspanne war auf maximal 11 Stunden pro Tag begrenzt. Dabei wurden Empfehlungen zur Veränderung ihrer herkömmlichen Ernährung gegeben. Nach 16 Wochen hatten die Probanden im Durchschnitt 3,5% Übergewicht verloren. Sie sagten alle aus, dass sie körperlicher aktiver waren und besser schlafen könnten. Jetzt soll die App optimiert werden, sodass sie für alle zugänglich gemacht werden kann. Gleichzeitig werden noch weitere Forschungen in diesem Bereich angstrebt.

 

 

Blutdruckmedikamente vor Schlafengehen reduzieren Diabetes-Risiko

 

Neuen Forschungsergebnissen zufolge kann die Einnahme von Blutdruck-Medikamenten vor dem Schlafengehen zu einer Reduzierung des Diabetes Typ 2 Risikos führen.

Die zwei Studien der spanischen Universität von Vigo untersuchte die Auswirkungen des Schlafzeit-Blutdrucks auf das neu aufgetretene Diabetes-Risiko. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Diabetologia veröffentlicht. Nach Angaben des CDC leidet in den USA einer von drei Erwachsenen an Bluthochdruck und dies entspricht 29 Prozent oder 70 Millionen der Gesamtbevölkerung. Von den Betroffenen haben nur 52 Prozent eine Kontrolle über den als Hypertonie bezeichneten Bluthochdruck.

Ein unkontrollierter Bluthochdruck kann zu einem metabolischen Syndrom, einer Sammlung von Krankheiten führen, die das Risiko von Herzerkrankungen, Diabetes und Schlaganfall erhöhen.

Nach durchschnittlich 5,9 Jahren hatte sich bei 190 der 2656 Teilnehmer der Diabetes Typ 2 entwickelt. Die Schlaf-Zeitblutdruckwerte waren ein signifikanter Marker für die Entwicklung von Diabetes, mit vorhergehenden Veränderungen im Blutdruck anstatt dass die Krankheit ausbricht. Basierend auf der ersten Studie könnte eine Senkung des Schlafzeit-Blutdrucks zu einem neuen Verfahren führen mit dem das Risiko einer neu aufgetretenen Diabetes verringert werden kann. Bei den Teilnehmern wurde eine Reduzierung des Diabetes-Risikos von 57 Prozent festgestellt, wenn sie vor dem Schlafengehen ein Blutdruck-Medikament eingenommen hatten.

Studie findet Obst und Gemüse für Gewichtabnahme heraus

In den USA leiden 66 Prozent an Übergewicht oder Fettleibigkeit. Eine neue Studie fand nun heraus welches Obst und Gemüse sich optimal zur Gewichtabnahme sowie Einhaltung des Gewichts eignet. Die Ergebnisse wurden im Magazin PLOS Medicine veröffentlicht. Das Risiko eine chronische Krankheit erleiden erhöht sich mit Übergewicht oder Fettleibigkeit. Eine Änderung des Lebensstils in Verbindung mit einer Diät und Anpassung der Ernährung kann diesem Risiko entgegenwirken.

Die Umstellung der Ernährung mit weniger Kalorien, Zucker und Fett sowie mehr Bewegung versetzt betroffene Menschen in die Lage das eigene Gewicht und Körperfett besser zu steuern. Die Ernährungsrichtlinien des US-Landwirtschaftsministeriums und dem Department of Health and Human Services (HHS) mit Stand 2010 empfehlen den Verzehr einer Vielzahl von Obst und Gemüse, um das Risiko chronischer Krankheiten zu senken. Die Richtlinien sollen Erwachsenen und Kindern helfen ein gesundes Gewicht zu erreichen.

Die aktuelle Langzeitstudie von Dr. Monica Bertoia stellt fest, dass trotz der starken Beweise, dass diese Lebensmittel eine Herz-Kreislauf-Krankheit verhindern, sei deren Beitrag zur Aufrechterhaltung eines gesunden Körpergewichts noch nicht bewiesen.

Das Team rund um Dr. Bertoia-Team, von der Harvard TH Chan School of Public Health und Brigham & Womens Hospital in Boston stellte Hypothese auf, dass bestimmte Obst und Gemüse kann mehr oder weniger vorteilhaft für die Erhaltung oder Erreichung eines gesunden Körpergewichts sein.

Der Vorschlag des Forscherteams empfiehlt den Verzehr von Obst und Gemüse mit einem höheren Faseranteil oder einer niedrigen glykämischen Last, weil diese eher zu einem gesunden Gewicht führen würden, als wenn Früchte oder Gemüse mit niedrigen Faseranteil bzw. einer höheren glykämischen Last gegessen würden.

Im Rahmen der Studie nahmen drei prospektive Kohorten bestehend aus 133.468 amerikanischen Männern und Frauen teil, die vor allem einen Gesundheitsberuf ausübten. Ihr Beruf fokussierte sich auf Risikofaktoren chronischer Erkrankungen. Die Teilnehmer hatten ihrer Geschichte keine chronische Erkrankungen wie Diabetes, Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es wurden allerdings Berichtigungen bei denjenigen vorgenommen, die während der Studie eine chronische Krankheit entwickelten. Die Studienteilnehmer mussten in Intervallen von 4 Jahren einen Fragebogen zu Gewichtsveränderungen zwischen den Jahren 1986 und 2010 ausfüllen.

Obst und Gemüse wurden mit einem Hochgehalt oder Niedriggehalt an Fasern oder einem niedrigen bzw. hohen GL-Gehalt eingestuft. Zur Ermittlung der Werte wurde durch Multiplizierung des Kohlenhydratgehalts von jedem Obst / Gemüse (Gramm pro Portion) durch den glykämischen Index des jeweiligen Obst / Gemüse berechnet.

Die Früchte wurden in Zitrusfrüchten, Melonen und Beeren und Gemüse in Kreuzblütler, grünes Blatt und Hülsenfrüchte, basierend auf einem vergleichbaren Nährstoffgehalt eingeordnet.

Nur ganze Früchte waren enthalten, wie Fruchtsaft dazu neigt, ohne Zusatz von Zucker enthalten. Unverarbeitete Kartoffeln wurden als Gemüse (gebacken, püriert usw.) gezählt, aber nicht gebraten.

Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen Gewichtsveränderungen und der Einnahme eines bestimmten Obstes oder Gemüse. Es wurden Berichtigungen im Lebensstil wie Rauchen, körperliche Aktivität, Schlafzeit und TV-Genuss berücksichtigt. Die Änderung der Aufnahme von Lebensmitteln wie Bratkartoffeln, Saft, Vollkornprodukte, Süßigkeiten und Alkohol fand ebenfalls Berücksichtigung.

Eine Extraportion täglich verursachte den Ergebnissen zufolge einen Gewichtsverlust von 0,24 Kilogramm und eine zusätzliche Gemüse verursachte eine Gewichtsreduktion von 0,11 Kilogramm am Tag.

Besonders vBeeren, Äpfel und Birnen trugen zu einem höheren Gewichsverlust bei als Gemüse. Eine Gewichtszunahme wurde beim Verzehr von Kartoffeln, Mais, Erbsen, Karotten und Kohl festgestellt, weil es sich hierbei um stärkehaltiges Gemüse handelt, welches allerdings wertvolle Nährstoffe beinhaltet.

Die Forscher empfehlen ein täglichen Verzehr einer Extraportion Obst oder Gemüse um eine Gewichtsänderung herbeizuführen und um das Gewicht aufrechtzuerhalten.